Kritik aus Lokalpolitik: Verwaltung kann Pläne für Gerätehaus nicht vorstellen
»Das tut mir für die Feuerwehr leid«

Stemwede (WB). Da waren die Twiehausener Feuerwehr-Kameraden extra zur Stemweder Betriebsausschuss-Sitzung in den – überfüllten – Ulderup-Saal gekommen, um zu hören, wie ihr Gerätehaus umgebaut und modernisiert werden soll.

Donnerstag, 22.11.2018, 16:02 Uhr aktualisiert: 22.11.2018, 16:30 Uhr
Aus dem Beschluss für den Umbau des Gerätehauses Twiehausen wurde vorerst nichts: Die Feuerwehr muss sich gedulden. Foto: Nichau
Aus dem Beschluss für den Umbau des Gerätehauses Twiehausen wurde vorerst nichts: Die Feuerwehr muss sich gedulden. Foto: Nichau

Die Tagesordnung hatte extra formell vorgegeben, dass diese Maßnahmen am Dienstagabend bereits beschlossen und die dafür benötigten Gelder in den Gemeindehaushalt 2019 eingestellt werden sollten. Doch als der Punkt aufgerufen wurde, war bei den Feuerwehrleuten und auch bei den Ausschussmitgliedern die Enttäuschung groß. Die Gemeindeverwaltung hatte es nicht geschafft, bis zur Sitzung entsprechende vorzeigbare Pläne vorzubereiten.

Bürgermeister zieht Notbremse

Noch am Morgen vor der Sitzung hatte Bürgermeister Kai Abruszat – er fehlte bei der Sitzung ebenso wie Bauamtsleiterin Birgit von Lochow – offenbar die Notbremse gezogen.

Über seinen Kämmerer Dieter Lange ließ Abruszat dem Ausschuss mitteilen, er habe sich am Sitzungsmorgen entschieden, das Projekt dem Wirtschaftsbetrieb der Gemeinde (geleitet von Dieter Lange) zu übertragen. Es werde nicht mehr vom Bauamt fortgeführt. Erst in der nächsten Betriebsausschusssitzung in 2019, so ließ Abruszat mitteilen, sollten entsprechende Planungen und Kostenkalkulationen vorstellt werden. Das Geld, 120.000 Euro, solle aber in den Haushalt 2019 fließen.

Gesenhues kritisiert Kai Abruszat

Die Lokalpolitiker übten an dieser Verzögerung deutliche Kritik. Seit anderthalb Jahren kenne man das Problem mit dem Twiehausener Gerätehaus, ärgerte sich etwa Friedrich Lange (FDP). »Außerdem ist doch gar nicht klar, ob die 120.000 Euro wirklich reichen. Wir bauen einen Altbestand um. Da kann es immer zu unerwarteten Verteuerungen kommen.« Und Reinhard Hemann (CDU) forderte: »In 2019 muss sich wirklich im Gerätehaus endlich was tun!«.

Seinen Ärger machte auch Jürgen Lückermann (FWG) Luft. »Wenn wir heute wieder nichts erfahren, frage ich mich, warum das Thema überhaupt auf der Tagesordnung steht. Das tut mir jetzt leid für die Feuerwehr.«

Ausschussvorsitzender Andreas Weingärtner bekräftigte, auch er sei bis vor dem Sitzungsbeginn davon ausgegangen, dass an diesem Abend Pläne vorliegen würden und Beschlüsse hätten gefasst werden können.

»Unser Bürgermeister hätte die Entscheidung, die Verantwortung in andere Hände zu geben, schon seit längerem treffen können und nicht erst fünf Minuten vor 12«, sagte Hermann Gesenhues (Grüne). Dies sei nicht die richtige Art, mit der Arbeitsbelastung in der Gemeindeverwaltung umzugehen.

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