Do., 17.10.2019

Gkioulsoum Aktan tritt in Gemeinschaftspraxis mit Siegfried John ein Rahden hat eine neue Ärztin

Blumen für die neue Ärztin: Dr. Siegfired John freut sich, mit Gkioulsoum Aktan eine neue Kraft in die neu gegründete Gemeinschaftspraxis in Rahden-Kleinendorf zu bekommen. Das Praxisschild kommt wohl in den nächsten Tagen an.

Blumen für die neue Ärztin: Dr. Siegfired John freut sich, mit Gkioulsoum Aktan eine neue Kraft in die neu gegründete Gemeinschaftspraxis in Rahden-Kleinendorf zu bekommen. Das Praxisschild kommt wohl in den nächsten Tagen an. Foto: Michael Nichau

Von Michael Nichau

Rahden (WB). »Wir sprechen deutsch, plattdeutsch, russisch, englisch und jetzt auch türkisch«, sagt Siegfried John. Der Allgemeinmediziner aus Rahden hat mit Gkioulsoum Aktan eine Verstärkung für seine Arztpraxis in Schröers Kamp in Kleinendorf gefunden.

»Das ist ein echter Glücksfall und es hat alles perfekt geklappt«, sagt John zum Aufbau seiner neuen Gemeinschaftspraxis. Gestern hat die 42-jährige Fachärztin für Allgemeinmedizin ihre Tätigkeit in der Praxis aufgenommen und wurde von John mit einem Blumenstrauß willkommen geheißen.

Aus der Region

»Sie kommt auch unserer Region und kehrt wieder hierher zurück«, kommentierte er einen weiteren Vorzug der Medizinerin, die in ihrer Teenagerzeit aus Griechenland (Thrakien) nach Espelkamp kam und dort aufwuchs. »Sie passt hierher«, lautet der Kommentar von Siegfried John, selbst Jahrgang 1953, der 1985 als Nachfolger von Dr. Pich in Ströhen zu praktizieren begann und später nach Rahden zog.

»Ich habe mein Studium im Bochum absolviert und dort im Ruhrgebiet knappe 16 Jahre gelebt und gearbeitet. Seit Oktober bin ich nun wieder hier«, freut sich die Medizinerin, nach ihrem Umzug nach Oppenwehe im Nahbereich eine Stelle gefunden zu haben. »Sie habe langfristig wieder in die heimische Region zurück gewollt.

Mehrere Anrufe

»Ich habe bei mehreren Ärzten in der Region angerufen und einfach gefragt, ob sie eine Verstärkung benötigen. Und hier bei Dr. John hat es eben geklappt«, erzählt Aktan. Nach einem ersten Gespräch habe man sich entschieden, zukünftig zusammen zu arbeiten. Und auch die Formalitäten mit der Kassenärztlichen Vereinigung hätten reibungslos geklappt.

»Gut, wir haben einen günstigen Zeitpunkt erwischt, sind persönlich dorthin gefahren und haben die Unterlagen eingereicht«, berichtet John. Und so wurde es für die Ärztin – sie ist verheiratet und hat zwei Kinder – doch zu einer »relativ kurzfristigen Sache«. Erst seit August liefen die Verhandlungen. »Die Entscheidung über die Zulassung fiel am 18. September«, erläutert John.

Zeitdruck hat sich ergeben

Somit hätte sich doch ein gewisser Zeitdruck ergeben, um die Gemeinschaftspraxis bis zum gestrigen Tag ins Leben zu rufen. Jetzt wartet das Team um die beiden Ärzte auf das neue Praxisschild und einheitliche Bekleidung für die Belegschaft, zu der neun weitere Angestellte in Voll- und Teilzeit gehören.

Gkioulsoum Aktan hat ihren ersten Tag in der Praxis nun hinter sich. »Es macht Spaß«, sagt die Oppenweherin, die in der Freizeit gern Sport treibt. Ihre Vorliebe gilt hier dem Badminton.

»Ich habe als Ärztin besonderes Interesse an der Naturheilkunde und möchte da mein Wissen noch weiter ausbauen«, blickt sie in die Zukunft.

Bewerber auch abgelehnt

»Ich habe schon mehrere Anfragen von Ärzten erhalten, die bei mir einsteigen wollten.«, sagt ihr neuer Kollege Siegfried John. »Die haben aber von ihrer Mentalität her nicht nach Rahden gepasst«, berichtete John über seine Suche nach Verstärkung.

Gkioulsoum Aktan hat sich in den wenigen Stunden bereits ganz gut eingelebt. Dabei haben ihr auch die Mitglieder des Teams um Siegfried John geholfen. Und auch bei den Patienten, die John seit Jahrzehnten kennen, scheint die humorvolle Allgemeinmedizinerin gut anzukommen

KOMMENTAR

Eine neue Ärztin in Rahden. Das ist in dieser Zeit, wo über Ärztemangel auf dem Land vermehrt geklagt wird, enorm wichtig.

Hier kommt eine junge Frau aus ihrem ersten Wirkungskreis mit Erfahrung zurück in die Heimat, nach Rahden. Sie kennt die Mentalität der Menschen, weiß auch, wie die Patienten vor Ort »ticken«. Und auch Dr. John freut sich, ein wenig vom Stress der hoch frequentierten »Landarztpraxis« abgeben zu dürfen.

Es ist auch toll, dass alles mit der Zulassung der neuen Allgemeinmedizinerin in der Gemeinschaftspraxis so prompt geregelt werden konnte. Jetzt kann Erfahrung mit neuen Ideen zusammenarbeiten. Und: Eine neue Sprache, türkisch, kommt auch noch mit in die Sprechstunde. Das verspricht vielleicht auch neue Patienten.

Die allerdings wird die neue Gemeinschaftspraxis sowieso erhalten, suchen doch viele Menschen zum Beispiel auch aus Stemwede (nach dem Ruhestand von anderen Medizinern) dringend nach neuen und verlässlichen Hausärzten. So selbstverständlich wird man ja heute nicht in die Kartei aufgenommen. Das haben viele Patienten schon schmerzlich erfahren. Eine Gemeinschaftspraxis ist das, was junge Ärzte heute suchen. Hier kann im Notfall auch mal gegenseitig vertreten werden. Es bleibt vielleicht auch Zeit für eigene Interessen und Hobbys. Das alles lässt sich hier in Kleinendorf offenbar sehr gut an.

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