Rahdener Kulturverein beginnt im September wieder mit Veranstaltungen
„Es geht wieder los“

Rahden (WB). „Es muss ja auch wieder los gehen.“ Das meint zumindest die Vorsitzende des Rahdener Kulturvereins Kul-Tür, Monika Büntemeyer. Zu Beginn des Jahres war die komplette Arbeit des Vereins gestoppt worden. Vier von sechs geplanten Veranstaltungen mussten ausfallen. „Wir haben praktisch unsere gesamte Arbeit eingestellt“, sagt die Vorsitzende.

Donnerstag, 30.07.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 30.07.2020, 05:04 Uhr
Vier Frauen und vier Saxophone präsentieren mit „Sistergold“ am 26. November ein mitreißendes Konzert. Foto:
Vier Frauen und vier Saxophone präsentieren mit „Sistergold“ am 26. November ein mitreißendes Konzert.

Jetzt soll aber das Programm des zweiten Halbjahres 2020 unter Corona-Hygienebedingungen wieder starten. „Wir haben im Vorstand intensiv diskutiert und ich habe mich dafür stark gemacht, dass wir das jetzt so durchziehen“, erläutert Büntemeyer im Gespräch mit dieser Zeitung.

„Es kann nicht sein, dass wir als Kulturverein so einfach abtauchen“, meint sie. Und so ist mittlerweile auch der Flyer mit dem Herbstprogramm gedruckt worden und liegt aus. „Das hat natürlich Geld gekostet und es kann sein, dass wir bei ungünstigen Corona-Infektionsbedingungen vieles wieder absagen müssen“, sagt die Vereins-Chefin.

„Aber wir dürfen wieder agieren und haben das mit dem Rahdener Ordnungsamt abgeklärt. Bei den meisten Veranstaltungen kommen eh nicht mehr als 100 Zuschauer. Und solche Veranstaltungen sind derzeit wieder – auch ohne 1,5 Meter Sicherheitsabstand und ohne Masken – in geschlossenen Räumen zulässig.“

Dazu gehöre – so erläutert Büntemeyer – ein umfassendes Hygienekonzept. „Natürlich sollen die Leute Masken mitbringen. Der Kartenverkauf erfolgt aber nur im Vorfeld und mit nummerierten Karten und Plätzen.“ So sei immer nachvollziehbar, wo wer gesessen habe.

„Wir möchten jetzt wieder anfangen, denn die Not der Künstler wird immer größer. Sie haben sonst keine Einnahmen“, betont die Kul-Tür-Vorsitzende. Die Politik müsse die Bühnen wieder öffnen. „Wir haben als kleiner Kulturverein zum Glück kein Theater mit laufenden Kosten zu bewirtschaften. Die Künstler waren sowieso schon gebucht und müssen bezahlt werden. Das Risiko ist nur: Kommen die Rahdener auch zu den angebotenen Terminen?“

Man könne die derzeitigen Beschränkungen und Absagen an die Kultur nicht über zwei oder mehr Jahre durchhalten. „Letztlich ist das Angebot ja freiwillig. Jeder kann entscheiden, ob er ein gewisses Risiko eingehen möchte oder nicht. Und: Es besteht die Möglichkeit, mit dem Eintritt, auch wenn man die Veranstaltung nicht besucht, eine Spende zu leisten“, deutet Büntemeyer an.

Nicht verwirklicht werden konnte das Chanson-Konzert im Saal des Schlosses Rahden: „Es passt nicht, viele Personen in die Nähe eines Seniorenheimes zu bringen“, sagt Büntemeyer. Das Konzert wird jetzt in der Aula des Gymnasiums Rahden aufgeführt.

Auch stehe vielleicht die Rahdener Kirche – wegen der Renovierung – nicht zur Verfügung. Hier weiche man in das kleinere Preußisch Ströher Gotteshaus aus. „Wenn wir doch Abstände einhalten müssen, haben die Künstler auch zugesagt, zwei Termine zu bestreiten“, sagt die Vorsitzende des Kulturvereins. „Jede Krise birgt letztlich auch Chancen,“ meint sie.

