Fr., 09.11.2018

Fast 50 Jahre im Dienst: Berggasthof Wilhelmshöhe verabschiedet Restaurantleiter »Helmut ist einfach klasse«

Zwei, die sich seit 50 Jahren prächtig verstehen: Jubilar Helmut Hohlt (links) und Berggasthof-Besitzer Dietrich Oevermann stoßen an. Der 65-jährige Hohlt, der frühere Restaurantleiter, ist nach fast 50 Jahren in den Ruhestand gegangen.

Zwei, die sich seit 50 Jahren prächtig verstehen: Jubilar Helmut Hohlt (links) und Berggasthof-Besitzer Dietrich Oevermann stoßen an. Der 65-jährige Hohlt, der frühere Restaurantleiter, ist nach fast 50 Jahren in den Ruhestand gegangen. Foto: Dieter Wehbrink

Von Dieter Wehbrink

Stemwede (WB). Die vielen Stammgäste des bekannten Berggasthofs Wilhelmshöhe in Haldem werden es kaum glauben können: Helmut Hohlt, der Restaurantleiter, ist nach fast 50 (!) Jahren Dienstzeit in den Ruhestand gegangen.

Unter den Lokal-Besuchern sind nicht wenige, die hier auf der Wilhelmshöhe in Haldem ihre Taufe, später ihre Konfirmation, dann ihre Hochzeit und auch ihre Silberhochzeit gefeiert haben – und jedes Mal wurden die Feiernden von Helmut Hohlt bedient.

Eine Institution

Der heute 65-jährige Haldemer war in diesem Lokal der gehobenen Gastronomie so etwas wie eine Institution: immer höflich, immer elegant gekleidet und kompetent, wenn es um die vielseitige Speisekarte ging. Kein Wunder, dass Geschäftsführer Christian Liebig und Dietrich Oevermann, Inhaber des Berggasthofs, ihren treuen Mitarbeiter nur schweren Herzens in die Rente verabschiedet haben – auch wenn er noch in Spitzenzeiten aushilft.

Oevermann und Hohlt – das weiß man in Stemwede – waren gewissermaßen Weggefährten in der Erfolgsgeschichte des Hauses. »Helmut war meine bessere Hälfte«, sagt Dietrich Oevermann dankbar. »Wir haben alles zusammen gemacht und uns in den 50 Jahren praktisch nie gestritten. Helmut ist einfach klasse, und jetzt, wo er weg ist, merkt man, wie sehr er uns fehlt.«

Restaurantleiter Helmut Hohlt Anfang der 90er Jahre.

Hohlt begann vor 50 Jahren eine Koch-Lehre, damals bei Dietrich Oevermanns Eltern Karl und Mimi. Nach der Ausbildung arbeitete er bei Oevermanns in dem erlernten Beruf. Doch vor 35 Jahren gab es im Restaurant einen personellen Engpass, weil zwei junge Kellner zur Bundeswehr eingezogen wurden. Dietrich Oevermann hatte das Gefühl, dass Helmut Hohlt diese Lücke füllen könnte – eine goldrichtige Entscheidung. Im Hause Wilhelmshöhe lernte Hohlt nachträglich den Beruf des Restaurantfachmanns und machte später auch die Meisterprüfung. »Ich wollte schließlich gern ausbilden«, sagt der Haldemer. »Das war eine meiner besonderen beruflichen Passionen.« Das Ergebnis: Etwa 100 Azubis lernen während Hohlts Dienstzeit unter seinen Fittichen ihren Beruf.

»Ich wollte immer die Gäste verwöhnen«

»Außerdem war es mir immer wichtig, meine Gäste zu verwöhnen«, sagt der Profi. »Sie verbrachten schließlich ihre Freizeit bei uns und hatten es einfach verdient, dass wir ihnen schöne Stunden bereiteten.«

Geschäftsführer Christian Liebig (links) und Berggasthof-Besitzer Dietrich Oevermann (rechts) haben den Mitarbeitern Elke Schneider und Helmut Hohlt für ihr langjähriges Engagement gedankt. Foto: Wehbrink

Überhaupt habe er seinen Beruf immer als Berufung verstanden, zieht Hohlt Bilanz. »Anders geht es auch nicht. Man hält es sonst nicht durch, immer abends, an Feiertagen und an Wochenenden zu arbeiten.« Er hätte eigentlich schon nach 45 Jahren, im Alter von 63, in den Ruhestand gehen können. Aber die Freude an seiner Tätigkeit sei groß gewesen und deshalb habe er – bei guter Gesundheit – gern länger gearbeitet.

Diese Zeitung wollte wissen, wie schwer ist es, selbst dann noch freundlich zu Gästen zu sein, wenn man mal privat Kummer und Sorgen hat. »Das habe ich stets mit Professionalität überbrückt«, sagt der Haldemer. Er dankt – genau wie Liebig und Oevermann – auch seiner Frau Elfriede, die die Arbeitszeiten ihres Mannes immer mitgetragen hat. Mit seiner Gattin will Helmut Hohlt jetzt Reisen unternehmen und sein anderes Hobby, den Garten am Haldemer Eigenheim, pflegen.

Der Berggasthof verabschiedete auch die Büro-Leiterin Elke Schneider in den Ruhestand. Die Drohnerin arbeitete dort 25 Jahre und wurde von Helmut Hohlt angeworben: Elke Schneider und Elfriede Hohlt sind Freundinnen. So ist das eben in einem Familienbetrieb wie der Wilhelmshöhe . . .

Auch Elke Schneider wurde verabschiedet

Einen Blumenstrauß und ein dickes Dankeschön gab es im Berggasthof Wilhelmshöhe für Elke Schneider. Die Drohnerin arbeitete seit 25 Jahren für das 40 Mitarbeiter zählende Haus und geht jetzt ebenfalls in den Ruhstand. Sie leitete das Büro des Lokals und die Hotelrezeption, wo sie nicht nur für die heimischen Firmen ein verlässlicher Ansprechpartner war, wenn diese Zimmer für Kunden und Vertreter suchten. Auch beim Auschecken aus dem Hotel war Elke Schneider für die Übernachtungsgäste da. Die Mutter eines erwachsenen und promovierten Sohnes war Absolventin der Höheren Handelsschule Dr. Kohlhase in Rahden, arbeitete dann als Kauffrau in Osnabrück, bevor sie vom Restaurantleiter Helmut Hohlt für den Berggasthof Wilhelmshöhe angeworben wurde.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6177021?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516045%2F