Fr., 24.05.2019

Gemeinde schätzt Kosten auf 450.000 Euro – Bund sagt Förderung zu Kirchenschiff wird saniert

Brunhilde Meier macht die »Klopfprobe«. Die Fenster sind marode, dürfen aber wegen Denkmalschutz nicht ausgetauscht, sondern müssen aufwändig saniert werden.

Brunhilde Meier macht die »Klopfprobe«. Die Fenster sind marode, dürfen aber wegen Denkmalschutz nicht ausgetauscht, sondern müssen aufwändig saniert werden. Foto: Elke Bösch

Von Elke Bösch

Rahden (WB). Vor einer großen Herausforderung steht wieder die evangelische Kirchengemeinde Rahden. Das Schiff des Gotteshauses muss dringend saniert werden.

Das haben Pfarrer Udo Schulte und Architektin Brunhilde Meier am Donnerstag in einer Pressekonferenz mitgeteilt. »Die St. Johannis-Kirche ist das größte und älteste Baudenkmal der Stadt Rahden. Von 2012 bis Juni 2014 wurde bereits der Turm unter der Leitung des Statikers Gunther Rohrberg aus Lippstadt saniert«, sagte Meier. Der

Anblick Schiffes falle seither hinter dem Kirchturm zurück. Der letzte Anstrich sei vor 50 Jahren erfolgt, betonte Brunhilde Meier.

»Generalüberholung« notwendig

Nun hinterließ 2016 Pfarrer Körling Lansky der Kirchengemeinde 60.000 Euro für farbliche Gestaltung. Doch kann es nicht allein bei dieser einen Maßnahme bleiben. »Erkennbar ist nämlich, dass die Schäden deutlich über einen Anstrich hinausgehen«, erläutert die Architektin.

Und die »Generalüberholung« will man so schnell wie möglich angehen. Da die Arbeiten am Gemeinde fertiggestellt sind und die Kirchplatzgestaltung der Stadt im Juni abgeschlossen ist, kann es losgehen.

Einschränkungen durch Fledermäuse im Dach

Allerdings mit einer Einschränkung. Denn die Kirchengemeinde hat Mitbewohner: »Im Dach des Kirchenschiffs befindet sich ein europäisches FFH-Schutzgebiet (Flora-Fauna-Habitat) für die Wochenstube der ›Großen Mausohr‹- Fledermäuse. Das heißt von April bis Ende September ist das Dach nicht zugänglich. Die Arbeiten dort können daher nur im Herbst und Winter erfolgen, während die Arbeiten an den Fassaden auch im Frühjahr und Sommer ausgeführt werden können«, informierte Brunhilde Meier über den Zeitplan.

Und die Architektin ging auch explizit auf die Schäden und die notwendigen Maßnahmen ein: »Die Dacheindeckung aus Hohlpfalzziegeln wurde nach zahlreichen Sturmschäden immer wiederprovisorisch repariert und muss komplett erneuert werden. Die Fußpunkte zahlreicher Sparren sind marode und werden in den schadhaften Teilbereichen ausgewechselt. Die Holzschalungen an Traufen und Ortgängen müssen erneuert werden. Hinzu kommen Dachrinnen, Fallrohre und Blitzschutz.«

Alle Fenster müssen restauriert werden

Der helle Außenputz liege in weiten Teilen hohl, er solle abgeklopft und ersetzt werden. Das gelte auch Putz- und Mauerwerk-Risse. Den Abschluss bilde der Anstrich des Kirchenschiffs. »Die Kirchenfenster bestehen aus dünnen Holzsprossen mit gekitteten Klarglasscheiben. Zum Teil ist das Holz morsch, Kitt und Farbe fehlen.« Konsequenz sei: Alle Fenster müssen restauriert werden. Hinzu kommt, dass die Außentüren nicht mehr dicht hielten.

Die Kosten bezifferten Meier und Pfarrer Schulte auf etwa 450.000 Euro. Für den Turm gab es Mittel aus einem Sonderprogramm der Bundesregierung für Denkmalpflege. »Für die Sanierung des Kirchenschiffs wurde nach Absprache mit der Rahdener Denkmalpflege, dem LWL in Münster und dem Baureferat der Landeskirche eine Anschlussförderung beantragt. Unser SPD-Bundestagsabgeordneter Achim Post hat die Kirchengemeinde bei dem neuen Antrag engagiert unterstützt. Wir sind sehr froh, dass diese Zusammenarbeit zu einer finanziellen Unterstützung von 225.000 Euro aus Bundesmittel geführt hat«, freuen sich Meier und Schulte.

Kirchengemeinde wird Fundraising-Aktion starten

»Die verbleibenden 225.000 Euro werden aus Rücklagen und Darlehen der Kirchengemeinde und Zuwendungen des Kirchenkreises finanziert. Die Kirchengemeinde wird – wie schon beim Kirchturm – eine Fundraising-Aktion starten«, kündigt Schulte an. Der Turm habe 650.000 Euro gekostet, sei mit 250.000 Euro von Bund und Land gefördert worden. 50.000 Euro seien gespendet worden. »das sind etwa zehn Prozent. So viel erhoffen wir uns wieder«, sagte Schulte, der auch darauf hinwies, dass die Gemeinde noch Darlehn aus der Turmsanierung zurückzahle.

Ob es mit Zeitplan klappt: »Aufgrund der großen Auslastung der Firmen und Fachleute werden die Arbeiten voraussichtlich erst im Frühjahr/Sommer 2020 an den Fassaden beginnen, und anschließend im Herbst 2020 kann das Dach saniert werden«, schätzte Brunhilde Meier.

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