Ärger in Dielingen – Rückstände aus der Landwirtschaft?
Bodenverunreinigungen stoppen Bauplatz-Verkäufe

Stemwede (WB). Im Boden des geplanten Baugebietes »Am Linnebach« in Dielingen sind Schadstoffe gefunden worden. Aus diesem Grund ist das Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke an Bürgermeister Kai Abruszat herangetreten, denn die Gemeinde Stemwede ist aktueller Besitzer der Flächen.

Mittwoch, 06.03.2019, 16:32 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 16:40 Uhr
Hier sollen Häuser entstehen, doch im potenziellen Dielinger Baugebiet »Am Linnebach« ist der Boden verunreinigt. Foto: Michael Nichau
Hier sollen Häuser entstehen, doch im potenziellen Dielinger Baugebiet »Am Linnebach« ist der Boden verunreinigt. Foto: Michael Nichau

»Wir haben die Fläche im vergangenen Jahr erworben – mit dem Ziel, sie als Bauland vermarkten zu können«, erklärte Abruszat auf Anfrage dieser Zeitung. »Jetzt sind Bodenverunreinigungen festgestellt worden, die es verhindern, dass diese Vermarktung so schnell wie eigentlich vorgesehen erfolgen kann«, räumte der Bürgermeister ein. »Die Verunreinigungen müssen vor der baulichen Nutzung beseitigt werden. Ich bin aber davon überzeugt, dass dies ein lösbares Problem ist.«

Umweltamt spricht mit Beteiligten

Er wisse allerdings nicht genau, um welche Verunreinigungen es sich handele: »Dafür ist das Kreisumweltamt zuständig.« Von Seiten der Kreisverwaltung hieß es lediglich, dass über die Beseitigung der Boden-Verunreinigungen momentan der Kreis zu entscheiden habe. »Hier ist das Umweltamt bereits hinzugezogen worden und mit den Beteiligten im Gespräch. Ein Ergebnis dieser Gespräche liegt noch nicht vor«, schreibt Kreis-Pressesprecherin Sabine Ohnesorge.

Der Stemweder Bürgermeister geht – aufgrund der Vornutzung – davon aus, dass es sich bei den Verunreinigungen um solche »aus landwirtschaftlicher Quelle« handelt. »Das Umweltamt hat zu entscheiden, wie und in welchem Umfang diese beseitigt werden können. Am Ende wird diese Fläche aber ohne Probleme vermarktet werden können«, ist Abruszat überzeugt.

»Gemeinde nicht der Verursacher«

Haftbar für derartige Altlasten sei zwar grundsätzlich der Eigentümer. »Da wir als Gemeinde aber keine Landwirtschaft betreiben, sind wir nicht als Verursacher anzusehen«, meinte er. »Ich gehe davon aus, dass der Kreis dies nach den Regeln des aktuellen Bodenschutzrechtes klären wird. Als Bürgermeister ist es mir wichtig, festzustellen, dass dieser Umstand vor allem unschön ist, weil wir die Flächen nicht zeitnah einer Nutzung zuführen können.«

Abruszat machte auch deutlich, dass die Kommune diese Fläche erst vermarkten werde, »wenn fachlich und gutachterlich abgesichert wird, dass der Boden nach allen Maßnahmen tatsächlich unbelastet ist.«

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