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Mi., 23.07.2014

Festival am Wehdemer Waldfrieden zugunsten von Afrika-Projekten – Besucherzahlen bleiben hinter Erwartungen zurück  Live-Bands spielen Reggae im bunten Stil-Mix 

Martin Zobel und die Band Soulrise gelten als die Newcomer in der deutschen Reggae-Szene. Zobel hat das Engagement des 20-jähirgen Veranstalters Sven Dittmann gelobt.

Martin Zobel und die Band Soulrise gelten als die Newcomer in der deutschen Reggae-Szene. Zobel hat das Engagement des 20-jähirgen Veranstalters Sven Dittmann gelobt. Foto: Michael Nichau

Von Michael Nichau

Wehdem (WB). Genug Platz im Sand vor der Bühne haben die Füße am Samstag zum Tanzen gefunden. »Feeling Fine« (»Sich gut fühlen«) lautete das Motto des Charity-Reggae-Festivals, das auf dem Gelände an der Gaststätte »Waldfrieden« in Wehdem zugunsten von Afrika-Projekten ausgerichtet worden ist.

 Genug Platz meinte aber auch, dass die Besucher des Reggae-Festivals Muße hatten, die ansprechende Musikauswahl zu genießen. Wenn auch nicht alle Melodien einen karibischen Eindruck erweckten – das Wetter machte dem im Herkunftsland dieser Musik Konkurrenz. So verfolgten viele der Gäste die Auftritte der ersten Bands »Tree of Life«, »Ganjaman« und der Gruppe rund um Martin Zobel vom schattingen Hang der Bühnen- und Tanzfläche aus.

 Bis die Sonne über dem Westhang des Stemweder Berges versunken war, mühten sich Veranstalter und Band-Mitglieder meist vergeblich, die überschaubare Zahl der – meist jungen – Zuhörer dazu zu motivieren, sich auf der Tanzfläche zu den Grooves zu bewegen.

Tanzen ist beim Festival angesagt gewesen Foto: Michael Nichau

 Selbst für den »Shooting Star« der deutschen Reggae-Szene«, Martin Zobel und seine Soulrise-Band, schien es eher frustrierend zu sein, vor einer Handvoll tanzender Gäste textlich anspruchsvolle Stücke zu intonieren, die musikalisch an die »echte« Bob-Marley-Zeit erinnerten.

 Zobel sprach immer wieder zwischen den Liedern die »Bedingungen in der Welt um uns« an. Krieg und Auseinandersetzungen – aktuell in Israel – würden derzeit wieder das Bild prägen. Umso mehr würdigte der Musiker, der laut eigener Aussage im Internet, mit seiner Gruppe mehr als sieben Stunden im Tourbus nach Wehdem benötigt hatte, das Engagement des jungen Veranstalters Sven Dittmann. »Ich finde es ganz toll, dass er die Idee zu diesem tollen Festival mit Live-Bands hatte und dieses auch verwirklicht hat«, meinte der Musiker aus Süddeutschland.

 Dittmann nutzte die Umbaupause zwischen »Soulrise« und den aus dem näheren Umland von Stemwede (Paderborn/ Münster/ Lübbecke) stammenden Musikern von »Dreadnut Inc.«, um den Zuschauern und vor allem den Sponsoren des Festivals zu danken. »Es hätte ein wenig mehr sein können«, merkte der 20-Jährige an und meinte damit die Resonanz auf die Ankündigung des »Feeling Fine«, die bundesweit erfolgt war.

Eine Abkühlung mit der Wasserpistole kommt gerade recht Foto: Michael Nichau

 So war auch der zum Übernachten freigegebene Parkplatz nur spärlich belegt. Erst am Abend trafen mehr Besucher ein. Zu diesem Zeitpunkt lieferte »Dreadnut Inc.« eher von Ska-Musik (Reggae/ Dancehall/ Electro) beeinflusste Rhythmen, die zwar die Tanzfläche füllte. Gerade die älteren Semester hätten sich aber womöglich den »echten Reggae« gewünscht. »Danke, dass ihr unseren Stilmix so hinnehmt und ertragt«, reagierte der Frontmann der »Dreadnuts«.

 Mit klassischen Bläsersätzen und Offbeats sorgten die Münsteraner, die bereits vom Stemweder Open-Air bekannt sind, für Stimmung, bis mit »Sisyphos« aus Südtirol (Italien) die Musiker mit der weitesten Anreise spielten.

 Die Abschlussgruppe durfte – wegen der Auflagen für das Festival – nur bis 22 Uhr aktiv sein. Zu einer Zeit, zu der sonst Veranstaltungen dieser Art beginnen, musste »Feeling Fine« ins »Waldfrieden«-Gebäude umziehen. Zumindest auf dem »Indoor-Dance-Floor« wird es dann eng geworden sein.

 Ob und wie viel Geld für die Afrika-Projekte zusammengekommen ist, bleibt bei der übersichtlichen Besucherzahl noch ungewiss.

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