Die einzelnen Termine:

Freitag, 11. September, 20 Uhr, Jeanine Vahldiek und „Die Band mit der Harfe“ auf der Open Air Naturbühne an Schlumps Backs, Kleinendorf, Stellge 12A.

„Mit ihrem nunmehr fünften Album ‚Kitschig Wunderbar‘ trifft die Band wieder ins Herz und in die Seele. Die ungewöhnlichen Klänge der Orchesterharfe, gemischt mit Gesang, unzähligen Perkussionsinstrumenten, Ukulelenbass und Hawaiigitarre, lassen jeden Song mit neuen Facetten erblühen“, schreibt Kul-Tür. „Man denkt an Pop, Reggae, Jazz und Singer-Songwriter. Ein Konzert der Band ist dadurch sehr kurzweilig und besticht vor allem durch das Miteinander der beiden Musiker.“

Mittwoch, 30. September, 20.05 Uhr, „Von der Liebe und so weiter“, Theater, Musik- und Fadenspiel im Bahnhof Rahden.

Die Besucher erwartet ein Szenenprogramm für Erwachsene mit Figuren und Live-Musik. Gespielt wird mit handgeschnitzten Stabpuppen, Klappmaulfiguren, guter Laune und einer gehörigen Portion Ironie.

Mittwoch, 14. Oktober, 20 Uhr, „Unerhört Beethoven“ mit Michael Sensin der Aula des Gymnasiums.

„Mit sinnreichem, unwiderstehlich tief gehendem Humor, musikalischer Virtuosität an Klavier und Violine, bemerkenswerten Gesangsleistungen und unglaublicher Kunst der Wortbeherrschung überrascht Michael Sens nicht nur die Sinne seines Publikums, sondern erweckt auch den großen Meister wieder zum Leben“, heißt es in der Ankündigung.

Dienstag, 3. November, 20 Uhr, „Tri Tube“ im Dersa Kino Rahden.

Die beiden Musiker Eddi Kleinschnittger (Drumset, Percussion) und Uli Lettermann (Saxophon, Klavier) musizieren allein, zu zweit und vor allem mit digitalen Partnern. Sie holen sich berühmte Zeitgenossen per Video auf die Bühne und fordern sie zum Mitspielen auf.

Sonntag, 8. November, 17 Uhr, Gabriele Banko, „Illusion d‘amour“ in der Aula des Gymnasiums.

Gabriele Banko interpretiert Chansons von Charles Aznavour, Michel Legrand und Jaques Prèvert – ebenso wie Lieder, die einst Dalida und die Knef sangen sowie Songs von Paolo Conte, Astor Piazzolla und Cole Porter. Lyndia Cortis am Cello und Johannes Grundhoff am Klavier sowie am Akkordeon, vielen bekannt vom Bremer Kaffeehausorchester, steuern zudem Instrumentalwerke aus der Filmmusik bei.

Donnerstag, 26. November, 20 Uhr, „Sistergold, Saxesse“ in der Immanuel-Kirche Preußisch-Ströhen.

„Vier Frauen, vier Saxofone und ein mitreißender Sound: Inken Röhrs, Sigrun Krüger, Elisabeth Flämig und Kerstin Röhn begeistern seit 2009 mit ‚Sistergold‘ ihr Publikum auf Konzerten voller Virtuosität und Charme“, wirbt der Rahdener Kulturverein. „Die Leidenschaft zum Instrument, langjährige Erfahrung auf Konzert- und Theaterbühnen und eine große Portion Humor verbindet die studierten Musikerinnen.“

Samstag, 5. Dezember, 20 Uhr, „All You Need Is Love – Lennons letzte Jahre” im Hotel Westfalen Hof (Nachholtermin).

Der Schauspieler Achim Amme und der Detmolder Liedermacher Volkwin Müller präsentieren mit einer Lesung und Lennon-Songs einen ganz besonderen und persönlichen Rückblick auf das Schaffen des Ausnahmekünstlers.

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