Sa., 10.11.2018

Vortragsveranstaltung anlässlich der »Herzwochen« in der Stadtsparkasse sehr gut besucht Vorhofflimmern bedroht Leben

Nico Clasing, Andreas Hosp und Tanja Tinnemeier freuen sich, dass die Veranstaltung auf große Resonanz stieß.

Nico Clasing, Andreas Hosp und Tanja Tinnemeier freuen sich, dass die Veranstaltung auf große Resonanz stieß. Foto: Anja Schubert

Von Anja Schubert

Rahden (WB). Seit 2001 lädt die Stadtsparkasse Rahden anlässlich der »Herzwochen« der Deutschen Herzstiftung einmal im Jahr, im November, zu einer Vortragsveranstaltung ein. Auch bei der 18. Auflage war das Interesse ungebrochen und Stadtsparkassenvorstand Nico Clasing freute sich, zahlreiche Interessierte zu der unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Bert Honsel stehenden Veranstaltung im Vortragsraum des Geldinstituts begrüßen zu können. »Es ist ein Thema, das keinen los lässt, denn ein Herz hat jeder«, konstatierte Clasing.

»Die Medizin schreitet immer weiter voran«, betonte Dr. ­Andreas Hosp. Der Oberarzt der internistischen Klinik am Krankenhaus Lübbecke-Rahden freute sich, auch diesem Jahr weder über neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden berichten zu können: »Das macht die Vorträge mit wechselndem Schwerpunkt nie langweilig.« Unter dem Motto »Herz außer Takt« rückte der Mediziner »Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung« in den Fokus.

Mehr als 1,8 Millionen Menschen in Deutschland seien von Vorhofflimmern betroffen, jährlich kämen Tausende hinzu. Mit dem Alter steige das Risiko steil an. »Dies ist eine ernst zu nehmende Herzrhythmusstörung, die unbemerkt und unbehandelt lebensbedrohlich für Herz und Gehirn werden kann, bis hin zu Herzschwäche und Schlaganfall«, warnte der Experte.

Herzstolpern und Herzschlag bis zum Hals, Druckgefühl im Brustkorb, Angst, Atemnot, Schweißausbrüche und Schwindel könnten Anzeichen für einen Vorhofflimmeranfall sein. »Sie sollten bei diesen Anzeichen sofort einen Arzt oder das Krankenhaus aufsuchen, abends nicht bis zum nächsten Morgen warten und am Wochenende auch nicht bis zum Montag«, war Hosps Appell klar und deutlich. Das rechtzeitige Erkennen sei deshalb wichtig, um möglichst früh die Ursachen zu behandeln, die zu Vorhofflimmern führten. Das seien Bluthochdruck, Übergewicht, koronare Herzkrankheit oder Herzschwäche. Nur so sei eine erfolgreiche Therapie möglich.

Neueste Technologien wie EKG und Ereignisrekorder, die bereits unter die Haut implantiert werden könnten, machten auch eine Langzeitüberwachung des Herzens möglich, wenn sich das Flimmern nur unregelmäßig zeige. Vor allem legte Hosp den Gästen das regelmäßige Messen ihres Blutdrucks und des Pulses besonders an Herz. »Der Schlaganfall ist die größte Gefahr, die vom Vorhofflimmern ausgeht«, sagte Hosp. »Umso wichtiger ist die frühzeitige Aufdeckung unbemerkten Vorhofflimmerns durch Selbstmessungen.«

Lebensrettende Soforthilfe

Neben Hosp standen mit Uwe Altvater und Tanja Tinnemeier zwei Fachleute vom Ersthelfer-Team des DRK aus Rahden und Stemwede bereit, die über lebensrettende Maßnahmen informierten und die Anwendung eines Defibrillators demonstrierten, um Laien die Angst vor dessen Gebrauch zu nehmen. »Wenn jemand bewusstlos zusammenbricht und keine normale Atmung feststellbar ist, ist sofortige Hilfe erforderlich.« Sei der Rettungsdienst verständigt, gelte es bis zu dessen Eintreffen Soforthilfe zu leisten. »Das Gerät sagt einem genau, was man machen muss und kontrolliert dabei selbsttätig die Anwendung«, betonte Altvater.

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