Pläne für künftige Nutzung des historischen Gebäudes in Rahden in Arbeit
Burgruine wird aufgehübscht

Rahden (WB). Mit großem Gerät sind Mitarbeiter der Firma Paul Hanczuch vor einigen Tagen der Burgruine in der Nähe des Museumshofes zu Leibe gerückt. Diese musste nämlich von wildem Bewuchs befreit werden.

Dienstag, 28.04.2020, 06:00 Uhr
Mit einem Autokran haben sich Arbeiter, die das Grün von der Burgruine entfernt haben, Zugang verschafft. Um die Standfestigkeit der Mauern zu erhalten, muss diese Arbeit etwa zwei Mal pro Jahr vorgenommen werden. Foto:
Mit einem Autokran haben sich Arbeiter, die das Grün von der Burgruine entfernt haben, Zugang verschafft. Um die Standfestigkeit der Mauern zu erhalten, muss diese Arbeit etwa zwei Mal pro Jahr vorgenommen werden.

Ein bis zweimal im Jahr würde das routinemäßig geschehen, berichtet Lena Meyer, Tourismusbeauftragte der Stadt Rahden, auf Nachfrage dieser Zeitung. „Das ist notwendig, damit das Grün die Burg nicht ganz einnimmt und die Standfestigkeit gefährdet“, erklärt sie. Meist zum Frühjahr hin würden die Reinigungsmaßnahmen das erste Mal vorgenommen, damit die Burg zum Saisonbeginn für Wanderer und Besucher des Museumshofes wieder komplett sichtbar wird. Weil sie auf einem Rundweg auch für Spaziergänger liegt, ist sie ein beliebtes Ausflugsziel.

Neue Pläne zum Erhalt werden ausgearbeitet

Bereits seit einigen Jahren sind die Überreste des ehemaligen Wasserschlosses allerdings bereits durch einen Bauzaun abgesperrt. Dadurch solle laut der Tourismusbeauftragten vermieden werden, dass die Ruine betreten oder gar in ihr herumgeklettert wird. „Die Mauern sind auch so schon nicht mehr ganz so standfest“, begründet Lena Meyer diese Maßnahme.

Nicht nur die Ruine, sondern auch den Bauzaun davor, der den Zutritt verhindern soll, haben diverse Pflanzen über die Zeit hinweg in Beschlag genommen und zugewuchert.

Nicht nur die Ruine, sondern auch den Bauzaun davor, der den Zutritt verhindern soll, haben diverse Pflanzen über die Zeit hinweg in Beschlag genommen und zugewuchert.

Damit die Burgruine in naher Zukunft wieder besser als Denkmal fungieren kann, werde derzeit bereits ein Plan entwickelt, was mit der Ruine auf Dauer passieren soll, erzählt Meyer. „Wir stehen bei der Planung allerdings noch ganz am Anfang. Derzeit gibt es erste Gespräche mit dem Denkmalamt“, verrät sie.

Wann genau der Plan vorgestellt werden könnte, könne sie derzeit jedoch noch nicht abschätzen, sagt Lena Meyer. Aufgrund der derzeitigen Corona-Beschränkungen müssten nämlich auch die Treffen der zuständigen Arbeitsgruppe verschoben werden.

Die Burgruine hat eine lange Historie

Dass die Standfestigkeit der Burgruine mittlerweile nachlässt und Maßnahmen zum Erhalt des historischen Bauwerks in Angriff genommen werden müssen, begründet sich durch das hohe Alter des ehemaligen Wasserschlosses. Nach Angaben auf der Internetseite der Stadt Rahden soll dieses aus mehreren Gebäudeteilen bestanden haben und mehr als 570 Jahre alt sein. Ein Wappen der Familie Bussche, das auf der Rückseite des Hauptgebäudes zu sehen ist, deutet darauf hin. Denn die Familie Bussche soll zwischen 1391 und 1395 Pfandinhaber der Burg gewesen sein, die zu diesem Zeitpunkt somit bereits fertiggestellt gewesen sei. Insgesamt habe der Gebäudekomplex etwa 63 mal 53 Meter umfasst.

Die meiste Zeit soll das Schloss, das seinerzeit von einem großen Wassergraben umgeben war, als herrschaftliches Vorwerk und vorwiegend zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt worden sein. Zwischen 1575 und 1750 sollen vor allem Amtsmänner in dem Schloss gearbeitet haben.

Im Jahr 1711 seien dann in der Nähe des Gebäudes das Neue Amtshaus, zwei Wirtschaftsgebäude und ein Gefängnis erbaut worden – das heutige Gut Bock. Die Steine für die Grundmauern, so heißt es, seien aus den abgebrochenen Türmen der Burg gewonnen worden.

Die Rahdener Familie Bock soll 1829 das Neue Amtshaus erworben haben, an dessen Stelle das jetzige Schloß Rahden (Alterspension) steht. Die Burg, als letztes Gebäude des Schlosses, sei schließlich 1878/79 abgebrannt.

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