Deutsche Meisterschaft für Fährtenhunde in Westrup ausgerichtet
Spürnasen erschnüffeln alles

Stemwede(WB). »Such« lautet das einzige Kommando, das die Hunde in Westrup noch bis zum Sonntag hören werden. Der Deutsche Sporthunde Verband (DSV) richtet seit Freitagmorgen die Deutsche Meisterschaft in Westrup aus. Nach Stemwede hat der Verband über sein Mitglied, den HSV Westrup-Stemwede gefunden.

Samstag, 12.11.2016, 04:00 Uhr
Unter kritischer Beobachtung: Ein Fährtenhund erschnüffelt die Spur an der langen Leine. Kommandos oder Dirigiern mit der Leine geben Punktabzug. 26 Teilnehmer aus ganz Deutschland ermitteln in Westrup die besten für die Deutsche Meisterschaft. Foto: Michael Nichau
Unter kritischer Beobachtung: Ein Fährtenhund erschnüffelt die Spur an der langen Leine. Kommandos oder Dirigiern mit der Leine geben Punktabzug. 26 Teilnehmer aus ganz Deutschland ermitteln in Westrup die besten für die Deutsche Meisterschaft. Foto: Michael Nichau

5 Mitgliedsverbände mit 26 Hunden aus ganz Deutschland beteiligen sich an der Meisterschaft. Die drei besten Fährtenhunde und ihre Führer kommen in die deutsche Endausscheidung. Danach winkt die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Aus dem Kreis Minden-Lübbecke war kein Team am Start. »Dazu muss man sich qualifizieren«, erläutert Egon Üffing, Vorsitzender des DSV.

»Die Westruper haben hier die geeigneten Flächen, um so einen Wettkampf durchführen zu können«, sagt Üffing. Denn: Ein Hund braucht für einen Suchdurchgang ein freies Feld, das an diesem Tag von keinem weiteren Wettbewerbs-Teilnehmer betreten werden darf.

Hunde suchen Fußtritte

Aus gutem Grund: »Die Hunde suchen nur nach Trittspuren«, erklärt der Vorsitzende des Ausrichterverbandes. »Etwa drei Stunden vor dem Wettkampf läuft ein Fährtenleger ein bestimmtes Muster auf einem Acker. Durch das Betreten der Fläche sterben Mikroorganismen ab. Das erschnüffelt der Hund.«

Ganz feine Spürnasen sind also am Werk, um die auf dem Parcours ausgelegten sieben Gegenstände aufzuspüren. »Der Hund läuft an der Fährtenleine etwa zehn Meter vor dem Hundeführer. Er erschnüffelt die gelegte Trittspur und folgt dieser. Immer wenn der Hund einen Gegenstand findet, soll er sich – im Idealfall – vor den gefundenen Gegenstand, der etwa zehn mal zwei Zentimeter groß ist, legen und dem Hundeführer den Fund signalisieren«, erläutert Üffing die Regeln. Der Hund folge der Fährte selbst. Der Hundeführer muss während der Suche schweigen, sonst gibt es Punktabzug. Auch sollen die Hunde die gelegte Fährte in einem konstanten Tempo abschreiten. Dafür haben sie jeweils 45 Minuten Zeit. »Die meisten schaffen das aber in 25 Minuten«, weiß der Experte aus dem Ruhrgebiet.

Beteiligung aus ganz Deutschland

In Westrup hört man an den kommenden Tagen auch Dialekte aus Bayern, Baden Württemberg, Hessen und den neuen Bundesländern. »Daher kommen die Teilnehmer«, sagt Üffing.

Jede Fährte wird nach speziellem Muster gelegt, also vom Fährtenleger abgeschritten: Zwei spitze Winkel, ein Bogen und zwei rechte Winkel müssen von den Vierbeinern erkannt werden. »Weicht der Hund von der Fährte ab, droht auch wieder Punktabzug.«

Doch wie durch Zauberhand führen die Tiere die nachfolgenden Menschen auf dem ausgelegten Parcours. Selbst eine weitere Schwierigkeit überwinden die Vierbeiner der Rassen Schäferhund, Großpudel, Terrier, Hovawart und belgischer Schäferhund: Erst kurz vor dem Wettkampf kreuzt die Fährte eines weiteren Menschen die gesteckte Route. Die Hunde dürfen sich davon nicht ablenken lassen.

Experten sind sehr kritisch

Für den Laien wirkte das Agieren der Vierbeiner und ihrer Hundeführer schon sehr professionell, doch die Experten am Rand des Feldes – angereist mit Hunde-Anhängern und Ausrüstung – beurteilten die Leistungen eher kritisch. »Das war nicht gut«, meinte einer der Konkurrenten, als sich einer der Hunde auf den zu suchenden Gegenstand legte.

Die Mitglieder der Sporthunde-verbände waren aber sehr zufrieden mit der Vorarbeit des Westruper Vereins: Er hatte zuvor die erforderlichen 26 Felder für die Fährten mit Landwirten und Jagdpächtern festgelegt. 52 Durchgänge haben die Teilnehmer am Wochenende zu absolvieren.

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