Bürgermeister Bert Honsel im Interview: „Sekundarschulneubau ist Herausforderung“
„Rahden muss weiter handeln können“

Rahden(WB). An diesem Donnerstag steht eine wichtige Entscheidung im Rat der Stadt Rahden an: In welcher Form soll der Anbau der Sekundarschule Rahden erfolgen und an welcher Stelle auf dem Gelände. Das müssen die Ratsmitglieder entscheiden. Grund genug für ein Interview mit Rahdens Bürgermeister Dr. Bert Honsel.

Mittwoch, 24.06.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 24.06.2020, 05:03 Uhr
Sorgenvoller Blick in die Zukunft: Rahdens Bürgermeister Bert Honsel schaut sich noch einmal die Pläne für den Neubau der Sekundarschule an. Foto: Michael Nichau
Sorgenvoller Blick in die Zukunft: Rahdens Bürgermeister Bert Honsel schaut sich noch einmal die Pläne für den Neubau der Sekundarschule an. Foto: Michael Nichau

 

14 Millionen für einen Schul-Anbau. Wie kann man das den Bürgern erklären?

Bert Honsel: Über 14 Millionen Euro wird am Donnerstag nicht entschieden. Das ist eine geschätzte Größenordnung der Planer für den so genannten Vollausbau der Sekundarschule. Die Planer haben sich dabei am Ausbaustandard der ehemaligen Hauptschule orientiert, der sehr gut ist. In der Ratssitzung geht es nicht um die Frage, wie der Neubau exakt in den technischen Details aussieht, sondern lediglich darum, wo die Erweiterung hin soll.

 

Kann man das nicht billiger bauen?

Honsel: Im zweiten Schritt – wenn sich der Rat denn entscheidet – wird über Ausschreibungen ermittelt, welchen Ausbauzustand man ansetzt. Bei diesem Prozess können sich tatsächlich noch Einsparungen ergeben.

 

Die Rede ist von einer späteren Belastung des Haushalts mit 600.000 Euro pro Jahr?

Honsel: Unbestritten wird ein Erweiterungsbau der Sekundarschule, der kommen muss, den Haushalt der Stadt Rahden über Jahrzehnte belasten, weil es sich um ein Millionenprojekt – vermutlich im zweistelligen Bereich – handelt. Allein die Investitionssumme und die Abschreibungen für ein solches Objekt werden den städtischen Haushalt über Jahre mit etwa 300.000 Euro jährlich belasten. Eine weitere Belastung des Haushalts ist abhängig davon, ob es eine kostenneutrale Nachnutzung des alten Realschulgebäudes geben kann. Es kommen mit dem Neubau weitere Bewirtschaftungskosten hinzu. Falls die alte Realschule über Jahre ungenutzt bliebe, wären das dann die weiteren 300.000 Euro pro Jahr an Betriebskosten für das Gebäude. Allein, wenn nicht der Vollausbau, sondern die Kostenoptimierte Variante beschlossen würde, ergäben sich schon deutlich niedrigere Belastungen für den Haushalt der Stadt Rahden.

 

Was deutet sich für die Zukunft das Realschul-Gebäude an?

Honsel: Es gibt aktuell einen potenziellen Interessenten für den Erwerb des alten Realschulgebäudes. Zunächst aber muss die Politik in Rahden entscheiden, was mit dem Gebäude in Zukunft geschehen soll. Sicher ist, dass die alte Realschule in jedem Fall für die Phase des Neuanbaus als Schulort weiter benutzt werden müsste. Das bedeutet, für etwa drei Jahre.

 

Der angesprochene „Campus-Gedanke“ scheint sich noch nicht bei den Schulleitungen durchgesetzt zu haben?

Honsel: Der „Campus-Gedanke“ ist ein zartes Pflänzchen und muss noch wachsen. Wichtig ist, dass die Handlungsfähigkeit der Stadt für die nächsten Jahrzehnte weiter gegeben sein muss. Wir haben als Stadt auch den Anspruch, dass für uns wertvolle und schöne Projekte – insbesondere in den Außenortschaften – in den kommenden Jahren und Jahrzehnten die Chance haben müssen, umgesetzt zu werden.

 

Muss man in Rahden auch Abstriche machen?

Honsel: Wir müssen in Rahden den Spagat beim Sekundarschul-Neubau hinbekommen: zwischen der schulischen Notwendigkeit und dem finanziell Machbaren. Was wann verwirklicht werden kann, muss wahrscheinlich der neu gewählte Rat im Rahmen eines Abwägungsprozesses entscheiden. Der Sekundarschul-Neubau muss kommen. Das müssen wir inklusive des Schulraumprogramms umsetzen. Wir müssen aber als Stadt finanziell handlungsfähig bleiben. Das ist das, was ich immer hervorgehoben habe. Die Stadt Rahden darf nicht in eine Haushaltssicherung abrutschen.

 

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