Mo., 19.08.2019

Förster erklären Rahdener Kindern die Bedeutung von Bäumen und Tieren »Der Wald zeigt Schäden«

Ganz genau haben sich die Kinder den gefundenen Mistkäfer angeschaut, den Norbert Schmelz hier zeigt.

Ganz genau haben sich die Kinder den gefundenen Mistkäfer angeschaut, den Norbert Schmelz hier zeigt. Foto: Michael Nichau

Von Michael Nichau

Rahden (WB). »Wir sehen uns mal das an, was auf dem Weg liegt«, hat Förster Norbert Schmelz den Mädchen und Jungen in Tonnenheide gesagt. Knapp 30 Kinder sind dort mit den beiden Förstern Schmelz und Peter Heidmeier in den Wald gegangen, um sich Bäume, Pflanzen und Tiere aus der Nähe anzuschauen.

Heidmeier ist zuständig für die Bereiche Espelkamp, Tonnenheide und Hüllhorst. Schmelz betreut den Wald in Stemwede und den Rest von Rahden. Die Erkundung des Waldes an der Brandheide in Tonnenheide war eine Aktion des Rassegeflügelzuchtvereins Tonnenheide, der auch elf Betreuer für die kleine Exkursion stellte.

Genau hingeschaut

»Pflanzen und Tiere werden wir uns ansehen«, machte Peter Heidmeier den Kindern Lust auf die Erkundung, die nach den Worten von Norbert Schmelz »mit allen Sinnen«, also Hören, Riechen und Berühren, erfolgen sollte.

Schäden durch Trockenheit

Dabei sparten die beiden Mitarbeiter des Betriebes »Wald und Holz Nordrhein Westfalen« das Thema der Waldschäden durch die anhaltende Trockenheit nicht aus. »Es hat doch geregnet«, meinte eines der Kinder. Doch Schmelz und Heidmeier machten deutlich, dass die Gesamtmenge der Niederschläge in diesem Jahr deutlich nicht ausreiche.

Die Folge: »Hier stehen Kiefer, Eiche und Buche. Einzelne Bäume sind ausgetrocknet und sterben ab. Das ist an der braunen Farbe der Baumkronen zu erkennen«, sagte Schmelz. Schäden würden zudem häufig an Birken und Fichten deutlich, ergänzte Heidmeier. »Die Bäume brauchen dringend Wasser«, sagten beide Förster. »Es wird sonst im Oktober und November nicht besser aussehen«, sagte Heidmeier für den Bereich Rahden und Stemwede.

Einzelbäume betroffen

Hier, so betonten beide Förster, seien nur einzelne Bäume von der Trockenheit betroffen. »In anderen Regionen, wo vorwiegend Fichten stehen, sterben ganze Waldstücke ab. Die Borkenkäfer kommen, vermehren sich immer stärker und schädigen dann auch den gesunden Bestand«, merkten die beiden Experten an.

Momentan würden sich die 18 Förster des Regionalamtes OWL mit Trocken- und Sturmschäden sowie der Borkenkäfervermehrung beschäftigen. Dazu müssten die Experten den Wald auch bewirtschaften und für gutes Holz sorgen, erklärten sie in Tonnenheide.

Mit dem Hund an der Leine

Nach einer kurzen Einführung ging es mit dem Försterhund »Barney« in den Wald. Dabei richteten die beiden Förster den Blick aus Sicherheitsgründen oft nach oben, denn an bestimmten Stellen könnten Äste durch die Trockenheit abfallen.

Beispiele gezeigt

»Die Bäume wachsen richtig schnell«, machte Schmelz am Vergleich einer »Babyeiche« mit einem etwa 60 Jahre alten Exemplar deutlich. Kiefernzapfen dienten dazu, die Vermehrung der Bäume in der freien Natur zu erklären und auch über die Nadeln der Bäume durften die Mädchen und Jungen viel erfahren.

»Ein simples Blatt ist schon ein kleinen Kunstwerk«, erklärte Schmelz die Funktion der »Kraftwerke« des Baumes, die im Herbst abfallen, zu Humus werden und letztlich den Baum wieder ernähren.

Alles im Einklang

Alles bewege sich – normalerweise– im Einklang, sagten die beiden Förster. So hätten auch die kleinsten Waldbewohner, die Insekten, ihre ganz eigenen Aufgaben. Etwa der Mistkäfer: Er gräbt Röhren in den Waldboden und füllt diese mit Ausscheidungen von Tieren auf, legt dann seine Eier dort hinein, um Nachwuchs zu erhalten. Die gefundenen Mistkäfer wurden von den Kindern ganz genau betrachtet.

Sinnvolle Helfer

Und auch Pilze hätten ihre Funktion bei der Zersetzung der Blätter: Man erkenne sie am Geruch und an weißen Ablagerungen in der frisch entstehenden Erde. »Hier haben sie genug Nahrung«,. erklärte Schmelz.

Immer ging es spielerisch zu Sache und auch Försterhund »Barney« hatte viel zu tun: Er durfte von den Kindern an der Leine geführt werden und wies – fast immer – den richtigen Weg zur Getränkepause durch das Gehölz an der Brandheide und zum anschließenden Würstchen-Grillen.

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