Keine Bedenken gegen Änderung des Flächennutzungsplans für neue Gewerbefläche an der Mindener Straße
Neise und ATP sollen schnell bauen können

Rahden (WB). Die Firmengruppen Neise und ATP wollen an der Mindener Straße, direkt neben dem alten und leer stehenden Eurofuchs-Gebäude einen neuen Fachmarkt errichten. Dafür muss der vorhandene Flächennutzungsplan geändert werden. Um das Bauvorhaben möglichst schnell zu ermöglichen, hat das Planungsbüro aus Osnabrück vorgeschlagen, das neu für diese Bebauung auszuweisende Gebiet auf die Baufläche des neuen Marktes und seine Außenflächen zu begrenzen.

Donnerstag, 17.09.2020, 08:52 Uhr aktualisiert: 17.09.2020, 10:34 Uhr
Auf dieser Fläche, direkt neben dem ehemaligen Euro-Fuchs soll ein neuer Fachmarkt mit Neise und ATP entstehen. Foto: Michael Nichau
Auf dieser Fläche, direkt neben dem ehemaligen Euro-Fuchs soll ein neuer Fachmarkt mit Neise und ATP entstehen. Foto: Michael Nichau

Grundsätzlich gebe es gegen die vorgesehene Ansiedlung des Handelsgewerbes keine Bedenken. Inzwischen sind jedoch die Träger öffentlicher Belange, wie auch Westnetz (der Energieversorger betreibt in der Nähe ein Umspannwerk und eine Hochspannungsleitung) sowie die Deutsche Bahn (Bahnlinie zum Personentransport) angehört worden. Auch von deren Seite gebe es keine grundsätzlichen Bedenken.

Fläche reduziert

Dennoch – so schilderte es die Stadtplanerin – sei es für das anstehende Verfahren günstiger, die Planfläche auf die jetzt vorgesehene Fläche zu begrenzen. Ausgenommen wird also die Fläche des ehemaligen Euro-Fuchs sowie die nach Westen angrenzenden Flächen mit Wohnbebauung, Hochspannungsleitung und Bahntrasse.

Wesentliche Änderungen ergeben sich auch aus der Stellungnahme des Kreises Minden-Lübbecke. Dieser hatte in dem sehr niedrig liegenden Gebiet Versickerungsversuche für Regenwasser durchgeführt. Das Ergebnis in kurzen Worten: Da hier der Grundwasserspiegel sehr hoch steht, kann in dem Gebiet nur schwer Oberflächenwasser von Gebäude und Parkflächen versickern.

Wasser in den Kanal

„Somit kann einer dezentralen Versickerung des Niederschlagswassers auf den Grundstücken nicht zugestimmt werden“, heißt es in der Stellungnahme des Kreises. Empfohlen wird die Einleitung in den vorhandenen Mischwasserkanal. Allerdings müsse dies gedrosselt – mittels Regenrückhaltebecken – erfolgen. Diese müssten auf dem Gelände untergebracht werden.

Auch empfiehlt der Kreis im Zuge des Brandschutzes, einen Löschwasserteich vorzuhalten, der sicherstellt, dass über einen Zeitraum von zwei Stunden jeweils 96 Kubikmeter Wasser pro Stunde entnommen werden können.

Ansonsten gebe es weder wegen der vorhandenen Bäume noch wegen des zu erwartenden Gewerbelärms Bedenken. „Die vorgeschriebenen Werte werden hier nicht überschritten“, heißt es vom Kreis.

Wesentliche Bedenken gebe es also nur in Bezug auf wasserwirtschaftliche Bedingungen: Die Bezirksregierung Detmold betont in diesem Zusammenhang, dass „das Entwässerungskonzept beziehungsweise die wasserrechtliche Vorplanung zur Oberflächenentwässerung in Bearbeitung, aber noch nicht fertiggestellt ist“.

Auch verkehrsrechtlich habe das Planungsbüro keine Bedenken, da es sich bei dem Plangebiet seit vielen Jahren um einen Einzelhandelsstandort handele (Euro-Fuchs).

Bedenken der Grünen

Vor diesem Hintergrund stimmten die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses der vorgesehenen Änderung des Flächennutzungsplanes bei einer Gegenstimme zu. Winrich Dodenhöft (Grüne) erneuerte seine Bedenken und Einwände und stimmte dagegen. „Warum wird die vorhandene, bereits versiegelte Fläche und das vorhandene Gebäude nicht genutzt. Wir produzieren hier auch wieder einen neuen Gewerbe-Leerstand an der Weher Straße“, sagte er.

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