Luftsportfreunde zeigen Flugkunst – Rekordbesuch bei gutem Wetter 
Historische Maschinen beeindrucken 

Bohmte/Stemwede (WB/ni). So ganz haben die Luftsportler aus Bohmte dem Wetter auf dem Flugplatz nicht trauen können. Doch ein Blick auf das Wetterradar brachte einen Tag vor der großen Flugschau Gewissheit: »Nur örtlich, der Regen zieht ab«, war die Ansage.

Mittwoch, 06.05.2015, 04:01 Uhr aktualisiert: 06.05.2015, 09:01 Uhr
Erstmals ist eine Mustang, ein Jagdflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg, auf dem Flugplatz Bohmte zu bestaunen gewesen.
Erstmals ist eine Mustang, ein Jagdflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg, auf dem Flugplatz Bohmte zu bestaunen gewesen. Foto: Fluftsportfreunde Wittlage

 Eine Wiederholung von 2014 wäre den Luftsportlern unangenehm gewesen. Im Vorjahr hatte ein Gewitter den Flugplatz unter Wasser gesetzt. Der Veranstaltungstag selbst präsentierte sich dann im einheitlichen Regengrau.

 Diesmal: Passende Temperaturen, kein Regen, wenig Wind und Bewölkung als Sonnenschutz für die Betrachtung der Flugfiguren sowie ein trockener Parkplatz direkt am Flugplatz, was braucht ein Veranstalter mehr?

 »Bestes Bratwurstwetter«, meinte Fleischer Ruwe aus Levern, der den Andrang richtig eingeschätzt hatte. Über die Menge der Zuschauer kann bei einem Tag der offenen Tür nur spekuliert werden, aber es war voll wie noch nie. »Das waren bestimmt 10.000 Zuschauer im Durchlauf«, schätzten die Veranstalter.

Fliegende Luftfahrtlegende

 »Wann kommt die Mustang?«, war die oft gestellte Frage, die Moderator Friedrich Lüke beim Gang durch die Reihen beantworten musste. Nach vermutlich mehr als 70 Jahren war wieder eine »North American P 51 Mustang« am Himmel über dem Wittlager Land zu sehen. Pilot Tom van der Meulen aus Holland flog direkt bei der Ankunft sein Vorführprogramm. Der kernige Sound des Merlin Zwölfzylinders mit 1600 PS, gepaart mit dem Pfeifen des markanten Ölkühlers unter dem Rumpf, sorgten für die richtige Geräusch-Atmosphäre, die viele Oldtimerfans in Sachen Fliegerei schätzen.

 »Vorführung von Kriegsgerät? Nein es geht um die Technik, die damals entwickelt wurde. Dieser amerikanische Jäger hat entscheidend zur Beendigung des Zweiten Weltkrieges beigetragen«, wussten fachkundige Besucher. Die erstmalige Landung einer Mustang auf dem Bohmter Flugplatz war für den Holländer kein Problem. Selbstverständlich bekam die fliegende Luftfahrtlegende einen Platz dicht am Zuschauerzaun. Besucher und zahlreiche Fotografen kamen dicht an dieses legendäre Flugzeug heran, ohne große Teleobjektive einzusetzen zu müssen.

 Das fliegerische Mitmachangebot hatte wieder für jeden etwas dabei: Rundflüge mit Motorflugzeugen, Hubschrauber oder ultraleichten Tragschraubern wurden genutzt. Der behäbige Doppeldecker Antonow mit neun Sitzplätzen war mit Rundflügen über dem Wiehengebirge sehr gefragt.

 Ehemalige Militärtrainer in privater Hand luden zu Mitflügen inklusive Kunstflugeinlagen ein. Gisbert Leimkühler vom Segelflieger Club Melle-Grönegau zeichnete mit seinem Kunstflugsegler »Swift« lautlose, mit Rauch unterstützte, Kunstflugfiguren an den Himmel.

»Miss Fairytale«

 Eine Bekannte eines Fliegers aus dem bayrischem Allmannshofen stellte sich Kindern und Erwachsenen als Märchenerzählerin zur Verfügung. Dieses neue zusätzliche Angebot von »Miss Fairytale« alias Sonja Fischer wurde in Form eines Stuhlkreises in einer ruhigen Ecke unter freiem Himmel gemacht. Das Angebot für Familien mit Kindern war generell groß: Hüpfburg und Spielgerät, Kinderkarussells, Selbstbau von Modellwurfgleitern, Riesenrutsche, begehbare Wasserbälle und nicht zu vergessen die große Sandkiste der Luftsportler, die zuvor mit neuem Spielsand ausgestattet wurde, sorgten für Kurzweil.

 Das eigentliche »Geschäft« des Veranstalters wurde nicht vergessen. Experten des Luftsportvereins stellten sich den Fragen der Besucher, die sich nach den Kosten, Zeitaufwand zu den angebotenen Pilotenausbildungen der aufgebauten Segelflugzeuge erkundeten.

Synchronkunstflug

 »Wenn wir unseren Rauch einschalten, dann müsst ihr die CD starten«, war mit Moderator Friedrich Lüke ausgemacht. Gemeint war die Synchron-Kunstflugeinlage von Ralf und Nico Nibergall aus Koblenz. Synchronkunstflug mit großer »Marchetti«, einem ehemaliger Militärtrainer aus der Neuzeit und einem naturgetreuen Flugmodell mit drei Metern Spannweite, gesteuert von Sohn Nico. Vater und Sohn hatten vorher eine Spezialfrequenz im Flugfunk zugeteilt bekommen, um sich bei den Vorführungen abzustimmen.

 Auch Uwe Schlätker aus Nordhorn brauchte sich mit seinem kleinen Doppeldecker »Pitts Samson II« nicht zu verstecken. 500 PS zerrten mit einem Sternmotor an dem roten Kunstflugdoppeldecker mit nur sechs Metern Spannweite. »Dieses weltweit einmalige Unikat ist in vier Minuten auf 3000 Meter, wenn man will«, sagte sein Besitzer. Dynamische Kunstflugfiguren, mit Rauch untermalt, beeindruckten die Zuschauer.

 Und auch die Modellflieger nebst eingeladenen Gästen auf der Nordseite des Geländes zeigten ihr ganzes Können mit allen Gattungen dieses interessanten Hobbys. Der beliebte Bonbonabwurf eines »Rosinenbombers« zur vollen Stunde durfte nicht fehlen. Die Kinder stürmten dann die kleine Piste.

 Gewinner dieser Veranstaltung sind die Wittlager Luftsportler, die mit enormen personellem und materiellem Aufwand diese Großveranstaltung mit familiärem Charakter gestemmt haben. Mitorganisator Friedrich Lüke: »Schön zu sehen, wenn alle an einem Strang ziehen. Der Kuchenmannschaft gilt besonderer Dank, ist sie doch schon jahrelang das Aushängeschild dieser Veranstaltung.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3236676?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516045%2F
Neuer Arminia-Präsident am 3. Dezember
Hans-Jürgen Laufer ist seit August 2013 DSC-Präsident – und noch bis zum 3. Dezember 2020. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker