Kathinka Luckmann und Gerd Lammers freuen sich über Geburt von »Maluna«
Süßes Wildpferd-Fohlen erobert Herzen

Stemwede (WB). Selbst erfahrene Pferdefreunde können ihren Blick von dem niedlichen Fohlen nicht abwenden: In Stemwede-Sundern an der Straße Knüve, auf der Weide der Töpferei von Kathinka Luckmann und Gerd Lammers, tollt Maluna umher. Sie ist die erst wenige Tage alte Tochter der Stute Raja.

Sonntag, 14.05.2017, 16:09 Uhr aktualisiert: 14.05.2017, 16:12 Uhr
Stolze Pferdebesitzer: Kathinka Luckmann und Gerd Lammers mit der Konik-Stute Raja und ihrem Fohlen Maluna. Foto: Dieter Wehbrink
Stolze Pferdebesitzer: Kathinka Luckmann und Gerd Lammers mit der Konik-Stute Raja und ihrem Fohlen Maluna. Foto: Dieter Wehbrink

Das Fohlen hat eine ungewöhnlich helle Fellfarbe, und auch die Mutter, deren Haarkleid dunkler ist und auf dem Rücken einen auffälligen dunklen Aalstrich aufweist, ist auf Stemweder Weiden eher ein Exot. Das gilt auch für die Geschichte der beiden Pferde. Es sind Koniks (aus dem Polnischen: Pferdchen, kleines Pferd), eine Pony-Rasse, die noch sehr im Wildpferdetyp steht.

Im Kurzurlaub verliebt

Raja, die Mutterstute, stammt aus einer Wildpferdeherde im Naturschutzgebiet Geltinger Birk, nahe der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Die Pferde werden dort zur Landschaftspflege eingesetzt. Sie leben praktisch wild im Herdenverband – ­ ohne Stall und ohne direkten Menschenkontakt. Entsprechend mutig waren Kathinka Luckmann und Gerd Lammers, als sie sich bei einem Kurzurlaub in die Koniks verliebten und im Herbst eine Stute – nämlich Raja – erwarben. »Damit die Herde nicht ständig wächst, müssen Pferde verkauft werden«, erzählt Luckmann. »Weil die Horde so wild ist, verläuft ein Verkauf ganz anders als beim normalen Pferdehandel.«

Abenteuerlicher Pferdekauf

Die Tiere wurden für einen kurzen Moment in ein Gatter getrieben, sie rannten aufgeregt hin und her. »Entscheiden für eines der Tiere müssen sich Käufer praktisch in Sekunden«, sagt Gerd Lammers. »Unser Fingerzeig fiel dann auch zufällig auf Raja«.

Vorsichtig wurde die Stute von der Herde getrennt und auf den Anhänger getrieben. Klappe zu, 400 Euro Kaufpreis bezahlen und ab nach Sundern? So einfach lief es dann doch nicht. Raja, die noch nie einen Pferdeanhänger gesehen geschweige denn betreten hatte, zeigte sich ungeniert von ihrer Wildpferdseite. Sie rastete auf dem verschlossenen Transporter erst mal richtig aus. »Es poltere drinnen fürchterlich. Selbst auf den ersten Kilometern konnten wir im Rückspiegel noch sehen, wie der Anhänger wackelte. Doch bald wurde es hinten ruhig – Raja fügte sich in ihr Schicksal. Nach 400 Kilometern war Sundern erreicht, und Raja lief – auch weil sie dort von Sian und Laika, den beiden Araberpferden der Töpferei – empfangen wurde, problemlos in den pferdegerechten Offenstall.

Pferde-Benimm-ABC

Schnell gewannen Luckmann und Lammers mit viel Liebe und Geduld das Vertrauen der »Wilden« aus Holstein. Die Sunderner gewöhnten sie im Laufe der Wochen an Berührung durch Menschenhand, an Halfter, Hufpflege und ähnlich Wichtigem aus dem Pferde-Benimm-ABC. »Das klappte erstaunlich gut«, wundert sich Kathinka Luckmann. »Es liegt wohl daran, dass Raja in ihrer Wildpferdeherde nie schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat.«

Was die beiden Pferdefans zuerst nicht wussten, aber schon bald merkten: Raja, im Herbst gerade mal zwei Jahre alt, war trächtig. »In einer Herde, in der auch Hengste mitlaufen, ist das ganz normal«, erzählt Luckmann. Und tatsächlich: Vor etwa anderthalb Wochen kam die kleine Maluna zur Welt: In der Mittagszeit und ohne menschliche Hilfe.

Eifersüchtige Mutter

Seitdem kümmert sich die Mutterstute rührend um ihr Fohlen, säugt es und schaut zu, wie die Kleine die ersten fröhlichen Bocksprünge auf der Weide macht. Nähern sich die beiden gutmütigen Araber-Kumpel dem Fohlen zu neugierig, wird die besorgte Raja giftig. Sie legt drohend die Ohren an, dreht den Großpferden ihr Hinterteil zu und schlägt blitzschnell mit den Hinterbeinen aus, ohne jedoch gezielt zu treffen – typisch Pferdesprache eben.

»Kommt meinem Fohlen nicht zu nahe«, lautet die unmissverständliche Botschaft der eifersüchtigen Mutter. Menschen hingegen erlaubt sie gnädig die Kontaktaufnahme mit der kleinen Maluna. Sie weiß: Von Kathinka Luckmann und Gerd Lammers droht keine Gefahr.

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