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Di., 08.07.2014

Viel Lob für Aktionstag in Levern – Bei zu starkem Wind ist für den Müller Vorsicht geboten  Backofen ist Gewinn für Mühlentage 

Achim Reddehase (links) und Jürgen Baucks holen den frischen Butterkuchen aus dem neuen Steinbackofen. Die ehrenamtlichen Helfer sind von der Wirkungsweise des Ofens, der in Eigenleistung erstellt worden ist, begeistert.

Achim Reddehase (links) und Jürgen Baucks holen den frischen Butterkuchen aus dem neuen Steinbackofen. Die ehrenamtlichen Helfer sind von der Wirkungsweise des Ofens, der in Eigenleistung erstellt worden ist, begeistert. Foto: Anna-Lena Wehbrink

Von Anna-Lena Wehbrink

Levern (WB). Der verführerische Geruch von frischem Butterkuchen hat sich am Mahl- und Backtag über das Gelände der Leverner Windmühle gezogen. Der Ursprung des Duftes: Das frühere Backhaus, in dem sich seit kurzem der neue Steinbackofen befindet.

 Einmal mehr zeigte sich bei der Großveranstaltung, dass der neue Backofen – in enormer Eigenleistung von ehrenamtlichen Helfern erbaut – ein Gewinn für die Leverner Mahl- und Backtage ist. »In früheren Zeiten besaßen vor allem Großbauern Steinbacköfen. In Süddeutschland teilte man sie sich auch zu mehreren Personen. In unserer Gegend war die gemeinschaftliche Nutzung allerdings nicht so verbreitet«, erklärte Achim Reddehase, Mitglied im Mühlenverein und Bäcker während des Aktionstages. Um die optimale Backhitze zu erreichen, müsse das Holz im Ofen bereits vier bis fünf Stunden vor dem Hineinschieben des Teigs befeuert werden, erklärte Jürgen Baucks, ebenfalls Mitglied im Mühlenverein: »Bei 280 Grad Celsius im Steinbackofen wird unser Butterkuchen innerhalb weniger Minuten fertig.«

 Feuergefahr bestünde durch den neuen Steinbackofen nicht, da ein Schornsteinfeger die Anlage vor der Inbetriebnahme inspiziert habe, sagte Reddehase. »Früher hatten die Menschen oftmals keinen Schornstein, weshalb der Qualm einfach so abziehen musste: Das war natürlich risikobehaftet.«

 Gefahren lauerten früher auch an den Windmühlen, wie der Vorsitzende des Mühlenvereins Levern, Friedrich Klanke, demonstrierte: Aufgrund eines plötzlich starken Windes am Sonntagnachmittag musste Klanke das Gespräch mit der STEMWEDER ZEITUNG kurzzeitig unterbrechen und eilig die Holzbremse bedienen, um die Geschwindigkeit der sich schnell drehenden Mühlenflügel zu reduzieren: »Der Müller blieb damals immer in der Mühle sobald er sie in Betrieb nahm. Wenn – wie gerade passiert – zu viel Wind aufkam, konnten die Holzbälle und Zahnräder beschädigt werden«, erklärte der Vorsitzende sein rasches Einschreiten.

 Auch für Menschen sei die hohe Geschwindigkeit der Mühlenflügel ein Risiko gewesen, und auch heute – bei den Mahl- und Backtagen müsse man Vorsicht walten lassen. »Ein Zusammenprall mit den Flügeln kann tödlich enden. Deswegen sperren wir den Bereich der Mühlenflügel an Mahl – und Backtagen stets ab«, sagte Klanke. In alten Chroniken aus dem Rahdener und Stemweder Land ist tatsächlich vermerkt, dass spielende Kinder von Mühlenflügeln erschlagen worden sind.

 Im Vergleich zu der alten Mühlentechnik hätten moderne Windräder, wie sie heute zur Stromerzeugung verwendet würden, eine elektrische Steuerung samt automatischer Bremsen, um die Geschwindigkeit zu kontrollieren, sagte Klanke. »Deren Flügel können sich irrsinnig schnell drehen. Ein Vogel, der gegen den Flügel eines Windrades prallt, wird zerschreddert«, sagte der Vorsitzende des Mühlenvereins.

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