Di., 14.01.2020

Hof Warner räumt beim 28. Jungzüchter-Vorführwettbewerb fünf erste Preise ab Mit Rindern im Rampenlicht

Mit der einjährigen „Esmee“ hat Lara-Sophie Röhling den ersten Preis beim diesjährigen Vorführwettbewerb in Hamm gewonnen. Außerdem siegte die 15-Jährige beim Scheren und wurde „Supreme Champion“. Mutter Tanja Röhling wurde bei den Senioren erste.

Mit der einjährigen „Esmee“ hat Lara-Sophie Röhling den ersten Preis beim diesjährigen Vorführwettbewerb in Hamm gewonnen. Außerdem siegte die 15-Jährige beim Scheren und wurde „Supreme Champion“. Mutter Tanja Röhling wurde bei den Senioren erste. Foto: Friederike Niemeyer

Von Friederike Niemeyer

Rahden (WB). „Übung macht den Meister.“ Diese Binsenweisheit gilt keineswegs nur für Menschen, sondern auch für Tiere. Das intensive Trainieren mit ihrem Holsteiner-Rind „Esmee“ hat sich für die 15-jährige Lara-Sophie Röhling nun ausgezahlt. Beim Vorführwettbewerb der Jungzüchter in Hamm lief die Einjährige so wunderbar ruhig und gerade an der Führleine der jungen Varlerin, dass die Jury diese Leistung mit dem ersten Preis in der Altersklasse zwei belohnte.

Etliche weitere Pokale für Lara-Sophie, ihre beiden Brüder und ihre Mutter kamen am Wochenende noch hinzu Ein toller Erfolg für den Hof Warner in Varl, der in diesem Jahr der einzige Betrieb aus dem Mühlenkreis in Hamm war.

Jungzüchter-Betreuer ist begeistert

„Einmalig“, sagte Johannes Hobrock zum Abschneiden der Familie Warner-Röhling. Der Bad Salzuflener war als Zuchtberater für die Rinder-Union West (RUW) tätig und fiebert bei den jährlichen Jungzüchtertagen immer noch mit dem Nachwuchs mit, der durch die Wettbewerbe Freude an der Zucht gewinnen soll. „Ich habe selten ein Mädchen gesehen, dass ein halbes Jahr lang mit einem Tier so geübt hat. Das ist schon etwas ganz Besonderes“, lobte er Lara-Sophie. Immerhin musste sich das Varler Mädchen mit 112 Teilnehmern aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland messen. „Alles hochmotivierte Kinder“, sagt Hobrock.

Lara-Sophie bleibt aber bescheiden. Zweieinhalb Monate habe sie intensiv mit „Esmee“ geübt, nachdem sie im Sommer mit den ersten Vorbereitungen begonnen habe, erzählt sie. Aus ihren sechs vorherigen Teilnahmen an diesem RUW-Wettbewerb weiß sie zudem, wie wichtig das Vertrauen zwischen Mensch und Tier ist, um im Rampenlicht bei der Vorführung zu bestehen.

Scheren ohne Streifen

In diesem Jahr hat sich Lara-Sophie auch zum Clipping-Wettbewerb angemeldet. Dabei geht es darum, ein Kalb in zwei Stunden komplett zu scheren und hübsch zu machen. „Etwa sechs Wochen vor dem Wettbewerb wird der Jährling schon einmal geschoren und dann gewaschen“, sagt die 15-Jährige. Vor der Jury muss sie das Fell des Tieres dann auf 1,5 Millimeter Haarlänge scheren. Mutter Tanja ergänzt: „Die Schwierigkeit besteht darin, sauber und ohne Streifen zu scheren.“ Lara-Sophie war in diesem Wettbewerb mit dem Kalb ihres Bruders, mit „Toffie“, am Start und holte sich mit 1,0 die Höchstnote und den ersten Platz. Und weil sie bei ihren drei Starts in den Wettbewerben Clipping, Vorführen und Tierbeurteilung 98,5 von 100 möglichen Punkten erzielte, darf sich Lara-Sophie Röhling nun auch „Supreme Champion“ nennen, also Gesamtsieger ihrer Altersklasse.

Bruder Len Luis (10) schaffte bei seiner dritten Teilnahme in Hamm im Vorführwettbewerb in der Bambini-Altersklasse der Sechs- bis Zwölfjährigen ebenfalls den Sieg, und nur knapp dahinter auf Platz drei landete Luc-Eric (8), das dritte der Röhling-Kinder. „Len war ganz begeistert“, berichtet Mutter Tanja Röhling. „Er hat sogar eine Nacht vor Ort im Stroh bei den Tieren geschlafen, um aufzupassen, dass sich die Rinder nicht dreckig machen.“

Auch die Mutter erfolgreich

Und auch die Mutter hat am Wochenende nicht nur unterstützend, sondern auch aktiv am Erfolg des Warner-Hofes mitgewirkt. Eigentlich sollte es nur ein Spaß sein, dass ihre Familie sie beim Senior-Cup angemeldet hat. Doch von den 23 Teilnehmern kam die Landwirtin offenbar am besten mit der Aufgabe zurecht, ein zugelostes Kalb so zu präsentieren, dass sie den Siegerpokal entgegen nehmen konnte. Und das unter den Augen ihrer Eltern. Die hüteten zwar daheim in Varl den Hof, nutzten aber das Live-Stream-Angebot der RUW und verfolgten den Wettbewerb am Bildschirm.

Nach all der Aufregung kehrt jetzt der Alltag wieder auf dem Hof Warner ein. „Und jetzt dürfen die Haare unserer Rinder auch wieder wachsen“, sagt Lara-Sophie mit einem Lachen.

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