Chance auf dem Land: Nicht nur bei Quarantäne versorgen Wietlers mit Bio-Ware vom Hof
Abo-Kiste wird ins Haus geliefert

Tonnenheide -

Draußen weiden die Gänse und im Bioladen werden Bio-Gemüsekisten gepackt. Der Hof versorgt auch Menschen zu Hause.

Freitag, 20.11.2020, 22:50 Uhr
Chance auf dem Land: Nicht nur bei Quarantäne versorgen Wietlers mit Bio-Ware vom Hof: Abo-Kiste wird ins Haus geliefert

Wenn Marion Wietler auf die Weide hinter dem Hof blickt, entdeckt sie nur noch wenige Gänse. Der Martinstag und das darauffolgende Wochenende sind vorbei, doch ihre Gänse haben – nicht wie die der Großerzeuger – keine Gnadenfrist bekommen.

„Wir haben da keine Absatzschwierigkeiten gehabt und auch die Gänse für das Weihnachtsfest sind schon mehrheitlich vorbestellt“, sagt Wietler, die mit Ehemann Fred und Tochter Marie-Sophie den gleichnamigen Biohof in Tonnenheide bewirtschaftet. „Die Leute holen sich jetzt zum Martinstag eine Gans und am darauffolgenden Wochenende wird die zu Hause zubereitet.“

Absatzschwierigkeiten hingegen hatten viele Gänse-Mäster, die wie in der Vergangenheit auf den Absatz in der Gastronomie gesetzt hatten. Die Restaurants haben geschlossen. Die Tiere wurden nicht abgenommen.

Nicht so bei dem eher kleinen Biohof: „Wir verkaufen mehrheitlich an Privatleute“, erläutert Marion Wietler. Und: Es werde meist auf Vorbestellung geschlachtet.“ Oft wird schon ein dreiviertel Jahr vorher bestellt und reserviert“, sagt die Landwirtin.

So tummeln sich bei der Fütterung, die Fred Wietler übernimmt, noch einige „Weihnachtsgänse“ auf der Wiese, gemeinsam mit den Schafen, die im kommenden Jahr auch für Lammbraten sorgen sollen.

Hühner, heutzutage als Legehennen mit „Bruderhaltung“ (die männlichen Küken werden dabei nicht getötet, sondern sind mit auf der Wiese), bilden neben Biofleisch von eigenen Tieren ein weiteres Standbein des Hofes, dessen Hofladen vor einiger Zeit wieder eröffnet hatte (diese Zeitung berichtete).

Die Geschehnisse rund um Corona bei der Fleischfirma Tönnies haben sich ebenfalls eher positiv auf den Absatz des selbst erzeugten und in einer kleinen Schlachterei verarbeiteten Biofleisches ausgewirkt. „Das mach die Hofläden aus, dass die Kunden wissen, wo die Produkte herstammen“, meint die Landwirtin.

„Wir sind zufrieden mit der Resonanz“, sagt Wietler. Seit etwa einer Woche werde das Gemüse des Hofladens zudem in einem neuen Zeltvordach – coronagerecht mit Einbahnstraßenregelung – angeboten.

„Die Kunden kommen gern. Sie sagen oft, dass sie lieber im kleinen Hofladen einkaufen als im Supermarkt“, berichtet Marion Wietler. Auch dort gelte aber die konsequente Masken- und Abstandspflicht. Gerade auch die ältere Kundschaft lasse sich zudem die „Abo-Kisten“ mit Bio-Gemüse ins Haus liefern. Telefonische Bestellung, Lieferung und Bezahlung per Überweisung – alles kein Problem. „Keine Kontakte bei der Lieferung. Dieser Service eignet sich auch hervorragend für Menschen, die sich in häusliche Quarantäne begeben müssen“, sagt Wietler. Im ersten „Lockdown“ hätten diesen Service viele Menschen angenommen.

Mit den neu im Sortiment aufgenommenen „unverpackt“-Waren (loser Reis, Nudeln, Couscous, Erbsen, Müslisorten und ähnliches), dazu Milch, Käse und Eier könne der Biohof nahezu alles für den täglichen Bedarf liefern. „Außer Toilettenpapier. Das haben wir nicht im Sortiment“, scherzt Wietler.

Sie möchte zudem im kommenden Jahr ein eigenes Gemüsefeld anlegen. „Dann können wir auch Gemüse aus eigener Erzeugung anbieten. Bisher kommt dies von zertifizierten Bioland-Höfen.“

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