Experte Stefan Bulk beringt drei Jungtiere im Oppenweher Nest bei Summann im Moor – Gefahren lauern 
Storchen-Drillinge gedeihen prächtig 

Oppenwehe (WB). Drei kleine Köpfchen schauen aus dem Nest, manchmal klappern die Storchenküken mit den Schnäbeln und neulich hat sich sogar das erste Jungtier mit seinen noch kurzen Beinchen im Nest zum ersten Mal hingestellt.

Mittwoch, 27.05.2015, 04:02 Uhr aktualisiert: 27.05.2015, 09:30 Uhr
Reglos verharren die drei Oppenweher Jungtiere in ihrem Nest. Dies ist ein Schutzmechanismus der kleinen Störche, um potenzellen Feinden...
Reglos verharren die drei Oppenweher Jungtiere in ihrem Nest. Dies ist ein Schutzmechanismus der kleinen Störche, um potenzellen Feinden ihren Tod vorzutäuschen. Das Paar hat sogar vier Küken ausgebrütet, eines ist jedoch gestorben.

 Das alles sieht Robert Summann, wenn er am Fenster seines Hauses das Storchennest in unmittelbarer Nähe seiner Kuhwiese mit dem Fernglas beobachtet. Obwohl der Oppenweher mit Störchen aufgewachsen ist, faszinieren sie ihn jedes Jahr wieder: »1966 wurde der Horst auf unserem Grundstück aufgestellt, ich habe diese Vögel daher schon in meiner Kindheit beobachten können. Jahrzehntelang blieben die Störche dann fort, doch seit 2013 haben sich wieder jedes Jahr Alttiere zum Brüten niedergelassen«, erzählt der Landwirt. Ein Jungstorch in Levern Das Storchenpaar, das auf dem Grundstück der Familie Summann seine Jungen groß zieht, ist eines von derzeit 15 im Altkreis Lübbecke – und dazu noch ein sehr erfolgreiches: Die Oppenweher Alttiere versorgen derzeit drei Küken. Zum Vergleich: Das Storchenpaar in Levern zieht nur ein Jungtier auf.

 Robert Summann kennt »seine« Störche inzwischen schon ziemlich genau, zumindest das männliche Tier: »Ich sehe anhand des Rings an seinem Bein (siehe Info-Kasten), ), dass es derselbe Storch wie vergangenen Jahr ist. Sein Weibchen ist diesmal ein anderes und nicht beringt.« Die Störche gewöhnen sich während ihres Aufenthaltes in Oppenwehe schnell an die Menschen. Robert Summann kann sich dem männlichen Alttier beispielsweise bis auf fünf Meter nähern: »Es kommt mir manchmal so vor, als wenn er mich schon kennt«, stellt der Storchenfreund schmunzelnd fest.

Viertes Küken gestorben

 Weniger erfreut war der Landwirt vor einigen Tagen, als er einen Storchenkadaver in der Nähe des Nestes auf dem Boden fand: Dabei handelte es sich um das vierte Küken, das deutlich kleiner als seine drei Geschwister war. Entweder ist es von seinen Eltern oder den anderen Küken aus dem Nest gestoßen worden. In der Natur werden die schwächsten Tiere leider eliminiert. Ich habe einen solchen Fund nicht zum ersten Mal seit Bestand dieses Nestes gemacht«, erklärt der Oppenweher. Gefahr durch Kämpfe Gefahr droht den jungen Störchen auch von fremden Artgenossen, wie Stefan Bulk vom Kreisverband des Naturschutzbundes (NABU) weiß. Der Experte hat die Oppenweher Jungtiere am vergangenen Wochenende beringt. »Es kann zu Angriffen durch andere Störche kommen. Dann sind die Eier und die bereits ausgebrüteten Jungtiere in höchster Gefahr. Manchmal sterben sogar Alttiere bei diesen Kämpfen mit Angreifern.« 

Auch Marder können den Störchen zu schaffen machen. Wenn dieses Raubtier einmal den Horst hochgeklettert ist und im Nest war, lassen sich dort in der Regel keine Störche mehr nieder. »Wir hatten bisher zum Glück noch keinen Marder an unserem acht Meter hohen Horst«, sagt Summann. Er und seine Familie sind stets erstaunt, wie viele schaulustige Vogelfreunde das Storchennest anzieht: »Neulich hat ein Mann aus dem Sauerland die Störche beobachtet – und zwar von mittags bis 19 Uhr abends«, erinnert sich der Landwirt.

 Doch auch viele Stemweder schauen sich »Meister Adebar« gern an, wie Summanns Sohn Rainer beobachtet hat: »Viele meiner Schulkameraden fahren extra zu uns ins Moor, um das Nest anzusehen.« Manche staunen, dass unterhalb des Horstes noch ein Nistkasten hängt, der ebenfalls angeflogen wird: Es ist ein Turmfalken-Paar, dass hier in friedlicher Nachbarschaft zu den Störchen seinen Nachwuchs aufzieht.

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