Ruine in Zukunft touristisch nutzen– Bauwerk muss vor dem Verfall bewahrt werden
Die Burg könnte Attraktion werden

Rahden -

Der Rahdener Museumshof ist auch vielen Auswärtigen ein Begriff. Auf dem Gelände stehen aber auch die Reste der ehemaligen Burg.

Mittwoch, 20.01.2021, 02:00 Uhr
Könnte die Ruine als Bühne genutzt werden? Es gäbe dort viel zu tun.
Könnte die Ruine als Bühne genutzt werden? Es gäbe dort viel zu tun. Foto: Stadt Rahden

Die Burg hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1310 zurückreicht. Damals wurde das Bauwerk, von dem nur noch ein Teil erhalten ist, in Kleinendorf errichtet.

In entsprechenden Veröffentlichungen zur Historie der Burgruine heißt es:

„Ursprünglich hatte die Burg einen beachtlichen Gebäudekomplex gebildet, der von einer mächtigen Gräfte umgeben war. Das Hauptgebäude war das Schloss, das an der Rückseite noch heute das Wappen der Familie Bussche (stark verwittert) trägt. Diese war 1391 bis 1395 Pfandinhaber der Burg. Die Ruine hat daher ein Alter von mehr als 570 Jahren.

An der Nordseite befand sich ein Seitenflügel des Schlosses, das in den oberen Stockwerken in Fachwerkbauweise errichtet war. Die Aufleger der Dachkonstruktion ragen noch heute aus dem Mauerwerk hervor. Die Hinterfront bildete das lang gestreckte Pferdehaus, an das sich rechtwinklig das Torhaus (Süden) anschloss. Zwischen dem Torhaus und dem Schloss befand sich ein Verbindungsbau. An das Hauptgebäude angelehnt war ein mächtiger Bergfried, der die Vorderfront deckte.

An der Nord- und Südseite waren ebenfalls Türme vorhanden, die diese Bereiche kontrollierten. Der Zugang zur Burg erfolgte über einen Damm, der von der Lemförder Straße von Süden her an die Burg heranführte. Hier befand sich auch die Zugbrücke. Der Gebäudekomplex umfasste etwa 63 mal 53 Meter. Der Umfang der Gebäudeanlage wurde 1969 durch Stichpunktgrabungen festgestellt und im Süden (Gelände des Museumshofes) und im Norden (Heimatpark) durch Findlinge markiert.

1649, nach dem Westfälischen Frieden, ging die Burg in Brandenburger Besitz über. Schon in bischöflicher Zeit diente sie als herrschaftliches Vorwerk vorwiegend landwirtschaftlichen Zwecken. 1647 wurden hier 59 Stück Rindvieh und 318 Schafe gehalten.

Die für die Verteidigung geplanten engen Verhältnisse auf dem Schloss entsprachen später nicht mehr den Wohnbedürfnissen der Beamten. Die von 1575 bis 1750 immer wieder berufenen Amtmänner aus der Familie Hollwede wohnten seit 1575 etwa auf ihrer Kleinendorfer Stätte Nummer 105. Auch die gelegentlich noch berufenen Drosten hielten sich hier nur anlässlich einiger Dienstgeschäfte auf.

1711 wurde in der Nähe dann das Neue Amtshaus, zwei Wirtschaftsgebäude und ein Gefängnis, erbaut (heute Gut Bock). Die Steine für die Grundmauern wurden aus den abgebrochenen Türmen der Burg gewonnen.

Durch Kauf gelangte 1829 die Rahdener Familie Bock in den Besitz des neuen Amtshauses und des damit verbundenen Vorwerks. In den Jahren 1882/83 wurde an Stelle des neuen Amtshauses das jetzige Schloss Rahden (Altersruhesitz Schloss Rahden) errichtet.

Als letztes Gebäude der Burg brannte im Winter 1878/79 das Schloss, die sogenannte Burg, ab. Die Außenmauern bilden die heutige Ruine.“

Heute macht man sich in der Tourismusförderung der Stadt Rahden und in der Politik Gedanken über eine mögliche Nutzung der Ruine, etwa als Veranstaltungsort. Die Mauern sind bereits mit entsprechenden Trägern abgesichert. Das Gelände ist eigentlich für Besucher nicht zugänglich.

Eine Idee wäre, die Fläche zwischen den Mauern als Bühne zu nutzen. Eigentlich ideal. Doch dazu müssten die Reste des Bauwerkes erst ertüchtigt werden.

Regelmäßig werden die Mauern mit einem Hubwagen von Wildwuchs befreit. Ein- bis zweimal im Jahr würde das routinemäßig geschehen, berichtet Lena Buhrmester, Tourismusbeauftragte der Stadt Rahden. „Das ist notwendig, damit das Grün die Burg nicht ganz einnimmt und die Standfestigkeit gefährdet“, erklärt sie. Meist zum Frühjahr hin würden die Reinigungsmaßnahmen das erste Mal vorgenommen, damit die Burg zum Saisonbeginn für Wanderer und Besucher des Museumshofes wieder komplett sichtbar wird. Weil sie auf einem Rundweg auch für Spaziergänger liegt, ist sie ein beliebtes Ausflugsziel.

Wann genau der Plan für eine touristische Nutzung vorgestellt werden könnte, kann Buhrmester derzeit jedoch noch nicht abschätzen. Aufgrund der derzeitigen Corona-Beschränkungen müssten auch die Treffen der zuständigen Arbeitsgruppe verschoben werden.

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