Do., 29.11.2018

UfR-Fraktionsvorsitzende übt harte Kritik an Vorstand und Verwaltungsrat der MKK »Die wollen das Krankenhaus schließen«

Schon wieder in den Schlagzeilen: Mit der vermeintlichen Ruhe beim Krankenhaus ist es vorbei.

Schon wieder in den Schlagzeilen: Mit der vermeintlichen Ruhe beim Krankenhaus ist es vorbei. Foto: Michael Nichau

Rahden (WB/bös). Zur Schließung des Rahdener Krankenhauses bis Januar 2019 wegen der Erkrankung von zwei Ärzten hat Gundel Schmidt-Tschech, Fraktionsvorsitzende der UfR Rahden Stellung bezogen. Darin heißt es:

»Ich bin fassungslos über diese Nachricht. Ist das jetzt der Plan B des Vorstandes der Mühlenkreiskliniken (MKK), die Schließung des Rahdener Krankenhauses durchzusetzen, nachdem sie im Sommer 2018 mit ihrem Plan A gescheitert ist?«, fragt Schmidt-Tschech.

Der Vorstand sei doch bestellt worden, um zu gewährleisten, dass die Krankenhäuser funktionierten und für personelle Engpässe entsprechende Vorkehrungen zu treffen. »Stattdessen ist es dem Vorstand augenscheinlich nicht möglich, Ersatz für zwei kranke Ärzte zu beschaffen. Deshalb wird das Rahdener Krankenhaus sechs Wochen geschlossen?«, wundert sich die UfR-Ratsfrau.

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Ich bin fassungslos über diese Nachricht.

Gundel Schmidt-Tschech

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Die Erkrankung von Ärzten (Mitarbeitern) sei doch keine höhere Gewalt, sondern ganz gewöhnlicher Alltag in Unternehmen, die mit Personal zu tun haben. »Und ein solches Alltagsproblem zu lösen ist der Vorstand nicht in der Lage?«, fragt Schmidt-Tschech. »Und dann schlage Frau Dr. Fuchs, ich nehme an, mit dem Vorstand abgestimmt, vor, dass das Rahdener Krankenhaus von Minden aus gemanagt werden soll? Das traut sich der Vorstand ernsthaft zu, wenn er schon die alltäglichen Probleme, Ersatz für zwei erkrankte Ärzte zu beschaffen, nicht gelöst bekommt? Mir und nicht nur mir, drängt sich ein ganz anderer Verdacht auf: Das Rahdener Krankenhaus soll geschlossen werden, und zwar so schnell wie möglich«, heißt es in der Stellungnahme weiter.

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Mir drängt sich ein ganz anderer Verdacht auf: Das Rahdener Krankenhaus soll geschlossen werden, und zwar so schnell wie möglich.

Gundel Schmidt-Tschech

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Das sei im Sommer 2018 dem Vorstand nicht gelungen, so versuche er es jetzt auf diese Weise. Dabei sei es offenbar völlig gleichgültig, wie mit dem Geld der Bürger und Sponsoren umgegangen werde. »Millionenbeträge sind in das Rahdener Haus investiert worden, um es betreiben zu können. Stattdessen werden Geräte entweder schon abgebaut (Intensivstation) oder nur sporadisch genutzt, obwohl Kassenpatienten monatelang auf Behandlungstermine warten, um in den ebenfalls überfüllten Häusern in Lübbecke oder Minden behandelt zu werden«, übt Schmidt-Tschech Kritik.

»Die richtige Feststellung von Dr. Fuchs, der Standort Rahden sei wichtig für die Versorgung in der Fläche, ist wohl eher ein Lippenbekenntnis angesichts der Schließung des Hauses«, mutmaßt die Fraktionsvorsitzende.

Sie interessiert sich auch dafür, wie hoch der Personalbestand in der Verwaltung ist im Verhältnis zu den Pflegekräften und Ärzten. Sie regt an, darüber nachdenken, in der Verwaltung Personal einzusparen, wenn man nicht in der Lage sei, alltägliche Probleme zu lösen und die Versorgung in der Fläche zu sichern.

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Hinzu kommt die Parkplatzsituation vor dem Lübbecker Krankenhaus. Dieses Problem ist doch nicht plötzlich vom Himmel gefallen, sondern seit Jahren bekannt.

Gundel Schmidt-Tschech

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»Die Verwaltung sollte auch mal erklären, was in den vergangenen fünf Monaten geschehen ist, dass man im Sommer 2018 die Gynäkologie und Urologie in Lübbecke ganz schließen wollte und jetzt in der Gynäkologie einen ärztlichen Direktor einsetzt, der zusätzlich gynäkologische Eingriffe vornehmen kann. Ist so etwas eine seriöse Planung? Und wie seriös ist die Finanzplanung der Verwaltung angesichts dieser Vorgehensweise? Was hat die Verwaltung unternommen, um dem Personalmangel zu begegnen?«, will Schmidt-Tschech wissen. »Hier ist Kreativität gefragt und planvolles Vorgehen, womit die Verwaltung überfordert ist? Hinzu kommt die Parkplatzsituation vor dem Lübbecker Krankenhaus. Dieses Problem ist doch nicht plötzlich vom Himmel gefallen, sondern seit Jahren bekannt. Das hätte der Vorstand schon längst lösen müssen.«

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Auch der Verwaltungsrat der MKK und letztlich die Kreistagsmitglieder müssen sich die Frage gefallen lassen, was sie unternommen haben.

Gundel Schmidt-Tschech

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»Ich habe hier nur drei Beispiele aufgegriffen, die das Versagen des Vorstandes belegen. Aber es geht auch nicht nur um den Vorstand der MKK. Auch der Verwaltungsrat der MKK und letztlich die Kreistagsmitglieder müssen sich die Frage gefallen lassen, was sie unternommen haben, dem Vorstand seine Pflichten aufzuzeigen und die Lösung der Probleme einzufordern. Unsere Politiker sind von den Bürgern gewählt worden, um genau solche Probleme von kompetenten Leuten lösen zu lassen. Ist man dazu nicht in der Lage, sollten die Konsequenzen gezogen werden. Es ist unzumutbar, dass durch diese Inkompetenz der Verantwortlichen die Standorte Rahden, aber auch Lübbecke weiter gefährdet werden«, schließt ihre Stellungnahme.

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