Bürgermeisterkandidaten stellen sich und ihre Ziele beim Gewerbeverein vor 
Noch kein echter Schlagabtausch 

Stemwede (WB). Zum ersten Mal sind die Bürgermeisterbewerber für Stemwede, Kai Abruszat und Uwe Wortmann, bei der Jahreshauptversammlung des Gewerbevereins aufeinander getroffen. »Die Kandidaten stellen sich vor« lautete das Motto.

Samstag, 25.04.2015, 05:14 Uhr aktualisiert: 28.04.2015, 11:57 Uhr
Bürgermeisterkandidaten stellen sich und ihre Ziele beim Gewerbeverein vor  : Noch kein echter Schlagabtausch 
Der Gewerbeverein Stemwede hat die beiden Bürgermeisterkandidaten eingeladen. Sie sollten sich und ihre Ziele vorstellen (von links): Adolf Ey (Vorsitzender), Kai Abruszat, Uwe Wortmann und Michael Kutsche (stellvertretender Vorsitzender). Foto: Michael Nichau

 Dementsprechend sei auch kein heftiger Schlagabtausch zwischen Abruszat (er tritt für CDU und FDP an) und Wortmann (SPD und Grüne) zu erwarten und auch nicht beabsichtigt gewesen, sagte Adolf Ey, Vorsitzender des Gewerbevereins Stemwede. »Wir, als Vertreter der heimischen Wirtschaft, wollten die Kandidaten einfach nur kennen lernen und im Anschluss an die Vorstellungsrunde locker miteinander ins Gespräch kommen«, sagte Ey.

Ey sieht Wirtschaftsförderung als »Chefsache«

 Wortmann (parteilos) ließ Abruszat (FDP) den Vortritt. »Ich freue mich, dass wir uns hier heute begegnen«, sagte Abruszat zu seinem Kontrahenten. Er sprach sich für einen »sachlich fundierten Wahlkampf im Sinne unserer Gemeinde« aus. »Sich – wie Sie als Gewerbetreibende – in einem Wettbewerb zu behaupten, ist für uns Pflicht«, erklärte er.

 Er stellte sich den Mitgliedern der Versammlung vor: 45 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder. Er habe in Münster Jura studiert, bis 1999 als Rechtsanwalt und Notarvertreter gearbeitet und sei dann als stellvertretender Landrat des Kreises Minden-Lübbecke in die Politik gewechselt. Später habe er als Beigeordneter der Stadt Porta Westfalica gearbeitet, bis er 2010 in den Düsseldorfer Landtag einzog.

 »Meine Themenfelder dort sind Haushalt und Kommunales. Also Dinge, die dem Bürgermeisteramt sehr nahe kommen.« Stemwede stehe im Vergleich der Städte und Gemeinden eigentlich gar nicht so schlecht da, meinte er. »Es gibt hier bezogen auf die Einwohnerzahl sehr viele Beschäftigungsverhältnisse. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen sind grundsätzlich gut. Wir haben einen guten Branchenmix und keine sozialen Brennpunkte, wie etwa in Städten.«

 Wirtschaftsförderung und Bestandspflege der Unternehmen würden für ihn »Chefsache« sein. Der Weg zur Verwaltung müsse für die Gewerbetreibenden kurz sein. »Der Bürgermeister muss für die Belange der Wirtschaft ein offenes Ohr haben, übergeordneten Behörden auch mal die Stirn bieten und sich behaupten können«, sagte er. Damit sprach Abruszat auch den Landesentwicklungsplan an, der »nicht gerade der Entwicklung des ländlichen Raums zuträglich sein wird«, wie er es ausdrückte.

 Auch die Haushaltssituation in Stemwede sprach der Kandidat an: »Der Steuerregen ist schon vertrocknet, wenn er auf der Erde ankommt. So muss man in Stemwede auch künftig eine Haushaltsführung mit spitzer Feder betreiben. Wir haben zu entscheiden, welche Infrastruktur wir uns in Zukunft leisten können und erhalten wollen.«

Wortmann hat das Ohr am Markt

 Gegenkandidat Uwe Wortmann stellte sich ebenfalls kurz vor: Er sei 51 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder, komme aus Löhne. »Ich habe Maschinenbau studiert, den Tischlermeister gemacht und war immer handwerklich organisiert. Seit 20 Jahren habe ich Erfahrungen im Projektmanagement gesammelt und das Ohr am Markt gehabt.«

 Die Anzeige der SPD Stemwede habe ihn gereizt, weil sie unpolitisch gewesen sei. »Und ich bin kein Politiker. Ich gehöre keiner Partei an. Gesucht wird jemand, der etwas bewegt. Ich stamme zwar nicht aus Stemwede, weiß aber mittlerweile, wie die Uhren hier ticken«, sagte Wortmann.

 Er habe bereits im Vorfeld seiner Kandidatur über viele Themen gesprochen. »Für mich ist alles unter dem Stichwort Gemeindeentwicklung zu fassen. Ich möchte die Sache aber anders angehen und die Bürger beteiligen, Politik nicht von oben vorschreiben, sondern generelle Ziele definieren und Ideen entwickeln, wie diese zu verwirklichen sind.«

 Er und sein Gegenkandidat Kai Abruszat lägen in dieser Hinsicht gar nicht so weit auseinander. »Es ist auch die Eigeninitiative in Stemwede, die mich begeistert. Das unterscheidet diese Gemeinde von anderen«, sagte er.

Fragen an die Kandidaten

 Fragen aus der Runde bezogen sich in erster Linie auf den künftigen Wohnort des Bürgermeisters: »Werden Sie nach Stemwede ziehen?«, wollte Karlheinz Meier wissen. »Ich werde – so lange meine Kinder noch das Gymnasium in Minden besuchen – dort wohnen bleiben. Ich beabsichtige aber, mindestens zwei Amtsperioden Bürgermeister zu bleiben und so früh wie möglich nach Stemwede zu ziehen«, sagte Abruszat. Wortmann kündigte an, im Fall einer Wahl sofort umziehen zu wollen.

 Eine weitere Frage richtete sich an Wortmann: »Über welche politische Erfahrung verfügen Sie?« Der Kandidat sagte ehrlich: »Meine politische Karriere ist Null. Ich komme aus der Wirtschaft, weiß aber, wie ich meine Ziele erreiche. Außerdem treffe ich hier auf ein Team, das mich als Bürgermeister unterstützt.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3214232?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516045%2F
So geht das nicht weiter!
Hier wird kein Umsatz gemacht (Symbolbild).
Nachrichten-Ticker