Fr., 11.10.2019

Diplom-Ingenieur möchte ins Rahdener Rathaus ziehen SPD stellt Udo Högemeier als Bürgermeisterkandidat vor

Torsten Kuhlmann (von links) und Dorothee Brandt haben Udo Högemeier vorgestellt .

Torsten Kuhlmann (von links) und Dorothee Brandt haben Udo Högemeier vorgestellt . Foto: Elke Bösch

Rahden (WB/bös). Udo Högemeier kandidiert für die Rahdener SPD. Er möchte bei den Kommunalwahlen am 13. September 2020 Bürgermeister werden. Am Freitag haben ihn der Stadtverbandsvorsitzende Torsten Kuhlmann und Fraktionschefin Dorothee Brandt im Westfalen-Hof vorgestellt.

»Da die CDU bereits Dr. Bert Honsel als ihren Kandidaten benannt hat, haben die Rahdener eine echte Wahl zwischen verschiedenen demokratischen Bewerbern«, betonte Kuhlmann. Udo Högemeier sei Rahdener seit mehr als 50 Jahren, ist hier im örtlichen Leben und den Vereinen verwurzelt. »Er konnte viel Erfahrung in der kommunalpolitischen Sacharbeit in mehreren Ratsausschüssen sammeln und genießt eine hohe Wertschätzung auch bei Mitgliedern anderer Parteien«, berichtete Kuhlmann.

An der Hochschule tätig

Udo Högemeier arbeitet als Diplom-Ingenieur mit dem Schwerpunkt Energietechnik an der Hochschule Osnabrück. »Er ist an die Arbeit im Team und mit jungen Menschen gewohnt. In das Amt des Bürgermeisters kann er damit viel Lebens- und Berufserfahrung einbringen, die er außerhalb der kommunalen Selbstverwaltung gewonnen hat«, ist Kuhlmann überzeugt. Udo Högemeier könne »frischen Wind« und neue Ideen in die gewohnten Verwaltungsabläufe bringen.

Fachmann für Energie

Mit dem ausgewiesenen Fachmann Udo Högemeier wolle die SPD die Handlungsfelder Energiewende, Umweltschutz und Mobilität im ländlichen Raum deutlich vorantreiben. Auch die Gemeinden und speziell die Stadt Rahden seien in hohem Maße gefordert, wenn die Klimaziele für Deutschland erreicht werden sollten. »Um hier einen Überschuss an erneuerbaren Energien und drastische Energieeinsparungen zu gewährleisten, bedarf es kompetenter und zielstrebiger Kleinarbeit vor Ort statt purer Willensbekundungen und allgemeiner Szenarien«, hieß es bei der Vorstellung. Und zupackende Kommunalpolitiker müssten dafür Sorge tragen, dass die Menschen dabei nicht überfordert würden. »Mit dem Sozialdemokraten Udo Högemeier, der die Dinge deutlich anspricht und gezielte Impulse setzt, steht hierfür ein passender Bewerber zur Verfügung.«

Fairer Wahlkampf

Dorothee Brandt betonte, dass die SPD und ihr Kandidat großen Wert auf einen sachbetonten Wahlkampf ohne persönliche Herabsetzung des oder der Gegenkandidaten setzen. »Wir werden dem jetzigen Bürgermeister auch im Wahlkampf mit Respekt begegnen. In der Amtszeit von Dr. Honsel wurde im Rat der Stadt Rahden gemeinsam, also auch mit uns, viel erreicht. Ein Bürgermeister Udo Högemeier würde hier nicht alles anders, aber vieles noch zielgenauer und sozial gerechter machen«, kündigte Brandt an.

Dieser politischen Nominierung wird im nächsten Frühjahr im Zusammenhang mit der Aufstellung der Ratskandidaten und der Verabschiedung eines Wahlprogramms die kommunalrechtliche Nominierung folgen.

Das sagt der Bewerber

Auch der Kandidat selbst ergriff das Wort. Högemeier, der vor zehn Jahren in die SPD eintrat, sieht seinen Lebenmittelpunkt in Rahden. Hier wohnt er mit Lebensgefährtin und Kindern in Kleinendorf, spielte beim TuS »Schwarz-Weiß« Wehe 20 Jahre Handball und war in Vereinsvorständen aktiv. Er besuchte die Grundschule Rahden und das Söderblom-Gymnasium Espelkamp, absolvierte eine Ausbildung zum Physikalisch Technischen Assistenten und später ein Studium der Elektrotechnik an der Fachhochschule Osnabrück. Was dort unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Laborbereich »Elektrische Energietechnik« tätig. Auch sein privates Arbeitsgebiet liegt in der dezentralen Energieversorgung, die er auch zuhause mit Blockheizkraftwerk, Fotovoltaik und Speicher lebt.

Die Parteifreunde

Die Entscheidung zur Kandidatur habe er sich nicht leicht gemacht. Für Rahden möchte er die Energiewende umsetzen und auch die Windenergie nutzen, aber so, »dass nicht einige profitieren und andere leiden«. Ratsmitglied Günter Meyer zeigte sich erfreut, einen Kandidaten ins Rennen zu schicken, der mit anderen Ideen kommt, als die bisherigen Bürgermeister als Juristen mitgebracht hätten. »Udo Högemeier steht mitten im Leben. Mit ihm haben wir etwas zu bieten.« Nicht-Juristen könnten Verwaltung führen, dass das funktioniere, sehe man an Heinrich Vieker in Espelkamp. Bürgermeister könnten auf Fachbereichsleiter und Fachpersonal zurückgreifen. »Auch für den Klimawandel brauchen wir den richtigen Klimawandel brauchen wir den richtigen Mann.« Horst-Wilhelm Bruhn hält Högemeier für den richtigen Kandidaten, weil er unter anderem Kompetenz für die Digitalisierung mitbringt. Da müsse sich die Verwaltungsspitze mehr einbringen.

Die anderen Fraktionen

Die CDU hat sich für Dr. Honsel ausgesprochen, Gundel Schmidt- Tschech nicht zu erreichen, hatte aber bereits vor einiger Zeit bekundet, die UfR werde Honsel unterstützen. Grüne, FDP und FWG wollen sich noch nicht festlegen. Bert Honsel selbst ist sich sicher, dass es mit Högemeier fairen Wahlkampf geben wird.

Kommentar

Die SPD hat dreimal mit einem Kandidaten von außerhalb versucht, das Bürgermeisteramt zu holen. Alle drei Versuche scheiterten. Besonders groß war die Enttäuschung, als trotz des Viererbündnisses und der sympathischen Kandidatin Bela Lande Bert Honsel die Wahlen mehr als deutlich für sich entschied. Jetzt hat man gelernt – »auswärtig« zieht in Rahden scheinbar nicht und präsentiert ein »Eigengewächs« mit tiefen Wurzeln in seiner Heimatstadt. Die Rahdener dürfen sich deshalb auf einen spannenden Wahlkampf freuen – sich zumindest unter zwei Bewerbern entscheiden. Spannend auch, was die anderen Fraktionen entscheiden. Die UfR hat sich pro Honsel positioniert. FDP, Grüne und FWG wollen noch beraten, den Kandidaten zuerst treffen. Elke Bösch

 

 

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