Familie Aping stellt Kälberaufzucht in Westrup vor
Moderner Stall mit Licht und Luft

Stemwede (WB). Reichlich Luft und Licht haben die Aufzuchtkälber in ihren neuen Domizil in Westrup. Wilfried und Julian Aping haben den landwirtschaftlichen Familienbetrieb gezielt erweitert und in den vergangenen Monaten einen neuen Stallkomplex errichtet. Er soll am Freitag, 16. Dezember, ab 11 Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Donnerstag, 15.12.2016, 17:00 Uhr aktualisiert: 15.12.2016, 17:21 Uhr
»Die Arbeit mit diesen Tieren macht schon viel Freude«, sagt Wilfried Aping. Der 62-Jährige freut sich auch, dass sein Sohn im Betrieb eingestiegen ist. Foto: Michael Nichau
»Die Arbeit mit diesen Tieren macht schon viel Freude«, sagt Wilfried Aping. Der 62-Jährige freut sich auch, dass sein Sohn im Betrieb eingestiegen ist. Foto: Michael Nichau

»Die Rindfleischerzeugung hat Zukunft.« Davon ist Familie Aping überzeugt. Am Dienstag sind die ersten 240 Bullenkälber im Stall eingezogen. Vier bis sechs Wochen alt sind die Tiere, die dort zunächst mit Milchersatz, später mit Stroh- und Kraftfutter sowie Silage ernährt werden. 100 Tage bleiben sie in dem ersten Stall und wechseln dann in den nächsten. Dann zieht – nach gründlichem Misten und Desinfizieren – die nächste Generation ein.

Frontstätte mit offener Südseite

Platz haben die Kälber reichlich in den zwei 70 mal 14,5 Meter großen Frontställen mit der offenen Südseite. Durch ein Windschutznetz geschützt stehen die Tiere in der frischen Luft. »Es gibt dank der Netze keinen Luftzug«, erläutert Junior Julian Aping. Der 24-Jährige ist Staatlich geprüfter Agrar-Betriebswirt und will künftig auch auf dem Hof Lehrlinge ausbilden.

»Das war ein ganz schöner Trubel«, berichtet er vom Einzug der ersten Tiere, die in sechs Gruppen von jeweils 40 Kälbern auf Einstreu stehen. »Ganz natürlich, ohne Spaltenböden. Das Misten macht Arbeit, aber ich glaube, dass es sich lohnt«, sagt Aping.

Die Kälber werden zunächst an die Tränkeautomaten gewöhnt. Jedes Tier hat ein Halsband erhalten, das einen Sender enthält, der es an der Futterstation identifiziert. »Sie dürfen auch nicht zu viel bekommen. Die Anlage portioniert automatisch«, erklärt Julian Aping. Bis zu zehn Mal am Tag erhalten die Kälbchen ihre »Milch« – maximal sechs Liter. Dafür sorgen drei Tränkekautomaten, an denen jeweils 80 Tiere versorgt werden können.

Umstellung auf Festfutter

»Das muss sich alles erst einspielen«, sagt der junge Landwirt und zeigt einem der jungen Bullen, wo er seine Ersatzmilch »nuckeln« kann.

Schritt für Schritt muss aber innerhalb der ersten 100 Tage auf Festfutter umgestellt werden. Weitere 50 Tage verbringen die Aufzucht-Tiere im benachbarten Stall, der sich noch im Bau befindet. »Danach werden sie an Mastbetriebe verkauft«, erklärt Aping.

Ist der erste Stall halb geschlossen, so stehen die Bullenkälber später im zur Südseite hin ganz offenen Stall. Diese Aufzucht liege im Trend. »Die Verbraucher möchten auch sehen, dass die Tiere gesund und mit viel Platz und frischer Luft aufwachsen«, sagt Julian Aping. »Von der Haltung her ist dies schon das Optimum«, weiß er. Drei Quadratmeter Platz hat jedes der Tiere.

Und so hat das Projekt der Familie Aping – wegen der durchgängigen Haltung der Tiere auf Stroh – eine Förderung als »besonders tiergerechte Haltung« erhalten.

Herz schlägt für Landwirtschaft

Gefüttert werden die Kälber mit eigenen Rohstoffkomponenten. Und auch darauf ist Julian Aping stolz: »Wir füttern das, was wir an Getreide und Mais auf dem eigenen Hof erzeugen.«

»Mein Herz schlägt für die praktische Landwirtschaft und ich arbeite gern mit jungen Tieren – am liebsten mit Rindvieh«, erklärt der Westruper seine Motivation zur Betriebserweiterung.

Darüber, wie dies funktioniert, können sich Besucher beim »Tag der offenen Tür« an diesem Freitag von 11 bis 16 Uhr informieren. Auch Bürgermeister Kai Abruszat will sich einen Überblick verschaffen. Drei Fachvorträge sollen die Landwirte informieren. »Danach gibt es die Möglichkeit, sich mit den anwesenden Fachleuten zu unterhalten«, sagt Aping.

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