Verhaltener Optimismus bei heimischen Reisebüros
„Es geht wieder los“

Rahden/Levern (WB). „Ich bin guter Dinge. Es geht weiter“, sagt Peter Durnio, Reisebürobetreiber in Rahden. Die Corona-Krise mit Reise-Absagen und -Beschränkungen hat ihre Spuren in dem heimischen Büro hinterlassen, zumal Durnio bereits im Vorjahr schon von der Pleite des Reiseunternehmes Thomas Cook gebeutelt war.

Donnerstag, 18.06.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 18.06.2020, 05:02 Uhr
Peter Durnio ist Inhaber des gleichnamigen Reisebüros in Rahden. Er blickt verhalten optimistisch in die Zukunft. Foto: Michael Nichau
Peter Durnio ist Inhaber des gleichnamigen Reisebüros in Rahden. Er blickt verhalten optimistisch in die Zukunft. Foto: Michael Nichau

„Irgendwie ist das Vertrauen der Leute in die Reiseveranstalter jetzt nicht mehr so vorhanden“, sagt Durnio. Er hat dennoch reichlich zu tun: Umbuchungen und Stornierungen. Reiseabschlüsse? „Das ist eher mau im Moment, läuft aber speziell für Ziele im Inland wieder an“, sagt er.

Allgemein würden die Kunden sehr verständnisvoll reagieren. Auch die von vielen Reiseveranstaltern ausgegebenen Gutscheine würden akzeptiert, wenngleich das Vertrauen – eben seit Thomas Cook – erschüttert sei. Viele Kunden würden der Sache nicht trauen: „Ist denn der Veranstalter im kommenden Jahr noch da, um den Gutschein einlösen zu können?“, würden viele fragen.

Dennoch spricht Durnio den Kunden aus Rahden ein großes Lob aus. Und auch im angegliederten Ladengeschäft für Tabak, Lotto und Genuss würden sich die Kunden durchweg an die Makenpflicht und den Mindestabstand halten, sagte er.

„Seit März ist das Reisegeschäft tot“, klagt der Rahdener Geschäftsmann. Gerade so sei im März seine Reisegruppe aus Marokko vor dem Corona-Shutdown noch zurück nach Deutschland gekommen. Das habe auch mit der individuellen Betreuung zu tun gehabt, meinte Durnio.

Urlaubsreisen mit Flug gingen derzeit gar nicht. „Die Leute sind einfach verunsichert, das ist meine persönliche Meinung. Keiner weiß, wie er mit seinen Buchungen wirklich dran ist, ob er im erneuten Krisenfall kostenfrei stornieren kann. Ich glaube aber, dass das Reisegeschäft jetzt wieder anziehen wird.“

Jetzt gehe es verhalten zu deutschen Zielen wieder los. Bevorzugt würden Küstenregionen, dabei nicht unbedingt die Inseln, aber auch Bayern. „Dennoch kann ich das Urlaubsjahr 2020 bald als erledigt betrachten“, räumt Durnio ein. Wir haben extreme Einbrüche erlebt und auch die Soforthilfe des Landes in Anspruch genommen. Das ist aber ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Die Reisebüro-Angestellten befänden sich in Kurzarbeit. „Kreuzfahrten – auch die mit Hurtigruten – sind bis 31. Juli komplett abgesagt.“

Das alles hat uns vor eine wirtschaftliche Herausforderung gestellt, denn das Ladengeschäft kann den Lebensunterhalt nicht sichern. Man muss aber nach vorn blicken, denn es muss ja auch weiter gehen“, sagt Peter Durnio.

Seine Frau Anja geht in der kommenden Woche auf eine Test-Reise: Sie unternimmt eine Fluss-Kreuzfahrt auf dem Rhein. „Mal sehen, was mich dort erwartet. ich möchte mal die Reisesituation unter Corona-Bedingungen testen“, sagt Anja Durnio. Man darf gespannt auf die Erfahrungen sein. „Nur so kann man die eigenen Kunden auch qualifiziert beraten“, meint sie.

Auch Durnios Kollegin Bianca Henke vom Reisebüro Vogt in Stemwede-Levern blickt zuversichtlich in die beginnende Urlaubssaison. „Auch nach drei Monaten verstärkter Häuslichkeit verspürt noch lange nicht jeder den Wunsch nach einer Reise in der Ferne“, sagt aber auch sie.

„In der momentanen Übergangsphase ist es meine Hauptaufgabe, unsere Kunden zu informieren und, ganz wichtig, die Angst zu nehmen. Als Reisebüro bekommen wir laufend Schulungen über die länderspezifischen Hygienemaßnahmen“, sagt die Leveranerin.

„Auch Flugreisen sind wieder möglich, die Airlines und Anbieter haben ihre Angebote beträchtlich aufgestockt. Wichtig ist dabei natürlich eine gute Vorbereitung, aber genau dafür sind wir als Reisebüro ja da“.

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