Fr., 14.09.2018

Hervé Guennoc im Gespräch: Partnerschaft mit Lardy entwickelt sich positiv »Begegnungen sind enorm wichtig«

Die Delegation ajus Stemwede in der Partnerstadt (von links): Anne Bouillot, Rémi Lepeintre, Laurence Barry, Hervé Guennoc, Edith Meier-Heßlau, Emmanuelle Cardonne, Gérard Bouvet, Sabine Freker, Jean Armand, Catherine Du-Thi.

Die Delegation ajus Stemwede in der Partnerstadt (von links): Anne Bouillot, Rémi Lepeintre, Laurence Barry, Hervé Guennoc, Edith Meier-Heßlau, Emmanuelle Cardonne, Gérard Bouvet, Sabine Freker, Jean Armand, Catherine Du-Thi.

Von Michael Nichau

Stemwede (WB). Ein gebürtiger Franzose leitet den Stemweder Partnerschaftsverein mit der Stadt Lardy in Frankreich: Hervé Guennoc (54) lebt seit 15 Jahren in Levern. Er hat mit einer Delegation am vergangenen Wochenende die Partnerstadt besucht. Dies ist Anlass zu einem Gespräch mit dieser Zeitung gewesen.

Wie kommt ein gebürtiger Franzose nach Levern?

Hervé Guennoc: Ich war in Frankreich bei ZF Friedrichshafen beschäftigt und habe mich auf eine Stellenanzeige in Deutschland beworben. Das hat geklappt. Ich war allerdings schon vorher mit meiner deutschen Frau verheiratet und wir hatten kleine Kinder. Mein Beweggrund war, diese nicht in einer Großstadt wie Paris aufwachsen zu lassen, sondern auf dem Land. Und so kam ich nach Stemwede.

 

Wie sind Sie zum Posten des Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins gekommen?

Guennoc: Ich hatte von der beabsichtigten Gründung gehört und hatte sofort Interesse, daran mitzuarbeiten. Ich habe mich gemeldet und dann ging alles sehr schnell, sowohl mit der Gründung des Vereins, wie auch mit meinem Vorsitz: Bürgermeister Kai Abruszat hatte die Idee, dass ich der beste Vorsitzende wäre …

 

Das ist doch sicherlich für die Kommunikation in der Partnerschaft von Vorteil?

Guennoc: In der einen Richtung mit Sicherheit, denn meine Sprachkenntnis nimmt da sicherlich Hürden zu den Menschen in Lardy. Auf der anderen Seite bin ich zwar seit 15 Jahren in Levern, aber immer noch der »Zugezogene«. Doch ich habe ja ein Vorstandsteam, das die Vereine und Verhältnisse in Stemwede sehr gut kennt und mir hilft.

 

Mit einem Teil des Teams sind Sie jetzt in Lardy gewesen. Was ist der Anlass gewesen?

Guennoc: Jedes Jahr veranstaltet Lardy zum Schulanfang ein Forum der Vereine. Die Stadt stellt die Sporthalle zur Verfügung und dort präsentieren sich die Interessengruppen. Das ist natürlich auch interessant für unseren Verein, um möglichst viele Kontakte zu knüpfen und auch Ideen zu finden, wie wir die Partnerschaft weiter ausgestalten können.

 

Wie war die Resonanz der dortigen Vereinsmitglieder?

Guennoc: Ich bin mit Edith Meier-Heßlau (ZWAR-Gruppe) und Sabine Freker in Lardy gewesen. Ich habe viel zu tun gehabt, denn immerhin haben sich dort 80 Vereine präsentiert. Ich habe mit vielen gesprochen und sie haben tatsächlich großes Interesse an der Begegnung. Erste Kontakte gab es auch schon beim Pfingsttreffen in Stemwede. Da haben wir uns schon Gedanken über mögliche Entwicklungen gemacht. Es gibt dort einen Radclub, einen Spielmannszug und auch einen Verein, der Reisen für Senioren anbietet, etwa als Parallele zu unserer ZWAR-Gruppe. Auch zu Fußball und Volleyballverein hat es erste Kontakte gegeben. Ich kann aber noch nichts Konkretes sagen.

 

Wie geht es in nächster Zeit weiter?

Guennoc: Die nächste Planung ist der Leverner Markt. Dort werden wir eine Delegation aus Lardy empfangen, zu der Bürgermeisterin Dominique Bougraud, Vorsitzender Jean Armand und Ratsmitglied Méridaline Dumont gehören. die beiden Bürgermeister werden den Markt gemeinsam eröffnen. Die Gemeinde wird sich und die Partnerstadt mit einem großen Informationsstand präsentieren. Es werden Bilder auf einer Leinwand gezeigt und es wird sicher gute Gespräche geben. Wir wollen dort auch Info-Material über Lardy verteilen. Um etwas zur Planung des kommenden Jahres zu sagen ist es noch zu früh.

 

Was baut die Sprachbarriere ab?

Guennoc: Es gibt Aktivitäten der Schulen und Lehrer in beiden Kommunen. Das ist nicht immer ein Austausch, kann sich aber auch um Kommunikation und gemeinsame Projekte per Skype oder Internet handeln. Es gibt da viele Ansatzpunkte.

 

Sie halten es für wichtig, auch junge Leute zu begeistern …

Guennoc: Ja, wir haben schon eine gute Altersmischung im Vorstand des Vereins. Bei allem politischen Rechtsruck in den Ländern ist es wichtig, dass vor allem die Jugend miteinander Kontakte knüpft und gegenseitiges Verständnis aufbaut. Dabei sind sich die beiden ländlichen Kommunen sehr ähnlich. Denkbar wären auch gegenseitige Praktika, etwa in der Automobilbranche, die auf beiden Seiten vorhanden ist. Dort gäbe es auch keine Sprachhürde, denn es wird Englisch gesprochen.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Guennoc: Ich hoffe, dass es zu vielen persönlichen Freundschaften kommt. Ich selbst und meine Familie sind mit dem dortigen Vorsitzenden befreundet und besuchen uns jetzt gegenseitig zu verschiedenen Anlässen. Solche privaten Begegnungen würde ich auch anderen Stemwedern wünschen.

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