Ansturm auf Materialien zum Herstellen von Masken in Rahden
Bunte Stoffe sind gefragt

Rahden (WB). Veronika Dodenhöft, Inhaberin der Stoffboutique in Rahden, meldet eine sehr hohe Nachfrage nach bunten Baumwollstoffe. Dabei habe das Geschäftsleben während der vergangenen zwei Monate eher dem rasanten Auf und Ab einer Achterbahnfahrt geglichen, wie sie sagt.

Samstag, 09.05.2020, 07:00 Uhr
Veronika Dodenhöft, Inhaberin der Stoffboutique in Rahden, freut sich, dass sie ihren Kunden wieder viele bunte Baumwollstoffe für das Masken nähen anbieten kann. Zeitweise war die Nachfrage so groß, dass viele Stoffe ausverkauft waren. Foto: Heidrun Mühlke
Veronika Dodenhöft, Inhaberin der Stoffboutique in Rahden, freut sich, dass sie ihren Kunden wieder viele bunte Baumwollstoffe für das Masken nähen anbieten kann. Zeitweise war die Nachfrage so groß, dass viele Stoffe ausverkauft waren. Foto: Heidrun Mühlke

Mit dem Beginn der Corona-Pandemie musste Dodenhöft ihr Geschäft schließen. Nur Änderungen für Bekleidung durften mit genauer Anweisung, was gemacht werden muss, in einer Tüte an der Ladeneingangstür noch abgegeben und bearbeitet werden. Als sie im April ihre Geschäftsräume wieder öffnen durfte, habe dann der Run auf die bunten Baumwollstoffe begonnen, schildert die Inhaberin.

Lange Schlangen haben sich vor der Stoffboutique gebildet

Viele Hobbynäherinnen wollten sich und andere schützen und die so genannten Behelfs- oder Community-Masken nähen. „Ganz verrückt wurde die Situation mit der Ankündigung, dass das Tragen der Masken zur Pflicht für Jedermann wird“, erzählt Dodenhöft. Mit dem Wunsch, bunten Baumwollstoff, Nähgarn und Gummiband zu kaufen, seien die Menschen nach Rahden gekommen, erklärt sie weiter. Beim Einkauf in dem kleinen Geschäft war allerdings Geduld gefragt. Denn laut Vorschrift durften nur drei Kunden gleichzeitig im Laden sein.

Das bedeutete, dass sich draußen vor dem Geschäft lange Schlangen bildeten. „Wir bedienten zeitweise 120 Kunden pro Tag, darunter manche, die gleich fünf bis sechs Meter Stoff kauften“, erinnert sich die Geschäftsinhaberin, die einen solchen Andrang noch nie erlebt hat. Es habe Tage gegeben, da sei das Gummiband ausverkauft gewesen. Inzwischen hat Veronika Dodenhöft Nachschub bekommen. In der Rahdener Stoffboutique gibt es wieder viele bunte Baumwollstoffe sowie Gummiband. „Auch die Großhändler hatten Schwierigkeiten, den Bestellungen nachzukommen“, erzählt sie.

Geschäft verkauft auch fertige Masken

Anke Witter näht die bunten Behelfsmasken. Auch diese können in dem Rahdener Geschäft gekauft werden.

Anke Witter näht die bunten Behelfsmasken. Auch diese können in dem Rahdener Geschäft gekauft werden. Foto: Heidrun Mühlke

Fertige Masken gibt es in dem Stoffgeschäft ebenfalls zu kaufen. Die Näherinnen, die sonst für die Änderungen zuständig sind, hätten ununterbrochen gearbeitet, erzählt Dodenhöft; sogar in Heimarbeit, denn der riesigen Nachfrage hätten die Näherinnen kaum nachgekommen können. „Dadurch mussten wir keine Kurzarbeit anmelden“, sagt Veronika Dodenhöft.

Zeit zum Masken nähen hätten ihre fünf Mitarbeiterinnen auch deshalb gehabt, weil Änderungswünsche der Kunden für Kleidung zu Konfirmation, Abitursfeierlichkeiten oder Hochzeiten coronabedingt wegfielen.

Inzwischen hat sich die Lage im Geschäft aber wieder entspannt. „Wir verkaufen nach wie vor besonders den bunten Baumwollstoff sehr gut“, sagt Dodenhöft. Aber es würden sich keine langen Schlangen mehr bilden und mit dem vorgeschriebenen Abstand sowie Masken vor Nase und Mund könnten die Kunden in Ruhe aus der Vielzahl von Stoffen wählen, sagt die Inhaberin.

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