Di., 16.04.2019

Beim Stallbrand in Varl vor einer Woche sind 2000 Schweine getötet worden Feuer in Schweinestall: Tierschützer erstatten Anzeige

Bei dem Brand eines großen Schweinestalls in Varl sind in der vergangenen Woche etwa 2000 Tiere umgekommen. Die Tierschutzorganisation PETA hat jetzt Anzeige erstattet.

Bei dem Brand eines großen Schweinestalls in Varl sind in der vergangenen Woche etwa 2000 Tiere umgekommen. Die Tierschutzorganisation PETA hat jetzt Anzeige erstattet. Foto: Elke Bösch

Rahden/Stuttgart (WB/ni) Bei dem Brand in einem Schweinestall in Varl am Mittwoch vergangener Woche sind 2150 Ferkel und Schweine ums Leben gekommen. Die Tiere konnten nach Ausbruch des Feuers nicht rechtzeitig gerettet werden.

Die Tierschutzorganisation PETA hat nun bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld Strafanzeige gegen die Verantwortlichen erstattet. »Angesichts der unzureichenden Brandschutzmaßnahmen wurde möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Schweine qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen«, behauptet die Stuttgarter Organisation.

Die Tierschutzorganisation dankt im gleichen Zug den am Einsatz beteiligten Feuerwehrmitarbeitern und allen Helfern, die sich für die Rettung der Tiere eingesetzt haben.

»Jedes Tier, das bei einem Stallbrand stirbt, wird grob fahrlässig getötet«, ist jedenfalls die Meinung von Lisa Kainz, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. »Der Brandschutz wird bei vielen Tierställen nicht ernst genommen. Außerdem: Wenn Tausende Tiere in einem Stall eingesperrt sind, ist es aus unserer Sicht schlicht unmöglich, Soforthilfe zu leisten. Dieses Risiko ist den Betreibern bewusst«, heißt es in der Mitteilung.

PETA kritisierte in der Vergangenheit wiederholt die bestehenden Brandschutzverordnungen, da ein Schutz der Tiere so gut wie nicht geregelt sei. Zudem würden in der Praxis meist selbst diese unzureichenden Schutzmaßnahmen nicht umgesetzt. Durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung komme es bei derartigen Bränden häufiger zu Zeitverzögerungen, die die Rettung der Tiere verhindern würden. »Es ist noch zu ermitteln, ob dies auch beim aktuellen Einsatz der Fall war«, schreibt die Organisation.

»Tiere, die zu Ernährungszwecken gehalten werden, gelten als reine Produktionsgüter. Verbrennen oder ersticken sie bei einem Stallbrand, wird ausschließlich der entstandene Sachschaden berechnet.«

Stellungnahme des Kreises Minden-Lübbecke

Ob die Brandschutzmaßnahmen vor Ort gegeben waren beantwortet die Kreisverwaltung Minden-Lübbecke: »Im Rahmen eines Baugenehmigungsverfahrens bei Stallanlagen ist auch der Brandschutz zu prüfen. Liegt eine rechtskräftige Baugenehmigung vor und ist eine Abnahme erfolgt, müssten die Auflagen des Brandschutzes erfüllt sein.

Ob es Abweichungen von den Brandschutzauflagen im aktuellen Fall gibt, können wir nicht sagen. Dies ist im Rahmen der Brandermittlungen vor Ort zu klären«, schreibt die Pressestelle des Kreises.

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