SPD setzt auf Klimaschutz – „Anlieger sollen Windräder selbst betreiben“
Udo Högemeier will siegen

Rahden (WB). Seit Dienstagabend ist es offiziell: Die SPD-Stadtwahlkreiskonferenz des Rahdener Stadtverbandes hat Udo Högemeier zum Bürgermeisterkandidaten gewählt. Der 57-jährige Diplom-Ingenieur, wissenschaftlicher Mitarbeiter im „Laborbereich elektrische Energietechnik“ der Hochschule Osnabrück, tritt im September bei der Kommunalwahl gegen den Amtsinhaber Dr. Bert Honsel (CDU) an.

Freitag, 10.07.2020, 05:00 Uhr
Udo Högemeier tritt für die SPD Rahden als Bürgermeisterkandidat an. Er stellte während der Stadtwahlkreiskonferenz sein Programm vor. Foto: Dieter Wehbrink
Udo Högemeier tritt für die SPD Rahden als Bürgermeisterkandidat an. Er stellte während der Stadtwahlkreiskonferenz sein Programm vor. Foto: Dieter Wehbrink

Überlegungen zur Kandidatur

Während der Konferenz umrissen der in Rahden wohnende Högemeier und die SPD Rahden ihre politischen Ziele. „Für meine Kandidatur waren folgende Überlegungen entscheidend: In einer funktionierenden Demokratie sollten die Wählerinnen und Wähler immer mehrere Alternativen haben“, sagte Högemeier. „Ein Wechsel an der Spitze der Verwaltung kann dabei zu anderen Ansätzen in der Rahdener Kommunalpolitik führen. Hinzu kommt, dass ich einen ganz anderen beruflichen Hintergrund habe als die bisherigen Amtsinhaber. Ich biete ein umfassendes technisches Wissen zur Bekämpfung der Klimakrise, habe ein kleines Gewerbe mit etwa 10.000 Euro Jahresumsatz und in Summe mehrjährige Erfahrung im Baubereich.“

In seinem täglichen Umgang mit Studierenden sei auch die Führung unterschiedlicher Charaktere für ihn kein Problem, sagte Högemeier. „In 20 Jahren Handballsport stellte ich zudem meine Teamfähigkeit – auch als gewählter Mannschaftskapitän – immer wieder unter Beweis.“

„Hidden Champions“

In der Zwischenzeit habe er die Kandidatur voll angenommen: „Es fängt an, mir richtig Spaß zu machen. Dabei ist mir die Begegnung und die Kommunikation mit den Bürgern ganz wichtig. Auch bei Firmenbesuchen konnte ich sehr interessante Informationen erhalten. Es ist schon erstaunlich, welche ‚Hidden Champions‘ in der Stadt Rahden angesiedelt sind und großartige Produkte im Programm haben.“ Auch die SPD habe in ihren Reihen „Hidden Champions“, sagte Högemeier. „Es muss uns im Wahlkampf gelingen, diese Champions und deren Programm bekannt zu machen.“

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten gehörten die Erweiterung der Sekundarschule, die Förderung der digitalen Infrastruktur und die Sicherstellung der Mobilität ohne eigenes Fahrzeug. Die Stadt müsse eine Prioritätenliste erstellen, „auf der die geplanten Investitionen aufgeführt und permanent den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden“, forderte Högemeier. „Bei Projekten zum Klimaschutz soll Bürgern das Mitmachen ermöglicht werden. Ich habe noch viel vor, um unsere Stadt nach vorne zu bringen.“

Sportlerweisheit

Diese Aufgabe benötige Teamgeist und Engagement und es liege in der Hand der Rahdener SPD, diese Kraft bis zum Wahltermin gemeinsam auf die Straße zu bringen. „Für mich gilt die alte Sportlerweisheit: ‚Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren‘“, sagte Högemeier und bat seine Parteigenossen um Unterstützung.

Noch bevor es zur schwierigen geheimen Abstimmung über die Reserveliste der SPD-Kandidaten für die Kommunalwahl kam (wir berichteten), richtete Högemeier – wohl auch mit Blick auf den schwelenden Streit in der SPD – einen Appell an die Versammlung: „Ihr entscheidet schon heute zumindest teilweise über die personelle Zusammensetzung der neuen Stadtratsfraktion. Dies sollte jedem bewusst sein, wenn man seine Kreuzchen macht. Da versteht es sich von selbst, dass man sich bei den Kandidaten fragt, wer für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in der kommenden Periode gut geeignet ist und dies schon in der Vergangenheit bewiesen hat.“

Beteiligung der Bürger

Das umfangreiche Wahlprogramm der Rahdener SPD widmet sich unter anderem dem Klimaschutz und dem Erhaltung der Artenvielfalt. „Bis 2025 wollen wir aus Sonne, Wind und Biomasse mehr Energie ‚ernten‘, als in Rahden verbraucht wird“, heißt es. „Die Stadt muss hierzu die Nutzung von Windkraft, Photovoltaik, Biomasse und anderen erneuerbaren Energien ideell und gegebenenfalls auch finanziell unterstützen beziehungsweise selbst organisieren.“ Speicherlösungen und ein effizienter Umgang mit Energie seien weitere unverzichtbare Bestandteile. Für Akzeptanz und praktische Umsetzung sei eine breite und frühzeitige Beteiligung der Bürger unerlässlich: „So werden zum Beispiel Windkraftanlagen dann gesellschaftliche Unterstützung erfahren, wenn sie von den Anliegern selbst betrieben werden.“

Mehr zum Wahlprogramm gibt es im Internet unter www.spd-rahden.de und www.udo-hoegemeier.de

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