Di., 07.05.2019

Internist Dr. Bernd Wejda wirbt für die Darmspiegelung Eine Vorsorge, die Leben rettet

Dr. Bernd Wejda setzt sich für mehr Darmspiegelungen ein.

Dr. Bernd Wejda setzt sich für mehr Darmspiegelungen ein. Foto: MKK

Von Friederike Niemeyer

Lübbecke/Rahden (WB). Wer zur Darmkrebsvorsorge geht, kann sein persönliches Risiko, an dieser häufigen Krebsart zu erkranken, um 80 bis 90 Prozent senken. Dr. Bernd Wejda vom Krankenhaus Lübbecke-Rahden ist auch wegen dieser Erfolgsquote ein engagierter Verfechter der Darmspiegelung.

Der 51-jährige Internist mit Fachrichtung Gastroenterologie, also Erkrankungen des Magen- und Darmtrakts, hat in seiner Tätigkeit im Krankenhaus ständig mit Darmerkrankungen zu tun. Außerdem setzt er sich als Regionalbeauftragter der Stiftung Lebensblicke für die Halbierung der Darmkrebsfälle in Deutschland ein. Denn nach Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern ist Darmkrebs jeweils die zweithäufigste Tumorerkrankung. »Pro Jahr erkranken 60.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs, 25.000 Menschen versterben daran«, kennt Bernd Wejda die erschreckende Statistik. Dabei sei das Krebsrisiko durch eine Darmspiegelung gut in den Griff zu bekommen. »Im Schnitt bekommen sechs von hundert Menschen diesen Krebs, gehen sie zur Vorsorge, sind es nur noch 0,6.«

Krankenkassen zahlen

Solch eine präventive Darmspiegelung wird von den Krankenkassen bei Männern ab 50 Jahren und bei Frauen ab 55 Jahren bezahlt, also ab dem Alter, ab dem das Erkrankungsrisiko statistisch steigt. Wer in seiner Familie Darmkrebsfälle hat, hat ein erhöhtes Risiko und sollte sich eher um einen Termin kümmern. »Etwa 15 bis 18 Prozent aller Darmkrebsfälle haben einen erblichen Hintergrund«, so Wejda.

Der Hausarzt vermittelt den passenden niedergelassenen Gastroenterologen, der die Spiegelung »stress- und schmerzfrei«, so Dr. Wejda, ambulant durchführt. Auch die Flüssigkeit, die zur Vorbereitung abends und morgens vor der Untersuchung getrunken werden muss, sei inzwischen gut verträglich, so der Spezialist. »Leider haben wir trotzdem nur eine Vorsorgequote von etwa 25 Prozent«, sagt Bernd Wejda. Und dabei können bei der Spiegelung auch sofort problematische Darmpolypen entfernt werden. Eine weitere OP oder belastende Behandlung wie bei anderen Krebsverdachtsfällen sei nicht notwendig. »In der Regel reicht es, die Darmspiegelung nach zehn Jahren zu wiederholen, beim Nachweis von Polypen sollte nach drei bis fünf Jahren wieder gespiegelt werden«, empfiehlt Wejda.

Vorstufen lassen sich gut entfernen

Das Tückische am Darmkrebs ist, dass er im Frühstadium nicht zu erkennen ist, weil er keine Schmerzen verursacht. Wird Blut im Stuhl gefunden, kann das ganz unterschiedliche Ursachen haben. Bemerkbar wird der Darmkrebs meist erst, wenn er bereits weit fortgeschritten ist. In 90 Prozent der Fälle sind die Vorstufen des Krebses gutartige Polypen im 1,2 Meter langen Dickdarm. »Daraus werden gegebenenfalls größere Polypen, die sich noch gut über das Endoskop entfernen lassen. Sie können dann aber auch zum Krebs fortschreiten und in die tieferen Wandschichten des Darms einwachsen und schlussendlich zu Metastasen, also Streuherden, im Körper führen«, beschreibt Wejda den Verlauf. Alarmsymptome für eine Tumor im Darm seien regelrechte Blutabgänge, wechselnd dünner und fester Stuhl oder auch starke Gewichtsabnahme. Auf diese Symptome dürfe man aber auf keinen Fall warten, sondern sollte unbedingt im »Vorsorgealter« vorher zur Spiegelung gehen.

Mehr Informationen zu diesem Gesundheitsthema gibt Dr. Bernd Wejda bei dem Vortrag »Dickdarmkrebs – eine vermeidbare Krankheit (?)« morgen, 8. Mai, von 19 Uhr an im Vortragsraum der Stadtsparkasse Rahden.

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