Ausstellung im Heimathaus Wehdem beschäftigt sich mit dem Ehrentag 
Irrtümer rund um Muttertag 

Wehdem (fhe). »Alle Mütter lieben den Muttertag« – das glauben zumindest viele Menschen. In der jüngsten Ausstellung rund um den Ehrentag im Heimathaus in Wehdem wurde diese Behauptung jedoch zu den typischen Muttertags-Irrtümern gezählt.

Dienstag, 12.05.2015, 04:01 Uhr
So war es damals Regina Limpricht-Griepenstroh (von links), Gabriele Niermann-Limpricht und Sabine Denker präsentieren die Utensilien aus...
So war es damals Regina Limpricht-Griepenstroh (von links), Gabriele Niermann-Limpricht und Sabine Denker präsentieren die Utensilien aus alten Haushalts-Zeiten.

»Es heißt zwar häufig, Mütter könnten den ganzen Tag über die Füße hochlegen. Aber tatsächlich müssen sie das Übliche machen und zusätzlich noch den Kuchen für das Kaffeetrinken backen«, erzählte Sabine Denker augenzwinkernd. Sie hatte gemeinsam mit dem Team des Heimathauses sowie mit Regina Limpricht-Griepenstroh und Gabriele Niermann-Limpricht in einer »intensiven« Woche die Ausstellung für vergangenen Sonntag zusammengestellt.

Außer alten Haushaltsgeräten waren Schautafeln zu betrachten, die der Geschichte des Muttertages auf den Grund gingen. »Die Amerikanerin Ann Maria Reeves hat 1858 den ›Mothers Days Works Club‹ gegründet. Er hatte unter anderem zum Ziel, die Gesundheit in den Familien zu fördern. Man wollte der damals hohen Kindersterblichkeit entgegenwirken«, erklärte Denker.

Später, im Amerikanischen Bürgerkrieg, haben die Frauen über die »Mother's Friendship Days« (Mutterfreundschaftstage) den Verwundeten auf beiden Seiten das Notwendigste zukommen lassen. Der Tag wurde zum Feiertag, der den Sozialdienst und den Pazifismus thematisierte.

Anna Marie Jarvis, Tochter von Reeves, setzte sich nach dem Tod ihrer Mutter für einen Tag zu Ehren der Mütter ein, womit sie 1914 Erfolg hatte. Er war von da an in den USA national anerkannt. Nach Deutschland kam die Tradition 1923 auf Bestreben des »Verbandes Deutscher Blumengeschäftsinhaber«. In dem düsteren Teil der deutschen Geschichte, dem Dritten Reich, wird das Ereignis 1933 zum Feiertag erklärt. »Die Nazis haben ihn zu ihren Zwecken für ihre Ideologien missbraucht«, erklärt Denker.

Ab 1950 wurde der Muttertag in der Bundesrepublik Deutschland wieder gefeiert, wenn auch nicht als gesetzlicher Feiertag.

Neben all den Informationen gab es auch Werbeplakate und -spots zu bestaunen. Zwar wird heute nicht mehr mit Zitaten wie »Eine Frau hat nur zwei Lebensfragen. Was soll ich anziehen und was soll ich kochen?« für Puddingpulver geworben, »aber ansonsten hat sich an der Reklame gar nicht so viel geändert«, meinte Denker.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3249673?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516045%2F
Neuer Arminia-Präsident am 3. Dezember
Hans-Jürgen Laufer ist seit August 2013 DSC-Präsident – und noch bis zum 3. Dezember 2020. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker