Knappe Entscheidung im Rat: 18 zu 17 Stimmen für Investition
Wohnmobilplatz wird gebaut

Rahden (WB). SPD, FDP und UfR mahnten zur Vorsicht, was die Investition der Stadt in den neuen Wohnmobilstellplatz an der Gaststätte „Am Museumshof“ in Kleinendorf angeht. Doch mit einer knappen Mehrheit von 18 zu 17 Stimmen konnten sich die Befürworter (CDU und Bürgermeister) letztlich – ähnlich wie schon im Betriebsausschuss Straßen – durchsetzen.

Samstag, 30.05.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 30.05.2020, 05:02 Uhr
Hier wird wohl bald noch ein Wegweiser hinzukommen: „Reisemobil-Stellplätze“ am Museumshof in Kleinendorf. Foto: Michael Nichau
Hier wird wohl bald noch ein Wegweiser hinzukommen: „Reisemobil-Stellplätze“ am Museumshof in Kleinendorf. Foto: Michael Nichau

Also wird gut eine viertel Million Euro in das einhellig als tourismuswirksam eingeschätzte Projekt gesteckt. Hintergrund der Diskussion war der bereits gefasste Entschluss zum Bau des Platzes. Dieser wurde 2019 allerdings unter der Voraussetzung getroffen, dass Fördermittel fließen würden. Die allerdings fallen – nach Corona – weg. Die zugesicherten Mittel von 172.000 Euro muss die Stadt jetzt selbst aufbringen.

In den Augen von Bürgermeister und CDU-Fraktion kein Problem, denn die Mittel wurden für den Haushalt 2020 bereits eingeplant und stehen damit zur Verfügung.

Prognosen sind schlecht

Angesichts der negativen Haushaltsprognosen für 2021 und die Folgejahre mahnten die übrigen Fraktionen allerdings zur Vorsicht und zur Mäßigung, nachdem Bürgermeister Dr. Bert Honsel sich deutlich für die Verwirklichung des Neubaus stark machte. „Die touristische Nutzung ist ein wichtiger Baustein für die Stadt“, sagte er. Zudem hatte die Verwaltung Gespräche mit der Barre-Brauerei als Eigentümer der benachbarten Gaststätte geführt. Nach den Ausführungen Honsels hätte Barre in die Renovierung des Gebäudes investiert, nachdem eine Zusicherung zum Bau des Wohnmobilplatzes vorlag.

„Der Beschluss zum Bau wurde vor Corona gefasst, unter der Voraussetzung, dass Fördermittel kommen“, mahnte Friedrich Schepsmeier (SPD). Er blickte in die Zukunft und meinte, dass vor allem der Um- und Neubau der Sekundarschule Millionen verschlingen werden. „Dieses Geld (für den Stellplatz) brauchen wir an anderer Stelle“, machte er deutlich.

Auch Hans-Eckhard Meyer (FDP) meinte, das man der Bevölkerung Einsparungen am Sportplatz Brullfeld und am Schulhof der Grundschule kaum verständlich machen könne, wenn man dem Wohnmobilplatz den Vorrang geben würde.

Ulla Thielemann (CDU) sprach sich als Kleinendorferin für die Verwirklichung des Projektes aus: „Wir dürfen angesichts von Corona nicht in Stagnation verfallen. Es ist ein riesengroßer Bedarf nach Reisemobilplätzen da. Das kommt dem Tourismus in Rahden zugute“, meinte sie.

Aufarbeitung braucht Zeit

Bürgermeister Honsel betonte nochmals, dass man sich zur Aufarbeitung aller geplanten Rahdener Projekte Zeit nehmen und eine Priorisierung vornehmen müsse.

Horst-Wilhelm Bruhn (SPD) betonte die Grundhaltung seiner Fraktion: „Ich habe nur gesagt, lasst uns das sechs Monate schieben und sehen, wie es dann mit Zuschüssen aussieht“, mahnte er ebenso wie seine Fraktionskollegin Dorothee Brand: „Ein bisschen Vorsicht schadet da nicht.“

Auch Gundel Schmidt-Tschech (UfR) sprach sich für eine Prioritätensetzung aller Projekte aus. „Wir sollten eine Liste machen.“

„Wir haben das Geld“

Guido Peitsmeier (CDU) stimmte für die Verwirklichung: „Corona ist nicht das Ende der Welt. Alle Befürchtungen beziehen sich auf das Jahr 2021. In diesem Jahr haben wir das Geld“, meinte er. Zudem könne das Projekt pünktlich zu den Herbstferien fertig sein, wenn alles klappe.

Einig waren sich allerdings alle Fraktionen darüber, dass der Schulbau oberste Priorität habe. „Schlaflose Nächte können Sie sich am 18. Juni machen. Dann stellen wir das Schulbauprojekt und die Kosten vor“, meinte Bürgermeister Honsel.

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