Mo., 02.12.2019

„Rahdolf und Rahdinchen“ zerstört – Freude über Figuren währt nur kurz Rentierfrevel in Rahden

„Rahdolf und Rahdinchen“ (hier mit beschädigtem Geweih) sind beliebte Fotomotive mit Kindern gewesen. In der Nacht zu Samstag wurde eine Figur zerstört.

„Rahdolf und Rahdinchen“ (hier mit beschädigtem Geweih) sind beliebte Fotomotive mit Kindern gewesen. In der Nacht zu Samstag wurde eine Figur zerstört. Foto: Gewerbebund

Von Michael Nichau

Rahden (WB). „Rahdolf“ und „Rahdinchen“ haben ihre Taufe nicht lange überlebt. Am Freitagabend verkündete Michael Windhorst von der AG Weihnachtsmarkt des Gewerbebundes die Namen der gerade erworbenen Rentiere, die die neuen Symbole der „Dezemberträume“ hätten werden sollen. Sabine Pelka aus Espelkamp hatte die Namen ausgesucht und dafür ein Präsent erhalten.

Doch schon in der Nacht zu Samstag kam der erste Schock für die Organisatoren und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Rahdener Weihnachtsmarktes: Eine der Figuren, die bereits als Fotohintergrund für viele Rahdener diente, wurde umgetreten und zerstört. „Ein junger Erwachsener hat wohl unter Alkoholeinfluss gegen das Tier getreten, es umgeworfen und das Geweih ist abgebrochen“, schilderte Martin Wlecke, Vorsitzender des Gewerbebundes Rahden, den Vorfall.

Der Mann habe aber vom Sicherheitsdienst dingfest gemacht werden können. „Wir haben die Personalien und behalten uns vor, Strafanzeige zu stellen“, meinte Wlecke.

Am darauffolgenden Tag ging das zweite Rentier zu Bruch. Diesmal nicht mutwillig, sondern versehentlich. Dennoch: Der Schaden ist groß. Nicht nur finanziell, sondern auch moralisch für die Helfer.

Michael Windhorst und die Dezembertraum-AG sind stinksauer auf den Mann, der mutwillig das erste Rentier beschädigt hatte. Die Rentierfiguren aus der Vergangenheit seien ebenfalls gestohlen oder zerstört worden. „Wir haben richtig viel Geld investiert, um diese zu ersetzen“, sagte Martin Wlecke. Letztlich hätten die Ehrenamtlichen auch noch eigenen Einsatz gezeigt, um die Figuren aus den Niederlanden abzuholen, um die Transportkosten zu sparen. Der Schaden läage bei mehr als 1000 Euro.

„Hier wird unser Ehrenamt mit Füßen getreten“, meinte Windhorst dazu. Die Beschädigungen würden somit alle treffen, denn jetzt müssten auch neue Figuren erworben werden. „Ob wir die allerdings zu einem günstigen Preis bekommen werden, stelle ich in Frage“, sagte Martin Wlecke.

Die Begeisterung für die neuen Symbolfiguren war schon am Wochenende groß. Häufig wurden sie von Familien mit Kindern als Fotomotive genutzt. Zuletzt stand nur noch der Schlitten vor dem Festplatz. „Das haben wir dann absichtlich gemacht, um auf den Schaden aufmerksam zu machen“, meinte Wlecke, der sich ansonsten mit dem Verlauf des „großen Weihnachtsmarktes“ zufrieden zeigte. Jetzt freue man sich auf den „kleinen Weihnachtsmarkt“, der am Dienstag beginnt und bis zum 30. Dezember dauert.

Ein Kommentar von Michael Nichau

Muss denn so etwas sein? Nicht nur die Organisatoren und Mitarbeiter der „Dezemberträume“ sind aufgebracht über den „Rentierfrevel“. Mutwillige Zerstörung, mit oder ohne Alkoholeinfluss, zeigt eigentlich nur, dass manche Menschen Dinge, die selbstverständlich scheinen, nicht wirklich wertschätzen.

Und da ist es doch nur zu gut verständlich, dass die Ehrenamtlichen, die viel Herzblut daran gesetzt haben, diese neuen Rentiere auch kostengünstig nach Rahden zu bekommen, so richtig „angefressen“ und sauer sind. Allein von der moralischen Ebene ist es nicht zu tolerieren, dass so etwas geschieht und es ist absolut zu verurteilen.

Jetzt heißt es aber, nach vorne zu blicken. Es ist zu klären, ob die Figuren – aus welchem Material sie auch bestehen – vielleicht repariert werden können oder ob neue angeschafft werden müssen.

Im zweiten Fall des zweiten Rentiers, das durch Zufall umgefallen ist, würde die Haftpflichtversicherung der Eltern wohl eintreten, während der Gewerbebund bei der mutwilligen Zerstörung eventuell doch rechtliche Schritte einleiten muss.

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