Sa., 13.07.2019

Julia Korte kehrt in ihre Heimatstadt zurück und verstärkt das Team Rustmeier und Kastl Neue Ärztin freut sich auf Rahden

Birgit Rustmeier und Wulf-Ekkehard Kastl freuen sich über Verstärkung: Vom 12. August an ergänzt die gebürtige Rahdenerin Julia Korte das Mediziner-Team in der Gemeinschaftspraxis im Gesundheitszentrum »Hohe Mühle« in Rahden.

Birgit Rustmeier und Wulf-Ekkehard Kastl freuen sich über Verstärkung: Vom 12. August an ergänzt die gebürtige Rahdenerin Julia Korte das Mediziner-Team in der Gemeinschaftspraxis im Gesundheitszentrum »Hohe Mühle« in Rahden. Foto: Elke Bösch

Von Elke Bösch

Rahden (WB). Zurück nach Rahden? Ganz bestimmt nicht. Viel zu ruhig das Land, nichts los. Da fühlte sie sich in Hannover gleich viel besser. Dort studierte die Schülerin des Söderblom-Gymnasiums Medizin und blieb auch nach dem Examen dort. Doch dann nach 13 Jahren in der Großstadt der Sinneswandel. Lieber doch zurück in die Natur – und warum dann nicht in die Heimat nach Rahden?

Jetzt ist Julia Korte mit ihrem Lebengefährten wieder in ihrer Heimat angekommen und darüber freut sich nicht nur die 31-Jährige. Strahlende Gesichter sah man am Mittwoch in der Gemeinschaftspraxis Rustmeier und Kastl. Denn dort im Gesundheitszentrum wird Julia Korte ab dem 12. August das Team verstärken.

»Für uns ist das ein wahrer Glücksfall. Besonders auch weil wir Julia schon seit ihrer Kindheit kennen«, sagen Birgit Rustmeier und Dr. Wulf-Ekkehard Kastl. »Dass Julia bei uns einsteigt, was Besseres konnte uns gar nicht passieren. Sie verfügt schon über viel Erfahrung und ist kompetent«, pflichtet Rustmeier ihrem Kollegen bei.

Studium in Hannover

Julia Korte studierte an der Medizinischen Hochschule (MH) in der niedersächsischen Landeshauptstadt und legte dort ihre Examen ab. Nach einer kurzen Auszeit erhielt sie eine Anstellung am Agnes-Karll-Krankenhaus in Laatzen, widmete sich dort der Inneren Medizin, bevor sie an das Robert-Koch-Krankenhaus in Gehrden wechselte. 2018 entschloss sie sich, in einer Praxis zu arbeiten. Dort lagen ihre Schwerpunkte auf den Gebieten Neurologie und Diabetologie.

Doch es gibt einen weiteren Bereich, für den sich Julia Korte stark interessiert und weiterbildet: die Sportmedizin. Da treffen sich Beruf und Hobby, denn Sporttreiben bis hin zum Marathonlauf ist ihre große Leidenschaft. Ein Grund mehr für die Rückkehr auf das Land: »Hier muss man sich nicht erst ins Auto setzen, sondern hat die Natur direkt vor der Haustür«, nennt die gebürtige Tonnenheiderin, die mit zehn Jahren nach Rahden zog, Gründe für ihre wiedererweckte Liebe zum Land – und dort würde sie auch gerne wohnen »im Grünen« im Rahdener Umland.

Mehrere Versuche

»Eigentlich habe ich schon immer versucht, Julia für unsere Gemeinschaftspraxis zu gewinnen, verrät Birgit Rustmeier, die Julia seit 1998 kennt. Aber die Umworbene lehnte ab, eben weil ihre neue Wirkungsstätte in Rahden und nicht in Hannover lag. »Dort hätte ich sofort das Angebot angenommen.« Auch der letzte Versuch wollte nicht so recht gelingen, aber dann wendete sich das Schicksal – beim Wald-Yoga im Stemwederberg, das Dr. Kastl leitete. Der Allgemeinmediziner bat Julia Korte: »Schau doch mal bei uns rein«, Julia schaute rein und gab den Überzeugungskünsten von gleich zwei Ärzten nach. Jetzt gehört sie zum Team und ist glücklich.

Fachärztin in 18 Monaten

»Zurzeit bin ich noch Weiterbildungsassistentin, brauche noch 18 Monate bis zur Fachärztin für Allgemeinmedizin«, erklärt Korte. Fast vier Jahre arbeitete sie in der Inneren Medizin, da sie eigentlich vorhatte, Fachärztin für Innere Medizin zu werden. Ob sie auch an eine Einzelpraxis gedacht hat? »Eher nicht, eine Gemeinschaftspraxis bietet ganz andere Möglichkeiten. Der Druck auf einen Hausarzt ist enorm groß«, wissen auch Birgit Rustmeier und Wulf-Ekkehard Kastl, die selbst Jahre als Einzelkämpfer tätig waren.

Hausärzte gesucht

Dass sich alle drei im Gesundheitszentrum wohl fühlen, daraus machen sie keinen Hehl und bewerten es positiv, dass sie dank der Verstärkung wieder mehr neue Patienten aufnehmen können. »Das war schon eng, besonders nachdem zwei Hausärzte in Rahden und Lavelsloh ihre Praxen geschlossen hatten. Zurzeit kommen auch Patienten aus Espelkamp, die einen Arzt suchen. Das ›Ärztesterben‹ ist größer als der Zuwachs an neuen Medizinern. Bei uns ist es jetzt entspannter«, versichern Birgit Rustmeier und Wulf-Ekkehard Kastl.

Übrigens, dass sie Medizin studieren wollte, das wusste Julia Korte schon lange. Sport war noch ein Konkurrent, blieb aber auf der Strecke. Und dass sie sich letztlich für den Beruf der Ärztin entschieden hat? – Dass daran Dr. Kastl und Birgit Rustmeier nicht ganz unschuldig sind, will sie nicht von der Hand weisen: »Wenn man solche positiven Erfahrungen mit Ärzten schon in Kindheit und Jugend gemacht hat, dann hält man selbst auch diesen Beruf für erstrebenswerter«, blickt Korte zurück.

Immer in Kontakt

»Auch während Studium und beruflicher Tätigkeit in Hannover haben wir Kontakt gehalten. Julia hat mit meinen Anatomiebüchern gelernt. Wir haben sie nie aus den Augen verloren und jetzt freuen wir uns über unsere Traumkollegin. Wir wollen unser Team aus sieben Helferinnen um eine Vollzeitkraft weiter verstärken«, kündigen Rustmeier und Kastl an.

Ein KOMMENTAR von Elke Bösch

Zuwachs im Gesundheitszentrum: Die Entscheidung einer jungen Ärztin, das Team in einer Gemeinschaftspraxis zu verstärken, ist ein starkes Indiz, wie wichtig und richtig die Entscheidung für ein Gesundheitszentrum war. »Genau das wollten wir erreichen, dass junge Mediziner zu uns nach Rahden kommen«, kommentierte Dieter Drunagel von der Verwaltung diese gute Nachricht. Es ist noch nicht absehbar, wann wieder ausreichend Ärzte ausgebildet sind, um auch die Versorgung auf dem Land sicher zu stellen. Immer mehr Praxen werden aus Altersgründen geschlossen und es gibt – das zeigt sich auch in Rahden – kaum eine Chance, eine Nachfolge für eine »Alleinpraxis« zu finden. Da ist die Rechnung von Politik und Verwaltung aufgegangen, dass die Zukunft in Gemeinschaftspraxen liegt.

 

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