Fr., 17.01.2020

Denkmalschutz und weitere Nutzung: Sind die Gebäude tatsächlich zu erhalten? Gutachter untersuchen Kirchring-Häuser

Ein Blick aus dem Fenster einer der Wohungen auf das Haus „Max und Moritz“. Die Fachwerkteile sind zum Teil herausgefallen oder wurden mit modernen Steinen aufgefüllt.

Ein Blick aus dem Fenster einer der Wohungen auf das Haus „Max und Moritz“. Die Fachwerkteile sind zum Teil herausgefallen oder wurden mit modernen Steinen aufgefüllt. Foto: Michael Nichau

Von Michael Nichau

Rahden (WB). Wie geht es weiter mit den zum Teil betagten Häusern am Kirchplatz in Rahden? Das letzte Wort hätten schlussendlich die Denkmalschützer vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe aus Münster, meinte Dieter Drunagel, Fachbereichsleiter Bauen und Stadtentwicklung in Rahden. Inzwischen sei man von Seiten der Stadt einen guten Schritt weiter: Alle drei Gebäude von Nummer 4 („Max und Moritz“) über Nummer 6 (Reinigung) bis 8 (Henke-Natura) seien von den bisherigen Eigentümern in den Besitz der Stadt Rahden übergegangen.

„Wir haben diese Häuser gekauft, um sie nach Aufstellung eines Sanierungs- und Nutzungskonzeptes an einen oder mehrere mögliche Investoren weiterzuveräußern“, erläuterte Drunagel dieser Zeitung. Über den Kaufpreis dürfe er nichts sagen, da dieser in nichtöffentlicher Sitzung des Rates besprochen wurde. „Es gibt dabei schutzwürdige Interessen der Verkäufer“, sagte Drunagel.

Die ehemaligen „Altstadtstuben“ seien inzwischen von einem privaten Investor sehr gut restauriert worden. Jetzt gehe es um den Kirchring zwischen Eisdiele (auch hier laufen die Arbeiten) und den „Altstadtstuben“. „Die Häuser bilden den wesentlichen Kern der Kirchringbebauung“, erläuterte Drunagel. Von dem Zustand der Gebäude hänge ab, ob sie erhalten und restauriert würden oder möglicherweise abgängig seien. „Die Untersuchungen sind offen“, sagte Drunagel und ließ sich auf keinerlei Spekulationen ein.

Ziel sei in jedem Fall eine Ausrichtung der Bebauung auf den sanierten und neu gestalteten Kirchplatz, ähnlich, wie der Eigentümer der Eisdiele sie derzeit vornehme. „Wir brauchen dazu aber Planungssicherheit“, sagte Drunagel. Daher setzte die Stadt auf eine unabhängige Bewertung des Bauzustandes und der Denkmaleigenschaften der Häuser. „Wichtig ist, dass wir dies in einer Hand haben. Das haben wir durch den Erwerb der Häuser gesichert“, erläuterte der Bauamtsleiter.

„Man muss sehen, wie sich die Bausubstanz darstellt. Sonst ist der Denkmalschutz gefährdet. Wir untersuchen Statik, Geschichte und auch mögliche Nutzungsaspekte der Häuser“, erklärte Bauamts-Mitarbeiter Manfred Cording. Inzwischen seien die Häuser leer geräumt, so dass die Untersuchungen erfolgen können.

„Ob eine Sanierung im Bestand möglich ist, wissen wir noch nicht“, machte Drunagel deutlich. Der Gebäudekomplex müsse außerdem im Zusammenhang betrachtet werden. Es komme zudem auf mögliche zukünftige Nutzungen an. „Es kann einen oder mehr Investoren oder Nutzer der Gebäude geben. Der Erhalt des historischen Kirchrings ist aber auch wichtig, um Fördermittel zu erhalten.“

Deshalb laufen die näheren Untersuchungen als Grundlage für die Bewertung des Bauzustandes und der Denkmaleigenschaften. „Diese bilden die Grundlage für das Sanierungs- und Nutzungskonzept“, sagte Drunagel.

Bei einem Rundgang wird deutlich: Hier ist ohne großen Aufwand wenig zu erreichen. Bröckelnder Putz, Feuchtigkeit in den Wänden, morsche Holzkonstruktionen und mangelnder Brandschutz sind die ersten Eindrücke.

Drunagel hält sich mit Schätzungen über das Alter der Häuser und möglicherweise älterer Fundamente zurück. Das sei Angelegenheit der Denkmalschützer.

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