Fr., 14.09.2018

Kameraden bestehen Atemschutzlehrgang – Übungen im Brandcontainer Bei der Ausbildung wird es heiß

Die Feuerwehr Stemwede hat an der ehemaligen Grundschule eine Heißausbildung für die Atemschutzgeräteträger durchgeführt.

Die Feuerwehr Stemwede hat an der ehemaligen Grundschule eine Heißausbildung für die Atemschutzgeräteträger durchgeführt. Foto: Torsten Fischer

Von Torsten Fischer

Westrup (WB). Dichter Qualm dringt aus dem Brandsimulationscontainer auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule in Westrup. In kompletter Schutzausrüstung, mit Atemschutzmaske und dem Atemschutzgerät auf dem Rücken gehen zwei Feuerwehrmänner vor und öffnen in geduckter Stellung mit dem Strahlrohr in der Hand die Tür. Mit mehreren Wasserstößen aus dem Strahlrohr werden die Flammen gelöscht.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung hat man mit Nullsicht schnell die Orientierung verloren. Über Funk können sich die Kameraden allerdings noch verständigen. Die unbekannte Umgebung, Hitze, Rauch und der Zeitdruck wegen des sinkenden Luftvorrates in der Atemluftflasche verstärken das Gefühl von realer Gefahr.

Diese Übung mussten zehn jungen Feuerwehrmänner aus Stemwede und Rahden zum Abschluss ihrer Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger absolvieren. Derartige Einsatzübungen sollen die Teilnehmer auf spätere Notfallsituationen vorbereiten und dazu beitragen, auch im Ernstfall mit Wissen, Disziplin und blindem Vertrauen zum Kameraden die Einsätze meistern zu können.

Bei der »Heißausbildung« wurden die Blauröcke durch Fachkräfte der Firma Delta Safety & Protection aus Sulingen an die mögliche Hitzeentwicklung bei der Innenbrandbekämpfung gewöhnt und lernten, sich in Brandräumen richtig fortzubewegen. Bei diesen Übungen müssen die Feuerwehrmänner teilweise bis an ihre körperliche Leistungsgrenze gehen. Nur so können sie aber erkennen, ob sie als Atemschutzgeräteträger bei realen Einsätzen überhaupt tauglich und dem Druck gewachsen sind.

»Wir konnten den jungen Feuerwehrmännern unter Realbedingungen Einsatzsituationen und Gefahren näherbringen, die für die spätere Einsatztätigkeit von immenser Bedeutung sind. So eine Heißausbildung ist eine tolle Bereicherung für die Ausbildung und kann bei den normalen Übungsdiensten nicht angeboten werden. Wir freuen uns daher, dass die Gemeinde die finanziellen Mittel für die praxisnahe Fortbildung zur Verfügung stellt«, zog Ausbildungsleiter Harald Heuchel eine positive Bilanz.

Neben den Lehrgangsteilnehmern konnten auch weitere 13 Kameraden aus Stemwede sowie Maik Entgelmeier von der Feuerwehr Lübbecke, der auch den Sanitätsdienst übernahm, an der Ausbildungsveranstaltung teilnehmen.

Zusätzlich zur »Heißausbildung« mussten die Feuerwehrkameraden ihre erlernten Fähigkeiten auch noch in der Atemschutzübungsanlage in Lübbecke unter Beweis stellen. Auch nach dem Lehrgang haben alle ausgebildeten Atemschutzgeräteträger mindestens einmal im Jahr ihre Tauglichkeit in der Übungsstrecke nachzuweisen.

Vor den Übungen trainierten die Teilnehmer in der praktischen Ausbildung, die ungefähr zwei Drittel des Lehrganges ausmacht, das Tragen der Pressluftatmer, eine Gewöhnungsübung mit Maske und Filter, die Einteilung der Atemschutzgeräte, das korrekte Anlegen der Pressluftatmer mit der Kleidung und die Einsatzkurzprüfung der Geräte Das dabei Erlernte mussten die Teilnehmer dann bei verschiedenen Einsatzübungen in den Räumen der ehemaligen Grundschule Westrup umsetzen.

In den theoretischen Unterrichtseinheiten im Feuerwehrgerätehaus in Haldem wurden die Bedeutung des Atemschutzes, die Themenbereiche Atmung und Atemgifte, die Feuerwehrdienstvorschrift 7, Atemschutzgrundsätze sowie Einsatztaktiken behandelt. Lehrgangsleiter Harald Heuchel sowie die weiteren Ausbilder aus den Löschgruppen Haldem, Drohne und Arrenkamp waren überaus zufrieden mit den Lehrgangsteilnehmern, die sie sich durch ein hohes Maß an Interesse und Einsatzbereitschaft ausgezeichnet hätten.

So konnte Harald Heuchel den Feuerwehrkameraden Marko Grever (Löschgruppe Drohne), Fabio Uhtbrock (LG Haldem), Marco Harrmann und Christoph Hohmeier (LG Destel), Heiko Haarmeyer (LG Dielingen), Mike Schäffer (LG Westrup), Matthias Pelzer (LG Wehdem) sowie Marek Hesse, Jens Brandes und Ebrahim Matar (Löschzug Rahden) anschließend eine erfolgreiche Teilnahme bescheinigen.

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