Einheimische Bürger und Flüchtlinge lernen sich bei einem internationalen Fest besser kennen 
»Willkommen bei uns in Stemwede« 

Stemwede (WB). »Eine Gemeinde – viele Kulturen«. Das kann man über Stemwede sagen – bei insgesamt 108 Flüchtlingen aus 23 Nationen, die in der Gemeinde Unterbringung gefunden haben. Unter dem Motto ist zudem in und um das Wehdemer Life House ein internationales Fest gefeiert worden.

Mittwoch, 13.05.2015, 04:01 Uhr aktualisiert: 13.05.2015, 08:29 Uhr
Künstler Piet Meulenkamp aus Destel (von links), Stemwedes Bürgermeister Gerd Rybak, Nail, Morteza, Ali, Waltraud Holtkamp und Yaser haben...
Künstler Piet Meulenkamp aus Destel (von links), Stemwedes Bürgermeister Gerd Rybak, Nail, Morteza, Ali, Waltraud Holtkamp und Yaser haben die innerhalb von einer Woche bemalte Wand am Wehdemer Life House enthüllt.

 »Prägender als mit diesem Titel konnte man für die heutige Veranstaltung nicht werben«, sagte Bürgermeister Gerd Rybak in seiner Begrüßungsrede.

 Schüler der Stemweder-Berg-Schule und Asylbewerber hatten zusammen mit dem Desteler Dekormaler Piet Meulenkamp eine weiße Wand am Life House passend zu der Thematik bemalt. Das Ergebnis wurde den Gästen des Festes präsentiert. »Aber nicht nur das symbolhafte Wandgemälde steht hier heute im Fokus, sondern vielmehr noch die Möglichkeit zur Begegnung, zum Kennen- und zum Verstehen lernen«, meinte Rybak. Leben ohne Angst Die Flüchtlinge seien »voller Hoffnung auf ein neues Leben in Frieden und Sicherheit. Ob sie dieses Leben ohne Angst, dafür mit Zuversicht und Zukunft bei uns finden, ist von vielen Faktoren und nicht allein von uns abhängig«, meinte der Bürgermeister. Der Christdemokrat sieht die Aufgabe vor Ort eher darin, sich um die Menschen, »die in Deutschland Asyl suchen und für uns nicht nach zu empfindendes Leid erlebt haben«, zu kümmern. »Und das wollen wir mit Menschlichkeit, Toleranz, Verständnis und Offenheit tun«, erklärte Rybak.

 Vor diesem Hintergrund dankte er Waltraud Holtkamp stellvertretend für die Gruppe »Helfen und helfen lassen«, die das Fest organisiert hatte. »Ihr tragt ganz entschieden dazu bei, dass Menschen wieder Hoffnung gewinnen«, dankt der Bürgermeister. Er rief dazu auf, »Asylbewerber nicht nur als Gäste auf Zeit« zu verstehen. Für die Flüchtlinge sollte Stemwede ein »Synonym für Zukunft und Wärme« sein. Voneinander lernen Doch Rybak richtete seine Worte nicht nur an die Stemweder sondern in englischer Sprache auch an die Personen, um die es besonders ging: die Flüchtlinge. »Wir alle haben zu akzeptieren, dass wir unterschiedlich sind. Unterschiedlich in Herkunft, Hautfarbe, Sprache und Religion. Lasst uns voneinander lernen und lasst uns einen schönen Nachmittag haben«. Mit den Worten »Welcome to Stemwede« Willkommen in Stemwede – beendete er seine Rede unter dem großen Applaus der Zuhörer.

 Ans Rednerpult trat dann der Künstler, der das Wandgemälde kreiert hatte: Piet Meulenkamp. Er war vom Life House angesprochen worden und hatte daraufhin Gespräche mit den Asylsuchenden geführt. »Die Menschen mit ihren Hintergründen sind unterschiedlich. Sie haben nicht eine Geschichte«, erklärte er die Schwierigkeit, ein Motiv zu finden.

68 Flaggen

 Entschieden hat er sich dann letztlich dafür Würfel, aus einem Becher auf das Luftbild von Stemwede fallen zu lassen. »Die Asylbewerber werden sich sicherlich manchmal wie Würfel fühlen«, meint der Künstler. Ebenfalls sind auf der Wand 68 Flaggen von den in Stemwede vertretenden Nationalitäten, nicht nur die der Asylbewerber. »Die Liste kam von der Gemeinde«, sagt Meulenkamp.

 Die Gäste erwarteten Stände der Flüchtlinge mit landestypischen Speisen und Getränken. So bot die Familie Sylaj Tee-Gebäck aus ihrer Heimat Kosovo an. Ebenfalls anwesend waren die Diakonie und der Verein »Verständigung und Integration e.V.«, durch den von Klaus Rothhan und Lourdes Wenzel 20 Asylbewerber unterrichtet werden. »Der Unterricht ist einfacher, wenn man eine gemeinsame Sprache spricht. Schwierig ist es nur, wenn sie zum Beispiel nicht Englisch sprechen. Dann muss man sich mit Händen und Füßen verständigen«, erklärte die gebürtige Mexikanerin Lourdes Wenzel. Der pensionierte Lehrer Klaus Rothhan betreut zudem jeden Mittwoch 30 Asylbewerber, die zur Tafel kommen, sowie als Dolmetscher beim Arzt und bei Behörden.

 Dass Sport verbindet, das weiß man auch in Wehdem. Am Veranstaltungstag spielen die Stemweder und Flüchtlinge Fußball und Tischtennis innerhalb von kleinen Turnieren.

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