Unternehmen möchte an die Mindener Straße umziehen
Rat stimmt für Pläneder Firmen Neise und ATP

Rahden (WB). Neise und ATP wollen sich weiterentwickeln und sehen dazu an der Weher Straße keine Möglichkeit.

Samstag, 09.11.2019, 02:00 Uhr aktualisiert: 09.11.2019, 05:03 Uhr
Diesen Standort wollen Neise und ATP aufgeben. »Es gab wohl auch Querelen zwischen Verpächter und Pächtern«, meinte CDU-Ratsherr Wilhelm Kopmann in der Sitzung. Foto: Michael Nichau
Diesen Standort wollen Neise und ATP aufgeben. »Es gab wohl auch Querelen zwischen Verpächter und Pächtern«, meinte CDU-Ratsherr Wilhelm Kopmann in der Sitzung. Foto: Michael Nichau

Sie möchten auf einer Fläche am Eurofuchs an der Mindener Straße neu bauen. Dieses Vorhaben war schon Thema im Bauausschuss und wurde weder negativ noch positiv beschieden. Obwohl schon im Fachgremium Zustimmung für die Ausweisung eines Misch- oder Sondergebietes signalisiert wurde, kam es nicht zum Beschluss. Die Fraktionen sahen Beratungsbedarf. Doch am Donnerstag hat der Rat entschieden: Bei zwei Gegenstimmen von Bündnis90/Die Grünen gab es ein klares Votum für den Einstieg in die Planungen. »Wir haben ausführlich diskutiert. Die CDU stimmt zu. Es ist wichtig, diese Firmen hier zu halten«, kündigte Wilhelm Kopmann an. Zustimmung kam auch von der SPD: »Wir wollen diesen Firmen keine Steine in den Weg legen«, meinte Friedrich Schepsmeier. »Sie müssen in Rahden bleiben«. Gundel Schmidt-Tschech (UfR) würdigte die Risikobereitschaft der jungen Leute. Wo sie bleiben wollen, sei eine unternehmerische Entscheidung, die Stadt nur planerisch tätig. Thomas Möller (FDP): »Es wird viel Geld in Rahden investiert. Diese tolle Firma muss bleiben.«

Winrich Dodenhöft (Grüne) sah das anders. Er war zwar dafür, die Firmen in Rahden zu halten, aber es gebe doch Altstandorte. »Es wird doch alles nur noch mehr zugepflastert und immer mehr Gärten des Grauens entstehen.« Geeignete Leerstände gebe es gleich neben der gewünschten Fläche und auch im Industriegebiet-Ost sah er Entwicklungsmöglichkeiten. Unverständlich sei, warum nach ähnlichen Diskussionen vor anderthalb Jahren die Stadt nicht vermittelnd eingegriffen habe, kritisierte Dodenhöft. Zudem fragte er nach der Zukunft der Postfiliale bei Neise, die schon jetzt – zum Beispiel für Senioren – schlecht fußläufig zu erreichen sei. »Wir haben Gespräche geführt, Grundstücke überprüft und die Fläche an der Mindener Straße gefunden«, erklärte Fachbereichsleiter Dieter Drunagel. Doris Bölk (FWG): »Uns wäre ein Umzug in den Eurofuchs auch lieber gewesen, aber das Wichtigste ist, ATP und Neise bleiben in Rahden.«

Vor der Sitzung hatte Familie Neise als Verpächter Handzettel verteilt und darauf hingewiesen, dass die Firma Neise unbedingt an dem Standort erhalten bleiben müsse. Dort habe sie eine 85-jährige Tradition. Das riesige Gelände über 13.000 Quadratmeter sei zentral gelegen und fußläufig zu erreichen. Er habe einen Masterplan erstellt, in dem die Halle maßstabsgerecht, wie an der Mindener Straße geplant, auf das jetzige Gelände übertragen wurde. Das sei durchführbar und es bleibe noch viel Platz. Doch seine und Dodenhöfts Bedenken konnten den Rat nicht überzeugen.

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