Antrag auf Abi-Abschluss mit Eltern im „Autokino“ gestellt
Feier auf Kolbus-Parkplatz

Rahden (WB). Wie feiert man in Corona-Zeiten sein Abitur? Ball oder Feten sind ja wegen der Abstands- und Hygieneregeln ausgeschlossen.

Freitag, 19.06.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 05:01 Uhr
So ähnlich kann es am kommenden Freitag wieder auf dem Kolbus-Parkplatz aussehen. Dort ist eine Abi-Feier geplant. Foto: WB-Archiv
So ähnlich kann es am kommenden Freitag wieder auf dem Kolbus-Parkplatz aussehen. Dort ist eine Abi-Feier geplant. Foto: WB-Archiv

„Eine offizielle Abschlussfeier wird es an unserer Schule in diesem Jahr nicht geben“, sagt Matthias Haverkamp, Schulleiter des Gymnasiums Rahden. „Das haben wir mit den Abiturienten bereits seit einiger Zeit besprochen. Die Schülerinnen und Schüler werden am Mittwoch kommender Woche in internen Prozeduren ihre Zeugnisse erhalten.

Die Abiturzeugnisse werden ohne jede Feierlichkeiten und Familien in der Schulaula übergeben. „Am 24. Juni erledigen wir den formalen Akt auf völlig unspektakuläre Weise“, sagt Oberstufenkoordinator Rainer Schnittger. Dafür werde die Stufe in drei Teile geteilt. „Wir sind dann mit etwa 45 Personen in der Aula. In den andern Jahren feierten wir auch an diesem Ort, aber dann mit 450 Personen.“ Für ihn die einzige sonst erlaubte Alternative: die Zeugnisse per Post zuzustellen.

Das habe man aber so nicht vorgesehen. Ein wenig persönlicher soll es zu diesem Anlass schon werden.

„Die Alternative wären mehrere Einzel-Veranstaltungen mit Eltern gewesen. Doch damit waren alle nicht so ganz glücklich“, kommentierte Haverkamp. Dass es eine Veranstaltung mit den Eltern geben solle, sei den Schülerinnen und Schülern aber enorm wichtig gewesen. Mit der Zeugnisausgabe verlassen sie die Schule, sind dann Privatleute. Und so wird es wohl am Freitag 26. Juni, eine Veranstaltung mit den Eltern im Autokino auf dem Kolbus Parkplatz geben.

Diese werde von der Firma „Concept4“ (Fritz Büntemeyer) aus Rahden ausgerichtet. Der Antrag für die Feier sei gestellt, hieß es bei der Nachfrage am Donnerstag. Bei der Feier handele es sich dann um eine Privatveranstaltung unter Einhaltung der Abstandsregeln, sagte die Schulleitung.

„Jeder Schüler kriegt dann einen kleinen Beitrag über den großen Bildschirm“, erläutert Rainer Schnittger. Auch Ehrungen und Reden fänden dort statt. Weil die Schüler bereits zwei Tage zuvor aus der Schule entlassen wurden und alles selbst organisiert haben, sei das eine völlig private Aktion – und damit erlaubt. Der Abi-Ball fiele in Rahden dafür ganz aus: „Das wäre vermutlich erst nächsten Sommer wieder möglich gewesen.“

„Mottowochen, Abiball und Abi­feten hat es in diesem Jahr nicht gegeben“, sagt auch Schulleiter Matthias Haverkamp. Insofern seien die Schüler, die heute, Freitag, ihre letzten Prüfungen absolvieren, schon „gebeutelt“.

„Die Abiturienten sind aber nicht wirklich benachteiligt: Die Bedingungen während der Prüfungen sind in diesem Jahr halt anders. Aber letztlich kennen die Schüler die ‚normalen‘ Abläufe ja gar nicht, empfinden den Prüfungsablauf als regulär.“

In der Vergangenheit hätten zwar Homeschooling und Betreuung über die Internetplattform der Schule eine bedeutende Rolle gespielt. „Dass die Abiturienten in diesem Jahr eine schlechtere Vorbereitungsmöglichkeit gehabt hätten, kann ich nicht sagen, denn der reguläre Unterricht ist bereits vor dem Lockdown beendet gewesen“, sagte Haverkamp. Es sei eher so gewesen, dass sie mehr Zeit gehabt hätten. Viele Schülerinnen und Schüler hätten ihm in Gesprächen auch gesagt, dass sie die Bedingungen der Abi-Prüfungen und -Vorbereitung nicht als schlimm empfunden hätten.

„Auch die Durchfall-Quote liegt durchaus im Normalbereich der vorhergehenden Jahre, soweit ich das ohne die Prüfungen am Freitag sagen kann“, meinte Haverkamp.

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