Di., 06.08.2019

Rahe und Straetmanns für Reaktivierung der Bahnstrecke Rahden-Bremen Politiker stärken Räten den Rücken

Endstation für die Eurobahn aus Bielefeld kurz vor der Weher Straße: Ab hier fahren Richtung Norden nur noch Draisinen. Viele Bürger wünschen sich aber in Rahden in den Zug einzusteigen und dann auf der Schiene bis Bremen zu fahren.

Endstation für die Eurobahn aus Bielefeld kurz vor der Weher Straße: Ab hier fahren Richtung Norden nur noch Draisinen. Viele Bürger wünschen sich aber in Rahden in den Zug einzusteigen und dann auf der Schiene bis Bremen zu fahren. Foto: Michael Nichau

Rahden (WB/bös). Seit Jahren bemüht sich das Aktionsbündnis »Eisenbahnstrecke Bünde-Bassum« (AEBB), dass die Bahnstrecken des Sulinger Kreuzes reaktiviert werden. Zurzeit ist am Rahdener Bahnhof Endstation. Wie berichtet, teilte die Deutsche Bahn Anfang Juli mit, dass sie Abschnitte zwischen Diepholz-Sulingen-Nienburg entwidmen will und informierte zudem über Verkaufsabsichten in diesem Bereich des Schienennetzes.

Auch der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe will sich für die Reaktivierung einsetzen und stellte eine Kleine Anfrage an die NRW-Landesregierung.

Gegen Entwidmung

»Die Anrainerkommunen in NRW haben Interesse an einer Wiederbelebung der Bahnstrecke in Richtung Bremen und Hannover. Die Räte der Städte Espelkamp und Rahden sprachen sich in den vergangenen Wochen deutlich in Stellungnahmen gegen die geplante Entwidmung des Streckenabschnitts Nienburg-Sulingen in Niedersachsen und für die Sicherung und Reaktivierung der Bahnstrecke Bielefeld-Rahden-Bassum-Bremen aus«, betont Rahe.

Von Bielefeld bis Bremen

Eine Reaktivierung der Bahnstrecke Bielefeld-Rahden-Bassum-Bremen als durchgängige Zugverbindung zwischen den Oberzentren Bielefeld und Bremen führe aus Sicht des Sozialdemokraten zu einer deutlichen Verbesserung im Güter und Personenverkehr zwischen den Städten und Gemeinden entlang dieses Schienenabschnitts sowohl in Niedersachsen als auch in Ostwestfalen-Lippe und leiste zudem einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse der Bevölkerung sowie zur Stärkung der heimischen Wirtschaft.

weitere Teilstücke in Gefahr?

Gleichzeitig sieht Rahe den Vorteil, dass die Reaktivierung dieses Abschnitts zwischen Rahden und Bassum eine Entlastung für die stark belasteten Strecken Osnabrück-Bremen im Westen und Minden-Nienburg im Osten, sowohl für den Güter- als auch für den Personenverkehr, darstelle. »Mit der jetzt geplanten Entwidmung der Strecke, die von Nienburg nach Sulingen führt, wird nach Ansicht der Stadträte die Chance auf eine flexible Führung von Entlastungsstrecken dauerhaft vertan. Es steht damit zu befürchten, dass in der Folge auch das Teilstück Ströhen-Sulingen der Strecke Bünde-Bassum freigestellt wird«, befürchtet Rahe.

Kleine Anfrage

Deshalb stellte er die Kleine Anfrage: Rahe möchte unter anderem wissen, ob die Landesregierung die Forderung der Städte Espelkamp und Rahden zum Erhalt der Bahnstrecke Bünde-Bassum unterstützt und ob es Vereinbarungen zwischen NRW und Niedersachsen zum Erhalt von Schienenstrecken über die Landesgrenzen hinweg gibt oder dazu bereits konkrete Absprachen vorliegen. Außerdem ging es ihm noch um Fragen zu den Kosten. Eine Antwort erwartet der Landtagsabgeordnete aus Hüllhorst noch im August.

Koalition für Reaktivierung

Auf eine Nachfrage im Düsseldorfer Büro der heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Bianca Winkelmann hieß es: »Die NRW-Koalition aus CDU und FDP hat sich für die Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken stark gemacht.«

»Bahn schadet Klima«

Auch der für OWL zuständige Bundestagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE, Friedrich Straetmanns, meldete sich zu diesem Thema zu Wort: »Weltweit protestieren Menschen gegen klimaschädlichen Individualverkehr, Politikerinnen aller Ebenen beklagen den Bevölkerungsschwund in ländlichen Regionen, private Initiativen bilden sich, um ehrenamtlich Mobilität zu gewährleisten – und die Deutsche Bahn?«, fragt Straetmanns sich. Der bundeseigene Konzern schwäche die ländlichen Gebiete durch Auseinanderbauen des Schienenverkehrsnetzes, nehme mehr Abgase in Kauf und ignoriere die Forderungen der Bürger, den Personenverkehr am Sulinger Kreuz wiederzubeleben«, kommentiert der Bundestagsabgeordnete.

»Land wird geschwächt«

»Etwa 47 Millionen Menschen leben bundesweit in ländlichen Regionen, die etwa 90 Prozent der Fläche Deutschlands ausmachen. Wie kann der Mensch möglichst klimafreundlich leben, wenn er schon zum Arbeiten und Einkaufen ein Auto benötigt?«, heißt es in der Stellungnahme weiter. Die Entkopplung von ländlichen Gebieten sei der falscheste Weg, den die Deutsche Bahn nur einschlagen könne. »Letztlich bleibt zu hoffen, dass sich die Bahn die Resolutionen der Kommunen wie Rahden genau durchliest und von der Entwidmung Abstand nimmt«, mahnt Straetmanns.

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