Das macht den Schülern Spaß: Biologiekurs der Stemweder-Berg-Schule hängt Kästen auf 
Jetzt können die Fledermäuse einziehen 

Stemwede (WB). Die Stemweder-Berg-Schule in Wehdem sorgt für praktischen Naturschutz. Am letzten Tag vor den Osterferien ist der Biologie-Kurs der Jahrgangstufe 8 mit einem vollgepackten Bollerwagen Richtung Stemweder Berg gezogen, um die selbst hergestellten Fledermauskästen an zuvor sorgfältig ausgewählten Orten aufzuhängen.

Freitag, 03.04.2015, 04:02 Uhr aktualisiert: 06.04.2015, 09:19 Uhr
Leonie Högemeier (von links), Michaela Tockhorn und Celia Nöcke und ihr Lehrer Ulrich Nimbs zeigen Fledermauskästen, die sie aufgehängt...
Leonie Högemeier (von links), Michaela Tockhorn und Celia Nöcke und ihr Lehrer Ulrich Nimbs zeigen Fledermauskästen, die sie aufgehängt haben und weiter beobachten wollen.

 Aber allein hätten die Schüler das nicht geschafft. Als ein Glücksgriff erwies sich, dass für diese Aktion der Landwirt Thomas Sander aus Wehdem und Norbert Schmelz, zuständiger Förster, gewonnen werden konnten. Gemeinsam organisierten sie in Absprache mit Ulrich Nimbs, dem Biologie-Lehrer der Schule, das Anbringen der Kästen.

 Nachdem die Schüler mit Akkuschraubern die letzten Arbeiten erledigt hatten, wurden die Fledermauskästen mit einem Sicherungskorb in etwa fünf Metern Höhe angebracht. Um den anspruchsvollen Säugetieren gerecht zu werden, achteten die Schüler auch auf freien Anflug und die optimale Ausrichtung.

 Nach etwa zwei Stunden meinte ein sichtlich zufriedener Förster: »Wenn ich Fledermaus wäre, würde ich hier einziehen.« Das wäre natürlich ganz im Sinne von Ulrich Nimbs: »Wir Menschen nehmen den Fledermäusen ihren Wohnraum und ihre Nahrung. Nicht absichtlich.

 Aber wir tun es. Wir entfernen sehr früh Altholz mit Höhlen aus dem Wald, aus energetischen Gründen sanieren wir unsere Häuser und verschließen Einflugmöglichkeiten an Gebäuden.« Gleichzeitig schwinde durch die Intensivierung der Landwirtschaft die Anzahl der Insekten, die einzige Nahrung der Fledermäuse, sagte der Biologielehrer. »Den Schülern hat diese Art von Unterricht natürlich mehr Spaß gemacht als Biologie im Klassenraum. Zudem konnten sie hautnah erleben, was alles dazu gehört, Naturschutz in die Praxis umzusetzen.«

 Nachdem alle Materialien wieder eingepackt und auch noch achtlos weggeworfener Müll im Wald eingesammelt wurde, ging es zurück Richtung Schule in die lang ersehnten Osterferien.

 Der Biologie-Kurs wird die Fledermauskästen im Auge behalten. Im Sommer werden sich die Schüler abends mit so genannten Bat-Detektoren ausgerüstet im Stemweder Berg treffen und sich auf die Suche nach »ihren« Fledermäusen machen. Die Geräte setzen die Ultraschalllaute um, so dass sie auch für Menschen hörbar sind. »Es wäre doch toll, wenn sich einige Fledermäuse in unseren Kästen wie zuhause fühlen würden«, meinte eine Schülerin.

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