Mo., 19.11.2018

Bahn 2029 übergibt Unterschriften an Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) Strecke nach Bremen wiederbeleben

An diesem Prellbock in Rahden ist Schluss. Hier endet die öffentliche Bahnlinie in Richtung Sulingen und es beginnt die Draisinen strecke bis nach Wagenfeld-Ströhen. Die Trasse ist aber noch immer dem Bahnverkehr gewidmet.

An diesem Prellbock in Rahden ist Schluss. Hier endet die öffentliche Bahnlinie in Richtung Sulingen und es beginnt die Draisinen strecke bis nach Wagenfeld-Ströhen. Die Trasse ist aber noch immer dem Bahnverkehr gewidmet. Foto: Michael Nichau

Von Michael Nichau

Rahden/Sulingen (WB). Wie steht die Bevölkerung zu einer Wiederaufnahme des Schienenverkehrs von Rahden über Sulingen nach Bassum und letztlich Bremen? Das wollten die Mitglieder der Arbeitsgruppe »Bahn 2.019« aus Sulingen wissen. Sie haben auch in Rahden Unterschriften gesammelt.

Das geschah schon bei den »Sommertagen« im Juni. Mittlerweile ist die Aktion

Bahn 2.029

Die Gruppe »Bahn 2.029« ist aus einem Bürgerbeteiligungsverfahren der Stadt Sulingen zum 1000-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 2029 entstanden. Dazu sollten die Bürger ihre Vision formulieren«, erläuterte Gruppensprecher Gerke dieser Zeitung. Und es scheint tatsächlich Wunsch von zahlreichen Bürgern zu sein, den Bahnverkehr wieder aufzunehmen.

abgeschlossen und der niedersächsische Verkehrsminister Althusmann (CDU) hat ein dickes Buch mit 4360 Unterschriften von Personen erhalten, die sich für eine Wiederaufnahme des Bahnverkehrs auf der noch nicht entwidmeten Strecke (von Rahden nach Ströhen als Draisinenstrecke) einsetzen.

Gleise schon entfernt

Zwar sind in Sulingen bereits die Gleise aus der Hauptstraße herausgerissen. Doch die eigentliche Bahntrasse ist noch vorhanden, wenn auch in weiten Teilen verwildert und zugewachsen. »Es stehen aber noch keine Bauwerke darauf, so dass man sie wieder in Betrieb nehmen könnte. Letztlich ist die Strecke weiterhin als Eisenbahninfrastruktur gewidmet und steht zunächst für eine anderweitige Nutzung nicht zur Verfügung«, sagt Klaus Gerke, Sprecher der Gruppe 2029.

Bürger sind aktiv

Bereits seit 2015 haben Bürger Unterschriften auch in weiteren Aktionsgruppen für die Reaktivierung der Bahnverbindungen entlang der Strecke Bünde – Bassum gesammelt. Aufsehen erregte aktuell die bei Ebay-Kleinanzeigen angekündigte Versteigerung eines Teilstücks der Strecke Sulingen – Nienburg.

»Die Versteigerung ist von der Deutsche Bahn-AG an ein Auktionshaus übergeben worden. Das Mindestgebot für das etwa 17 Kilometer lange Teilstück lag bei 49.000 Euro. Verkauft worden ist es für 100.000 Euro. Das Auktionshaus gibt aus Datenschutzgründen den Käufer nicht bekannt«, erläuterte Gerke. Deshalb sei auch nicht bekannt, was der Privatmann mit dem neuen Besitz beabsichtige. »Immerhin liegen in der Strecke auch Straßenbrücken, für die jetzt der Käufer zuständig sein dürfte . . .«

Seines Wissen nach sei dies die erste Aktion, bei der Bahn-Infrastruktur ohne Beteiligung von Land oder Kreis an einen Privatmann verkauft worden sei.

Strecke im Raum-Plan

»Die Strecke Zwischen Bassum und Rahden ist jedenfalls in den Raumordnungsplan des Landes Niedersachsen mit aufgenommen worden mit der Option, den Verkehr dort wieder aufzunehmen«, erläuterte Gerke. Die von der DB stillgelegten Strecken Rahden – Ströhen (Draisinen) und Rahden – Uchte (Museumsbahn) seien gesichert, da diese schon vor Jahren von den Gemeinden erworben wurden, erklärte der Sprecher der Bürgergruppe aus Sulingen.

Ein Kommentar von Michael Nichau

Wie realistisch ist die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs zwischen Rahden und Bassum wirklich? Gleise sind in Sulingen längst herausgerissen. Das »Sulinger Kreuz« lässt nur noch den West-Ost-Güterverkehr von Diepholz nach Barenburg durch. Längst sind die Gleise der Nordachse sogar mit Bäumen zugewachsen.

Es würde einen immensen finanziellen Aufwand bedeuten, diese Linie für Personen- oder Güterverkehr wieder herzurichten. Das würde sich für die Bahn-AG niemals lohnen. Allenfalls wäre eine Lösung mit einer Privatbahn anzudenken. Doch diese haben – siehe Eurobahn – ja schon auf den noch aktiven Strecken Probleme. Die Vision von »Bahn 2.029«, hier wieder mit dem Zug zu fahren, ist schön, wird aber eine Vision bleiben.

 

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