Gewerbebund Rahden sucht nach Möglichkeiten für Adventsstimmung
Kein Trödelmarkt

Rahden (WB). Auf den so beliebten Trödelmarkt werden die Rahdener und auch alle Besucher aus der Umgebung in diesem Jahr verzichten müssen. Der Gewerbebund Rahden hat der Veranstaltung wegen der Corona-Problematik eine Absage erteilt. Und auch der Weihnachtsmarkt in der Stadt könne in diesem Jahr „zumindest nicht in der gewohnten Form“ angeboten werden, deuten die Organisatoren an.

Freitag, 31.07.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 31.07.2020, 11:04 Uhr
Ein Bild aus dem Vorjahr: dicht gedrängt um den Weihnachtsmann. So etwas wird es in diesem Jahr nicht geben. Der Gewerbebund sucht noch nach Alternativen für den Weihnachtsmarkt. Der Trödelmarkt ist bereits abgesagt. Foto: WB-Archiv/Nichau
Ein Bild aus dem Vorjahr: dicht gedrängt um den Weihnachtsmann. So etwas wird es in diesem Jahr nicht geben. Der Gewerbebund sucht noch nach Alternativen für den Weihnachtsmarkt. Der Trödelmarkt ist bereits abgesagt. Foto: WB-Archiv/Nichau

„Diese Nachricht trifft alle Händler, Besucher, Schausteller und Geschäftsleute gleichermaßen“, heißt es in einer Mitteilung des Vorstandes des Gewerbebeunde. „Die Vorgaben der Landesregierung machen es uns leider unmöglich, einen der größten Trödelmärkte in Norddeutschland dieses Jahr durchzuführen. Aufgrund der Vorgaben, die eine Einhaltung und Überwachung von Mindestabständen zwingend vorschreiben, dürften wir nur eine vergleichsweise geringe Zahl an Besuchern gleichzeitig in die Innenstadt lassen“, schreibt Vorsitzender Martin Wlecke.

Nur 850 Besucher erlaubt

Da aber erfahrungsgemäß bis zu 20.000 Besucher nach Rahden kämen, sei der Trödelmarkt so nicht machbar. Andreas Winkelmann, 2. Vorsitzender des Gewerbebunds erklärt: „Alleine die 15 möglichen Zugänge zum Veranstaltungsgelände in der Innenstadt verhindern eine effektive Kontrolle der Besucherzahl. Wir können die gesamte Fläche nicht einzäunen, alleine wegen der Rettungswege und der Rechte der Anwohner.“

„Wir sind jetzt schon in den Planungen für das nächste Jahr, um alle Vorgaben zu erfüllen, da wir leider davon ausgehen müssen, dass auch in 2021 die Pandemie noch nicht aus der Welt ist.“ sagt Klaus Krencky, dessen Firma seit etwa 50 Jahren den Trödelmarkt in Rahden für den Gewerbebund, und vormals für die Werbegemeinschaft organisiert.

Sonntage fallen aus

Besonders schmerzlich für den innerstädtischen Handel sei die Tatsache, dass mit Absage des Rahdener Autofrühlings und der „Rahdener Sommertage“ bereits zwei verkaufsoffene Sonntage verloren gingen. Ob auf Grund einer neuen Landesverordnung alle drei Sonntage noch stattfinden beziehungsweise nachgeholt werden können, bleibe fraglich. „Wir planen, möglichst einen verkaufsoffenen Sonntag durchführen zu können – gemäß dem Motto ‚Kein Trödelmarkt – aber Trödelmarktpreise‘“, deutet Martin Wlecke an.

Die Gewerkschaft Verdi habe aber bereits gerichtliche Schritte angekündigt. „Wir prüfen zurzeit den Sachverhalt und werden unsere Mitglieder rechtzeitig informieren, ob dieser Sonntag möglich ist“, sagt Andreas Winkelmann.

Weiterhin gibt der Gewerbebund bekannt, dass die diesjährigen „Dezemberträume“ in der gewohnten Form mit Programm, Bühne, Verteilung der Süßigkeiten durch den ‚Weihnachtsmann‘ und dem umfangreichen gastronomischen Angebot auf dem Veranstaltungsgelände Parkplatz Ortgies nicht stattfinden werden.

Suche nach Möglichkeit

„Wir arbeiten zurzeit an einem dezentralem Konzept für die Durchführung des Weihnachtsmarktes – mit verkaufsoffenem Sonntag“, sagt Wlecke. Damit meint er, die Ansammlung von Menschen möglichst zu vermeiden. „Man könnte eben an verschiedenen Stellen einzelne Adventsbuden, etwa bei Ortgies, Grotemeier, Volksbank und am Kirchplatz aufstellen“, sagt er. „Das ist aber nur theoretisch angedacht. Außerdem werde es vermutlich keine Bratwurst- und Glühweinstände geben. „Die Vorschriften dafür können wir gar nicht einhalten. Auch wird der Zeitraum für eine Planung viel zu eng: Normalerweise planen wir die Dezemberträume schon im Januar“, sagt Wlecke.

„Die jedes Jahr von allen Seiten sehr gelobte weihnachtliche Beleuchtung der Rahdener Innenstadt wird aber auf jeden Fall erstrahlen. Diese weihnachtliche Atmosphäre lassen wir uns einfach nicht nehmen.“ sagt Martin Wlecke.

Ein KOMMENTAR von Michael Nichau

Die Entscheidung, den Trödel- und den Weihnachtsmarkt abzusagen, ist vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Entwicklung völlig richtig.

Die Menschenansammlungen beim Trödelmarkt sind nicht zu kontrollieren. Dadurch würden auch die Abstandsregelungen, die weiterhin gelten, nicht eingehalten werden können. Zudem: Was ist ein Trödelmarkt ohne Bratwurst und Getränke? Der gesellige Teil fiele weg. Alle Aussteller müssten sich selbst verpflegen.

Kaum vorstellbar, doch mit dem Virus werden wir wohl noch eine geraume Zeit leben müssen.

Daher gilt es, das Beste aus der Situation zu machen. Weihnachtsmarkt? Auch nicht möglich, jedenfalls nicht in der bisherigen Form! Man sucht nach Alternativen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten.

Natürlich wird es Kritik hageln. Doch sollten sich alle darüber einig sein, dass die Sicherheit für die Bürger der Stadt in jedem Falle Priorität hat.

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