Rahdener Grüne mahnen Verabschiedung des städtischen Klimaschutzkonzepts an
„Wann hören die Menschen auf die Experten?“

Rahden (WB). Mit dem Thema Klimaschutz haben sich die Rahdener Grünen beschäftigt. „Gemeinsam mit Kreis und sieben Kommunen hat man im letzten Jahr ein integriertes Klimaschutzkonzept erarbeitet. Auch die Rahdener Verwaltung war aktiv daran beteiligt“, schreibt Fraktionsvorsitzender Winrich Dodenhöft.

Freitag, 29.05.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 05:02 Uhr
Das Renaturierungsgebiet an der Großen Aue ist in den Augen der Grünen ein Beispiel für eine Klimaschutz-Maßnahme. Die Dürrejahre fordern allerdings auch hier ihren Tribut. Foto:
Das Renaturierungsgebiet an der Großen Aue ist in den Augen der Grünen ein Beispiel für eine Klimaschutz-Maßnahme. Die Dürrejahre fordern allerdings auch hier ihren Tribut.

„Es kann und darf nicht sein, dass dieses Konzept bislang in den Rahdener Gremien weder vorgestellt noch verabschiedet wurde. Das Konzept ist mit konkreten Maßnahmen auch für Rahden hinterlegt, um wichtige Schritte gegen den Klimawandel einzuleiten. Die Rahdener Politik muss endlich handeln und sich damit auseinandersetzen. Klimaschutz muss auch hier vor Ort umgesetzt werden“, meint Dodenhöft.

Auch in Rahden führe der Verbrauch von immer mehr Flächen für Straßen, Gewerbeflächen und Häusern verstärkt zur Erwärmung und zu Grundwasserabsenkungen. Die Grünen fordern intelligente Flächennutzungskonzepte unter Zukunftsaspekten und eine ökologisch ausgerichtete Bauleitplanung.

„Das dritte Dürrejahr in Folge zeichnet sich ab. Vermutlich werden noch viele von den in den letzten Jahren geschwächten Bäumen absterben. Hier ist dringend ein Nachpflanzungs- und Wiederaufforstungskonzept mit widerstandsfähigen Bäumen notwendig“, fordert Dodenhöft. Aber auch für die Landwirtschaft könnte ein weiteres trockenes Jahr enorme Verluste bedeuten.

„In unserer Region haben wir in der Vergangenheit und leider auch in der Gegenwart viele Fehler gemacht. Die massive Entwässerung von Mooren und Feuchtwiesen hat zu einem starken Verlust vieler Tierarten geführt. Moore und Sümpfe sind jedoch ein wichtiger Speicher für Treibhausgase und ihr Erhalt ist lebensnotwendig“, sagt der Fraktionssprecher.

Zurzeit werde viel über systemrelevante Branchen geschrieben und gesprochen und Milliarden an Steuergeldern ausgegeben oder Zuschüsse aus diesen gefordert. Dabei werde allerdings nicht erwähnt, dass Land- und Forstwirtschaft sowie ein intaktes Ökosystem mindestens genauso systemrelevant seien.

„Über den existenzbedrohenden Klimawandel und den Verlust der Biodiversität hört man von den in der Verantwortung stehenden Politikern nichts“, meint Dodenhöft.

Biologen, Mediziner, Ökonomen und Ökosystemforscher haben im Namen von „Leopoldina“, der Deutschen Akademie der Naturforscher – einer der ältesten naturwissenschaftlichen und medizinischen Gelehrtengesellschaft der Welt – ein Diskussionspapier herausgeben. Darin warnen die Experten eindringlich vor den Folgen des globalen Artenverlustes.

„Wann fangen wir endlich an, auf diese Gelehrten zu hören und übernehmen die Verantwortung für unser aller Zukunft“, fragt Dodenhöft.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7427550?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516046%2F
Auch NRW-Regionen als Standort für Atommüll-Endlager geeignet
Symbolfoto. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker