Sa., 17.08.2019

Immer wieder Ärger mit Randalierern Landfrauen schmücken bunte Räder mit Blumen

Das Fahrrad am Rathaus präsentiert sich unversehrt und auch die Blumen sind in einem guten Zustand,

Das Fahrrad am Rathaus präsentiert sich unversehrt und auch die Blumen sind in einem guten Zustand, Foto: Elke Bösch

Von Elke Bösch

Rahden (WB). Es ist immer wieder ein schöner Anblick, aber es kostet auch Geld und vor allen Dingen viel Zeit. Das nehmen die Rahdener Landfrauen aber gern in Kauf, denn ihre bunten Räder mit den Sommerblumen verschönern das Stadtbild. Landfrau Ulrike Kokemor kümmert sich um die Organisation des »Fahrradprojektes«. »Wir haben nicht mehr so viele Räder wie zu Anfang aufgestellt«, berichtet Kokemor und sie sei sehr erfreut gewesen, dass sich elf Mitglieder bereit gefunden hätten, die Aufgabe, Blumen und Räder zu betreuen, zu übernehmen.

Fahrräder zerstört

Natürlich ärgern sich die Frauen wenn – wie am Montag berichtet – ein Fahrrad zerstört wird und auch an der Fleischerei Schröder sollen die Blumen herausgerissen worden sein. Und jetzt kämpfen die Frauen mit einem weiteren Problem: dem Wetter. »Die Sonne ist so heiß und auch die heftigen Regenschauer sind dem Blumen nicht zuträglich. Wir gießen morgens und abends und trotzdem sieht es nach einer Weile nicht mehr so schön aus«, bedauert Ulrike Kokemor. Jetzt überlege man, ob man die Anzahl der Räder nicht reduziere, zumal ja auch welche kaputt gingen.

Irma Meyer erinnert sich

Ein Ersatzrad ist übrigens schon in Wartestellung. Es steht bei Irma Meyer, ehemals im Vorstand der Landfrauen und Initiatorin der Aktion. Sie erinnert sich gern an die Anfänge. Das war im Jahr 2010, der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Da haben wir bei einem Ausflug in der Nähe von Ibbenbüren bunte Räder mit Sommerblumen gesehen. Ich habe im Vorstand vorgeschlagen: ›Das machen wir auch‹.« Die Stadt hatte nichts dagegen und am Rathaus stellten die Landfrauen das erste Rad auf. »Das haben wir Schwarz-Rot -Gold angestrichen.« Im Vorfeld musste viel organisiert werden. »Wir haben Räder gesucht, von Hannelore Wlecke bekamen wir einen leeren Laden. Dort konnten wir streichen. Traktoren brachten die Räder an ihre Standorte und der damalige Bürgermeister Bernd Hachmann war so angetan, dass er uns als Dankeschön zu Kaffee und Kuchen ins Rathaus einlud«, erinnert sich Irma Meyer.

»Der neue Vorstand wird im September über die Entwicklung sprechen. Wir lassen die Räder bepflanzen und das kostet Geld, aber wenn eben möglich, soll die Aktion weitergehen«, kündigt Ulrike Kokemor an.

Dazu ein Kommentar von Elke Bösch

Warum gibt es Menschen, die zerstören, was andere ganz uneigennützig und ehrenamtlich für die Allgemeinheit geschaffen haben? Das fragt man sich wieder angesichts des Vorfalls in Stelle. Wie kommen Leute auf die Idee, ein mit Blumen geschmücktes Fahrrad zu beschädigen, ja sogar mit roher Gewalt ein ganzes Verkehrsschild gleich mit aus dem Boden zu reißen? Mit Streich oder Schabernack hat solch eine Tat nichts mehr zu tun. Und auch Alkoholgenuss ist keine Entschuldigung. Es gibt auch beschwipst bis betrunken keine Freifahrtkarte für Randale. Schade ist es nur, dass manch einem der Respekt vor dem Eigentum anderer völlig abhanden gekommen ist. Man denke nur an die durch Graffiti verschandelten Mauern und Wände, die mit viel Aufwand und hohen Kosten wieder hergestellt werden müssen. Schlimm ist, dass diese Sachbeschädigungen oft keine Konsequenzen nach sich ziehen, denn die Übeltäter werden selten geschnappt und wenn – dann gibt es höchstens einen Klaps auf die Finger. Das schreckt nicht ab vor der nächsten Sprühtour, oder dem nächsten Fahrrad, das man zerlegen kann. Aber was soll man tun? Wie soll man solche Täter von ihren strafbaren Handlungen abhalten? Ehrlich, keine Ahnung. Das wird wohl nicht das letzte Fahrrad gewesen sein, das Ziel von zerstörungswilligen Menschen sein wird, leider. Den Landfrauen sei jedenfalls Dank gesagt für ihr Engagement und es bleibt zu hoffen, dass auch im nächsten Sommer wieder mit bunten Blumen dekorierte bunte Fahrräder in Rahden »Gute Fahrt« wünschen.

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