Aktionsbündnis stellt seine Arbeit vor – Neue Bewertung wird angestrebt
„Ziel bleibt die Bahn-Reaktivierung“

Rahden (WB). Mit der Reaktivierung der Eisenbahnstrecke Bünde-Bassum hat sich der Wirtschaftsförderungsausschuss der Stadt Rahden in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Eingeladen waren Vertreter des Vereins „Aktionsbündnis Eisenbahnstrecke Bassum-Bünde“ (AEBB).

Donnerstag, 12.03.2020, 10:11 Uhr aktualisiert: 12.03.2020, 10:14 Uhr
Die Bahnstrecke wird von Rahden bis nach Ströhen für die Draisinen genutzt. In Niedersachsen ist sie weitgehend stillgelegt. Foto: Nichau
Die Bahnstrecke wird von Rahden bis nach Ströhen für die Draisinen genutzt. In Niedersachsen ist sie weitgehend stillgelegt. Foto: Nichau

Vorstandsmitglied Detlev Block referierte über die Ziele und die bisher erzielten Erfolge des Vereins mit Sitz in Bassum. Der gemeinnützige Verein hat auf die Fahnen geschrieben, „die Möglichkeiten des schienengebundenen Personennahverkehrs im öffentlichen Bewusstsein zu halten“. Ziel, so berichtete Block, sei die Reaktivierung der Bahnstrecke, die auch entlang Rahden nach Niedersachsen führt.

114 Mitglieder zählt der Verein. Dazu gehören unter anderem sechs Vereine und zehn Kommunen (davon ein Großteil aus Nordrhein-Westfalen). „Wir wollen an dieser Strecke festhalten, koste es was es wolle. Und das haben wir bisher geschafft“, sagte Detlev Block. Nicht immer sei dies einfach, zumal das AEEB ein „Theorieverein“ sei. „Eisenbahnstrecken kann man nicht so einfach reaktivieren“, gab er zu.

Dennoch bemüht sich der verein um die knapp 53,8 Kilometer lange Strecke, die zum Großteil auf niedersächsischem Gebiet liegt und die nach dem „Aus“ für den Personenverkehr (1994) im Jahr 1997 bis auf die Achse Diepholz-Sulingen (hier fahren Exxon-Züge) komplett stillgelegt wurde.

Das Aktionsbündnis reklamiert für sich, die Versteigerungen von Trassenteilen durch die DB-AG vorläufig gestoppt zu haben. „Nicht verhindern konnten wir den Verkauf im Bereich zwischen Mellinghausen und Siedenburg. Das hatte uns überrascht und wir konnten nicht reagieren“, erläuterte Block.

Dennoch habe das AEEB Entwidmungen von Streckenteilen – unter anderem zwischen Ströhen und Barenburg verhindern können.

Immer wieder sprach Block die Reaktivierung für den Personenverkehr an. Güterverkehr schloss auch er aus: „Für den Güterverkehr (etwa vom Tiefwasserhafen nach Süden) ist die Strecke baulich nicht geeignet“, gab er selbst zu. Und so schwebt den Ehrenamtlichen ein Personenverkehr mit einer Privatbahn vor.

„Ob die Deutsche Bahn das reaktiviert, ist fraglich. Vielleicht ergibt sich privat oder kommunal eine Möglichkeit. Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, sagte Block. Zuerst müsse man auch erheben, was ein Erwerb oder eine Pacht der Strecke sowie die Wiederherstellung mit allen Sicherheitsaspekten kosten würde, meinte er. Ziel des Vereins sei jetzt ein neues Bewertungsmodell, das den ländlichen Raum besser berücksichtige.

Ein eigenes Gutachten würde eine sechsstellige Summe kosten. „Das Resultat wäre, dass die Strecke erneut aus der Standardbewertung für eine Reaktivierung rausfliegen würde. Wir brauchen also neue Richtlinien“, meinte Block.

Die Bemühungen des Vereins fanden bei allen Fraktionen im Ausschuss Anerkennung. Vor allem der Erhalt der Bahntrasse wurde von den Ausschuss-Mitgliedern gelobt. Eine Reaktivierung sahen viele Mitglieder eher skeptisch.

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