Fr., 01.03.2019

KV erkennt Sonderbedarf an – Medizinerinnen finden aber keine geeigneten Räume Rahden verliert Facharztsitz an Espelkamp

Ina Kanzler (sitzend) und Petra Raabe-Banze werden schon bald in Espelkamp praktizieren.

Ina Kanzler (sitzend) und Petra Raabe-Banze werden schon bald in Espelkamp praktizieren. Foto: Michael Nichau

Von Elke Bösch

Rahden (WB). »Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat den Sonderbedarf anerkannt«, darüber freuen sich die Fachärzte für Psychiatrie, Ina Kanzler und Petra Raabe-Banze, sehr. Denn das bedeutet: Sie können wie gewünscht praktizieren und ihre Patienten, auch neue, behandeln.

Doch leider nicht in Rahden, sondern in Espelkamp. Denn die Aue­stadt wird den KV-Sitz von Detlef Externbrink verlieren. Die beiden Medizinerinnen werden den Antrag stellen, ihn in Rahdens Nachbarstadt zu verlegen. Dort praktizieren sie im »VHS-Gebäude« am Wilhelm-Kern-Platz.

Räume an Weller Straße renovierungsbedürftig

»Als Rahdenerin bin ich darüber sehr traurig«, sagte Ina Kanzler am Freitag dieser Zeitung. »Aber wir mussten feststellen, dass die Räume an Weller Straße, in dem Haus, das der Stadt gehört, und die wir gerne angemietet hätten, in diesem Zustand nicht ausreichen.« So habe die Stadt ihr zuerst mitgeteilt, dass dort im Obergeschoss eine Flüchtlingsfamilie einziehen könnte. »Das hätte niemanden gestört. Das ist ja bei Externbrink an der Weher Straße auch der Fall.«

Aber jetzt hieß es vom Sozialamt, dort werde die Erstverteilungsstelle für Rahdens zugewiesene Flüchtlinge eingerichtet. »Das wird ein Kommen und Gehen. Dabei ist das Gebäude extrem hellhörig. Wenn oben gesprochen wird, kann man das hören. Das gilt auch für jeden Schritt. Der Renovierungsbedarf sei aufgrund weiterer Mängel zudem so hoch, dass wir die Kosten dafür nicht aufbringen können.« Die Stadt habe signalisiert, dass eine Renovierung von ihrer Seite nicht geplant sei. »Natürlich gibt es andere Leerstände in Rahden, aber die sind nicht akzeptabel, auch weil die Zeit drängt und die Anträge an die KV raus mussten. Wir können nicht wieder Monate warten. Die Räume in Espelkamp sind bezugsfertig.«

Praxis behandelt 1300 Patienten

Die Praxis hat 1300 Patienten. Die wenigsten kommen aus Rahden. »Die Auswärtigen nutzen ihre Termine, um hier einzukaufen, ins Café oder die Eisdiele zu gehen. Für Rahden ist das ein Kaufkraftverlust«, bedauert Kanzler.

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