Martin Boelk aus Varlheide klärt über die Insekten auf und gibt Tipps für den Garten
Wilde Bienen brauchen Hilfe

Rahde-Varl (WB). Haben Sie gewusst, dass Hummeln auch zu den Wildbienen zählen? Das emsige Insekt liefert zwar keinen Honig, bestäubt aber unsere Pflanzen im Garten. Martin Boelk aus Varlheide beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Hummeln und Wildbienen und hat sich auf diesem Gebiet zu einem Spezialisten entwickelt.

Donnerstag, 30.04.2020, 07:00 Uhr
Hummeln, wie hier beispielsweise eine Steinhummeln auf einer Kornblume, gehören ebenfalls zu den Wildbienen. Zwar produziert sie keinen Honig, bestäubt dafür aber fleißig die Pflanzen in der Natur. Foto: Heidrun Mühlke
Hummeln, wie hier beispielsweise eine Steinhummeln auf einer Kornblume, gehören ebenfalls zu den Wildbienen. Zwar produziert sie keinen Honig, bestäubt dafür aber fleißig die Pflanzen in der Natur. Foto: Heidrun Mühlke

Auch mit der Biene verknüpfen die meisten Menschen das kleine summende Insekt, das für die Honiggewinnung wichtig ist. Dabei ist die Honigbiene nur eine von rund 580 Bienenarten, die es in Deutschland gibt. Die sogenannten Wildbienenarten. Neben der Honigbiene sind in Boelks Garten auch Harzbienen, Mauerbienen und einige Sorten mehr anzutreffen. Auch Hummelarten gibt es rund 30 verschiedene in Deutschland.

Hummeln starten früher

„Wir haben zwar keinen speziellen Wildblumengarten angelegt, sondern eher einen Staudengarten. Aber wir haben bei der Bepflanzung darauf geachtet, dass wir bienenfreundliche Pflanzen ausgesucht haben“, erzählt der Bienenfreund. Gefüllte Blüten seien grundsätzlich nichts für Bienen und Co. und das hätte er bei der Bepflanzung beachtet.

In seinem Garten hat Martin Boelk ein Insektenhotel aufgebaut. Das bietet den Insekten gute Brutmöglichkeiten.

In seinem Garten hat Martin Boelk ein Insektenhotel aufgebaut. Das bietet den Insekten gute Brutmöglichkeiten. Foto: Heidrun Mühlke

Wichtig seien die Hummeln im Garten, da sie bereits bei Temperaturen ab zwei Grad und auch bei schlechtem Wetter fliegen. Darum seien sie zum Beispiel für die Bestäubung von Obstbäumen und Gemüsepflanzen von größter Bedeutung.

„Es ist wichtig, dass die Hummeln und Wildbienen ausreichend Nahrung finden. Die modernen Kiesbeete sind natürlich nichts für die Insekten. Für mich gehören die verboten, in manchen Kommunen ist das schon so“, sagt Boelk. Gut geeignet sei ein einfaches Beet mit Balkanstorchschnabel, Sommerspire, Katzenminze sowie Polsterglockenblumen, zählt Boelk einige Beispiele auf.

Dramatischer Rückgang verzeichnet

Als ein Problem nennt der Bienenfreund spezielle Hummelzuchtanlagen. Dort werden sie gezüchtet und weiterverkauft, um in gewerblichen Gewächshäusern die Bestäubung zu fördern. Leider würden laut Boelk die gezüchteten Hummeln oftmals Krankheiten übertragen und sowieso seien einige Hummel- und Wildbienenarten vom Aussterben bedroht.

Wissenschaftler beobachten seit einigen Jahren einen dramatischen Rückgang der Populationen. Einige Arten gelten in manchen Regionen sogar bereits als ausgestorben. Als Gründe werden fehlende Futter- und Nistmöglichkeiten genannt.

Neben verschiedenen Pflanzen, die als Nektar- oder Pollenquelle dienen, können Gartenbesitzer auch mit sogenannten Insektenhotels den pelzigen Tierchen helfen.

Weitere Informationen

Interessierten empfiehlt Martin Boelk unter anderem die Internetseiten https://pollenhoeschen.de und http://www.wildbienen.de .

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