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Fr., 11.07.2014

Rustikales Leben: Jungen und Mädchen verbringen vier Wochen im Wald – Aktion der Kita »Rappelkiste«  So schön kann Natur für Kinder sein 

Rustikal untergebracht: Westruper Kita-Kinder in Arrenkamp. Künstliches Spielzeug hat es nicht gegeben, dafür aber viel Spaß in freier Natur. Auch für die Erzieherinnen Antje Spreen und Margret Weiffel ist das Waldprojekt ein tolles Erlebnis gewesen.

Rustikal untergebracht: Westruper Kita-Kinder in Arrenkamp. Künstliches Spielzeug hat es nicht gegeben, dafür aber viel Spaß in freier Natur. Auch für die Erzieherinnen Antje Spreen und Margret Weiffel ist das Waldprojekt ein tolles Erlebnis gewesen. Foto: Dieter Wehbrink

Von Dieter Wehbrink

Westrup/Arrenkamp (WB). Normalerweise gilt der nördliche Arrenkamper Hilgenpad als eines der schönen Fleckchen in Stemwede. Doch gestern und in den vergangenen Tagen hat sich dieser Ort am Stemweder Berg durchaus ein wenig »extrem« präsentiert.

 Der starke Regen dieser Woche verwandelte das unbefestigte Stücken Weg hoch oben zur Wiese in eine schlammig-rutschige Piste. Außerdem waren speziell am Freitag bei schwül-heißem Wetter die fiesen Bremsen ziemlich stechfreudig. Doch die kleinen Kinder, die dort oben am Berg neben einem Zelt fröhlich spielten, schienen diese unangenehmen Begleiterscheinungen gar nicht zu bemerken. Die Westruper Tagesstätte »Rappelkiste« führt am Hilgenpad seit vier Wochen tagtäglich ihr Waldprojekt durch. Es findet heute seinen Abschluss.

 Täglich von 7.30 bis 16.15 oder 17 Uhr im Freien zu sein, vom Regen nur geschützt durch ein einfaches Party-Zelt – dies haben alle 20 Kinder der Kita nicht nur mit Bravour, sondern auch mit spürbarer Begeisterung absolviert. Die jüngsten Teilnehmer waren gerade mal zwei Jahre alt. Für sie stand mittags ein alter Zwillings-Kinderwagen im Zelt, in dem sie sich zum Schläfchen zurückzogen. Alle anderen hielten den Tag durch und waren mit Feuereifer mit jenem Projekt beschäftigt, dass sie sich zu Beginn der Zeit im Wald selbst ausgesucht hatten. »Wer gedacht hätte, die Kinder würden sich eher für Projekte wie Butzen-Bauen entscheiden, sah sich getäuscht«, erzählt Kita-Mitarbeiterin Antje Spreen lachend. »Die Wahl fiel auf Insekten.«

 Antje Spreen betreut die Jungen und Mädchen zusammen mit Margret Weiffen. Nachmittags kommt Kita-Leiterin Stefanie Klepper hinzu. Sie bringt den Kindern auch das Mittagessen mit.

 Die Kleinen fanden gleich zu Beginn des Waldprojekts die Insekten so faszinierend, dass sie beschlossen, diese vier Wochen den Käfern, Fliegen, Bienen, Hummeln, Asseln oder Schmetterlingen zu widmen. Im Wald sammelten sie Materialien, um ein Insekten-Hotel zu bauen. Sie fingen die Tierchen, um sie mit der Lupe zu beobachten (und anschließend wieder frei zu lassen) und spielten intensiv mit den Naturmaterialien des Waldes. »Es ist für sie eine Zeit ohne das gewohnte künstliche Spielzeug«, erzählt Antje Spreen.

 Auch die Unterbringung ist weitaus rustikaler als im Kindergarten. Als Stühle dienen Holzklötze im Zelt, und die mitten auf der Wiese stehende spartanische »Toilette« besteht lediglich aus einem umgebauten Stuhl mit Loch in der Sitzfläche und einem darunter stehendem Eimer. Die Kinder stört es nicht – im Gegenteil, sie genießen sichtlich das Spiel in der freien Natur und dürfen sich nach Herzenslust schmutzig machen.

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