Heimatforscher Stephan Leonhardt bringt Buch über Stemwedes Historie heraus
Funde einer spannenden »Schatzsuche«

Stemwede(WB). Mit einer Recherche der eigenen Familienhistorie fing im Jahr 2004 alles an. Jetzt, zwölf Jahre später, hält der Wehdemer Stephan Leonhardt sein erstes eigenes Buch in den Händen. Der Titel: »Historisches aus Stemwede«. Laut Bürgermeister Kai Abruszat eine »beeindruckende Arbeit«.

Freitag, 11.11.2016, 04:00 Uhr
Bürgermeister Kai Abruszat (links) und Stephan Leonhardt sichten beim Termin im Alten Amtshaus in Levern das Buch »Historisches aus Stemwede«. Bei der Erstellung hat die Gemeinde den Autor nicht nur finanziell unterstützt. Foto: Mareile Mattlage
Bürgermeister Kai Abruszat (links) und Stephan Leonhardt sichten beim Termin im Alten Amtshaus in Levern das Buch »Historisches aus Stemwede«. Bei der Erstellung hat die Gemeinde den Autor nicht nur finanziell unterstützt.

Aller guten Dinge sind drei, besagt ein bekanntes Sprichwort. Wenn es nach Stephan Leonhardt geht, könnten es sicher noch viel mehr sein. Denn die Heimatforschung bereitet ihm so viel Freude, dass er in den vergangenen Jahren kaum damit aufhören konnte. Nichtsdestotrotz beschränkt er sich in seinem Buch mit den Themen »Der Dreißigjährige Krieg und die Auswirkungen auf die Bevölkerung im Stemweder Land«, »Flurnamen von Wehdem« und »Mittelalterliche Landwehren in Stemwede« auf drei inhaltliche Säulen. – Vorerst, sollte man hinzufügen, denn bei Stephan Leonhardt kann man nie wissen, wann ihn das »Forscherfieber« das nächste Mal packt.

»Ich hatte ursprünglich kein Buch geplant, doch dann kam eins zum anderen«, sagte Leonhardt beim Pressetermin am Donnerstagvormittag im Alten Amtshaus in Levern. Hierbei war auch Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat anwesend, der sich über die Präsentation der »historischen Ausarbeitung im historischen Amtshaus« sehr freute und Leonhardt als »mehr als einen Hobby-Historiker« bezeichnete.

Großes Interesse für die Heimat

Der Wehdemer, beruflich Technischer Angestellter bei ZF, ist auch CDU-Ratsmitglied. Das große Interesse, das er seiner Heimat entgegenbringt, und die damit emotionale Verbundenheit würden laut Abruszat auch in Leonhardts politischer Arbeit dementsprechend spürbar sein.

Die Heimatpflege sei ein wesentlicher Bestandteil der Gemeindearbeit, hob der Bürgermeister weiter hervor, weswegen die Gemeinde Stemwede den Wehdemer Buchautor bei der Realisierung seines Projekts unterstützte. Sowohl finanziell als auch bei der Recherche, beispielsweise mit freiem Zugang zum Gemeindearchiv. »Die Region rund um den Stemweder Berg ist historisch sehr interessant. Dies durch intensive Recherchen zugänglich zu machen ist ein hohes Verdienst«, bedankte sich Abruszat bei Leonhardt.

Die Entstehung des Buches

Zeitsprung: Mit einem faszinierenden Vortrag über die Wehdemer Flurnamen im Heimathaus in Wehdem zog der Autor im Oktober 2014 große Aufmerksamkeit seitens der Bevölkerung auf sich. Dass man südlich der Straße Lindhövel am Fuße des Stemweder Bergs nahe des Waldfriedens einen Spaziergang durch die »Hölle« unternehmen kann und der Ortsteil Mesenkamp früher viele Meisen beheimatete – all das erfuhr man dank seiner Arbeitsergenisse. »Ich hatte schon immer ein großes Interesse für Geschichte. Schon als Schüler. Mit Hilfe von Bekannten aus den USA habe ich 2004 dann mal die eigene Familienhistorie recherchiert, 2013 aus Archiven über die Auswirkungen des 30-jährigen Krieges in der Region«, erzählte der Autor seinerzeit in einem Interview. Leonhardt damals: »Für mich ist das jedes Mal wie eine Schatzsuche!« Als seine Arbeiten zum 30-jährigen Krieg beendet waren, sei er traurig gewesen, dass er schon fertig war. Dann fiel ihm eine alte Karte mit Flurnamen in die Hände, und das nächste Projekt stand fest. Nach einer groß angelegten Recherche – Leonhardt besuchte das Gemeindearchiv in Lübbecke oder auch das Stemweder Bauamt, studierte Katasterkarten, Heimat- und Kirchenbücher, landwirtschaftliche Wochenblätter und Internetseiten und zog ältere Mitbürger sowie einen US-Amerikaner zu Rate – sei das Thema Flurnamen nach etwa einem Jahr nach seinem Gefühl im Kern inhaltlich erschlossen gewesen. Mit den mittelalterlichen Landwehren schlug er bei einem weiteren Vortrag im Wehdemer Heimathaus zwei Jahre später prompt ein weiteres Kapitel in der Stemweder Geschichtsforschung auf. Bei den drei abgeschlossenen Arbeiten soll es nun aber bleiben, eine erweiterte Neuauflage seines Buches sei für die Zukunft eigentlich nicht geplant, äußerte Leonhardt beim Pressetermin auf Nachfrage. Doch wer weiß, wann sich der Wehdemer das nächste Mal mit dem »Forscherfieber« infiziert…

Das Hardcover-Format »Historisches aus Stemwede« kostet 14,95 Euro und ist unter anderem bei der Gemeinde Stemwede, Wiese-Leupold in Wehdem oder Schlöder in Dielingen erhältlich.

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